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La Revedere!

Wir sind aktuell wieder in Baile Herculane und besuchen dort unser Projekt in den Karpaten. Seit einigen Jahren sind wir nun vor Ort zusammen mit Mishu und seinem Team aktiv und bei jedem Besuch wird deutlich, wie wichtig dieses Zentrum dort ist. Wir nehmen euch gerne wieder auf unsere Reise mit und schreiben jeden Abend einen kleinen Bericht über unseren Tag.

Heute morgen sind wir direkt zum Friedhof gefahren, weil wir dort die Mama von den Welpen finden wollten, die gestern gebracht wurden. Wir mussten einige Zeit dort suchen und zu dem Zeitpunkt war dort auch noch eine Beerdigung. Wir mussten uns also ein wenig zivilisiert verhalten. Nach 30min tauchte die Mama auf, das Gesäuge super dick. Leider kamen wir nie weiter als 15 Meter ran. Sie ergriff sofort die Flucht und die Straße war sehr nah. Wir haben nach einiger Zeit aufgegeben… Mishu will es morgen nochmal versuchen, aber es ist nicht einfach, weil der Friedhof zu vielen Seiten offen und von Straßen umgeben ist. Baut man zu viel Druck auf, rennt sie auf die Straße… Ich habe auch noch den Ort gefunden, wo die Babies von der Mama geparkt wurden. Es war ein Grab und man sah deutlich, dass die Babies dort schon länger gelebt haben. 2 von ihnen sind völlig panisch und krabbelt in die letzte Ecke, wenn man kommt. Die anderen 4 sind sehr munter und neugierig und haben heute wieder eine riesige Portion Nassfutter gefressen,,

Merkwürdiger Ort.

Als wir dann wieder im Shelter waren, haben wir noch einige Plastikkörbe an die Hunde verteilt, die die letzte Woche alle gereinigt wurden. Gerade bei den Welpen sorgt alleine so eine Veränderung für riesige Aufregung. Die Kleinen hier sind 20min staunend um diesen neuen Kasten umher gesprungen…Jede Abwechslung tut gut und schafft ein wenig Beschäftigung. Heute Mittag lagen sie dort alle gestapelt drin, ich hatte leider keine Kamera zur Hand.

In der Mittagszeit machten wir uns an das Projekt „Mioritic“ scheren… Kein leichter Akt, ich habe ja schon in Bucov den riesen Mihai geschoren, nun war Kellogs an der Reihe. Er war völlig versifft und verfilzt, und hechelte non stop. Also Schermaschine geholt und ab ins kleine Lager. Dort war es ruhig und kühl. Der erste Durchgang ( hinterer Teil) ging ganz gut, sobald es Richtung Kopf ging, hatte Kellogs keine Lust mehr. Er zappelte und hampelte umher, da machte scheren wenig Sinn. Und wir kennen ihn noch nicht so gut, als dass wir da einem solchen großen Hund so viel Vertrauen schenken, dass er dann doch nicht lostackert. Wir haben uns geeinigt, dass die Brust und der Kopf einfach bei der Kastration schnell abgeschoren wird, er muss eh noch kastriert werden…

Kelloggs vor der Schur im Auslauf.
Nach der Schur gabs ’ne Belohnung.

Später am Mittag habe ich noch einen Rundgang gemacht und allen eine kleine Überraschung gebracht. Wenn man die Leckerchen ganz gut portioniert und nicht einfach wild wie Kamelle in der Gegend umher wirft, gibt es in den allermeisten Gruppen gar kein Stress. Die Hunde passen sich sofort an die „geleitete“ Fütterung an und benehmen sich recht ordentlich, wenn man ihnen deutlich macht, dass man das hier selber entscheidet, wer wann was bekommt. Besonders habe ich mich über LORINE und FUCHUR gefreut, die ganz selbstverständlich und sicher das Futter aus meiner Hand nahmen. Im April war das noch nicht so möglich… Auch die 4 schweren Jungs und Mädels habe einen dicken Knochen bekommen, dann hatten sie endlich einmal auch was zu kauen. 

Gogu hat heute bei den P Kennels das Dach fertiggestellt. Nächste Woche soll die Plattform betoniert werden, damit die Hunde nicht bei jedem Regen wieder total absaufen…und der ganze Zwinger ein reißendes Flussbett wird…

Gegen Abend versorgten wir noch alle Mamas und Welpen mit Nassfutter, machten den letzten Rundgang mit Mishu und Alex. Für mich ist die Verabschiedung und das Wegfahren aus Baile immer sehr schwer, da ich hier mit meinem Herzen so dranhänge… Ich liebe diese Region Rumäniens, ich finde das Mediterrane so toll hier. Gerade die Sommer sind wunderbar. Sehr heiß, aber meist weht immer ein guter Wind. Das Obst und das Gemüse ist herrlich, hier gibt es nur wirklich reife Dinge. Kein Rumäne kauft noch grüne Tomaten. Und auch die Honigmelonen duften hier super stark. Wir haben noch massig Insekten hier, Schmetterlinge in allen Farben und ein riesiges Spektrum an Vögeln .., und gestern gab’s auch mal eine Schlange… Der Weg zum Tierheim ist wildromantisch. Zwischen Staketenzäunen, Kürbisranken und wildem Wein fährt man die kleine Schotterpiste hoch zum Tierheim. Überall sieht man die nur mit Händen errichteten Heupyramiden, mit denen das Futter für die Tiere im Winter hergestellt wird. Die Berge der Karpaten rahmen das ganze Panorama ein. Aber nicht nur diese regionale Schönheit gefällt mir so gut. Ich bin einfach auch gerne hier, weil Mishu und sein Team super gastfreundlich sind, alle versuchen so gut es geht mitzuhelfen und jeder jedem irgendwie hilft. Obwohl die Arbeiter meist kein Englisch sprechen, verständigt man sich mit Händen und Füßen, grüßt sich, schenkt sich die Suppe ein… Jeden Mittag essen alle zusammen, was ein schönes Ritual ist. Gogu, unser Baumeister, spricht sehr gut Deutsch, da er lange Zeit in Deutschland gearbeitet hat. Es gibt also immer ein paar Geschichtchen zu erzählen und die Stimmung ist immer gut am Pavillion, wo wir immer essen. Mir fällt es so schwer, das Team wieder hier alleine zulassen, weil man doch das Gefühl hat, dass sie für jede Hilfe dankbar sind. Mishu ist happy, wenn wir ihm mit den Hundegruppen helfen, wenn er weiß, dass wir alle Mamas mit Babies versorgen, die Hunde in den Auslauf schleppen und für die kleinen individuellen Maßnahmen sorgen, die den Hunden das Leben hier besser machen. Weil dafür bleibt dem Team im Alltag kaum Zeit. Damit ich nicht ganz so traurig abgereist bin und mir etwas von Baile bleibt, habe ich mir einige Flusskiesel für den Garten mitgenommen. Das Tierheim steht auf einem alten Flussbett und immer wenn etwas ausgehoben wird, kommen ganz tolle runde Flusskiesel zum Vorschein. Sie türmen sich mittlerweile zu Massen auf, und ich hatte die Idee, mir davon einige einzupacken. Sie werden nun stilecht in einem leeren Hundefuttersack nach Hause transportiert.  Und auch Wassermelonen haben wir vorhin noch auf dem Mark gekauft. Eine besser als die andere.  Der Tagesbericht trägt den Titel „La Revedere!“, was so viel bedeutet wie „Auf Wiedersehen!“ – denn ganz sicher werde ich alle wiedersehen. Beim nächsten Mal. 

Ich freue mich schon so sehr auf den nächsten Besuch und werde mich Zuhause an die Galeriearbeit machen. Neue Hunde müssen eingestellt und einige Beschreibungen angepasst werden. Bedanken möchte ich mich schon mal ganz herzlich bei meinem Galerieteam, die mir immer so toll helfen, wenn ich vor Ort bin und schnell die Notfälle in die Galerie gepackt werden müssen. Danke auch an Gudrun, die wieder doppelte Arbeit gemacht hat, während ich zwischen den Hunden rumgekrabbelt bin. Danke auch an meine Mama, die meine Hunde fürstlich betreut hat. Ich glaube, die haben mich gar nicht vermisst… 🙂

Wir lesen uns wieder. Danke für eure gesamte Unterstützung. 

Anna 

Das ist KHANA – sie hat sich jeden Tag über ihr kleines Töpfchen mit dem super Rinti gefreut…Gestern stand sie das erste Mal schwanzwedelnd am Tor und hat nicht in der Ecke gekauert…

Und sobald du die Antwort hast, ändert das Leben die Frage…

Wir sind aktuell wieder in Baile Herculane und besuchen dort unser Projekt in den Karpaten. Seit einigen Jahren sind wir nun vor Ort zusammen mit Mishu und seinem Team aktiv und bei jedem Besuch wird deutlich, wie wichtig dieses Zentrum dort ist. Wir nehmen euch gerne wieder auf unsere Reise mit und schreiben jeden Abend einen kleinen Bericht über unseren Tag. 

Heute morgen hat unser Tag begonnen mit der Erfassung von 15 Welpen, die alle fertig geimpft sind und dringend in die Galerie Einzug halten sollten. Viele waren super aufgeschlossen und vor allem drei Weimaraner Mix Welpen, die die Ruhe selber waren, haben uns sehr beeindruckt. Auch in Baile ist es so, dass man in jedem Kennel immer wieder verwundert ist, wie viele tolle Hunde dort Tag für Tag warten…

Espi war so gerne auf dem Arm – sie ist schon in unserer Galerie.

Unsere Family ( Mama mit 7 Babies) hatte heute ihren Vetcheck. Tierärztin Andreea hat alle untersucht, entwurmt und entfloht. Die Mama hat gut gefressen und auch die Welpen schlagen gut zu. Sonntag waren wir noch sehr besorgt, heute geht es schon viel besser…

Gogu hat heute den Sichtschutz am Freilaufgehege angebracht. Wir wollten keine dicke Wand errichten, so dass das Polycarbonat ( damit wird in Rumänien irgendwie alles gelöst…) eine gute Alternative darstellte. 

Auch der Pool wurde heute von Arbeiter Gaby ausgeleert, sauber gemacht und neu befüllt. Mishu hat eine kleine Pumpe, mit der das Becken ruckizucki leer ist.

Heute waren wir im A-Haus lange unterwegs. Das Hundehaut steht nun gut 5 Jahre dort und hier und da müssen einige Sachen renoviert werden. Gogu hat aber schon alles auf dem Schirm. Auch die Hundehütten müssen teilweise ausgebessert werden. Teilweise sind sie schon ganz schön benagt. Das ist leider durch die Langeweile geschuldet, durch die die Hunde jeden Tag müssen. Viele Hunde, gerade im A Haus sind schon sehr lange bei uns im Tierheim: Socke, Flecki, Balko, Sherlock….alle teilweise schon über 2 Jahre…Da kann man aus Verzweiflung schon mal eine Hütte annagen. 

Malago – ist so verzweifelt und klammert unfassbar an einem…
MINELLA ist schon soo lange bei uns. 🙁

Im A Haus haben wir einen super netten alten Rüden kennengelernt. Wir haben ihn Mr. Silver getauft, weil er ein ganz silbriges Fell hat. Er ist dort der sehr geschätzte Chef von einigen jüngeren Hündinnen und es ist ganz rührend, wie er sich einem in den Arm schmeißt..

Flecky, hat die zwei Jahre in Baile nun voll…
Socke mit Freundin – brutale Langweile…

Da wir auch heute einige Hunde umgesetzt haben, um einen Zwinger in Mels Nest 2 zu bekommen, (damit wir dort noch einige kleine Hunde aus Mels Nest 1 reinzusetzen, das aktuell brechend voll ist), waren wir total happy und schmiedeten schon Pläne… Wer passt zu wem, wer braucht dringend mal eine neue Butze… Mitten im Gewühle traf ich Mishu, erzählte ihm von unseren Plänen. Er teilte mir verzeifelt mit, dass er eine Mama mit 7 Welpen inclusive Vater vor die Tür gestellt bekommen hat und er dringend einen guten Platz sucht. Und da uns partout kein leerer Zwinger einfiel – es gibt hier eigentlich nie freistehende Zwinger… – kam die Mama mit ihren Babies in den von uns frei gemachten Zwinger. Bumms…alle Planung und Idee dahin. Innerhalb von ein paar Minuten… Unsere gut geplante Ordnung klappte zusammen wie ein Kartenhaus im Wind. Alltag hier. Ich reise seit gut 6 Jahren nach Rumänien. Weder in Bucov, noch in Baile gibt es mal so eben freien Zwinger. Auch unsere Quarantäne ist so konzipiert, dass wir 4 Boxen haben, jede Box hat einen Außen- und einen Innenbereich. Aufgrund der Platzprobleme sind 8 verschiedene Gruppen nun dort untergebracht. Und selbst das reicht nicht aus. Die Mama mit den Babies von heute hätten auch dort besser reingesollt, aber wohin mit den anderen aus der Quarantäne? Klar kann man jetzt sagen: Baut doch noch ein paar Kennel…aber auch das verschiebt das Problem des Puzzelns nur temporär.  Aber so ist es halt nun mal… Alles Jammern und Heulen bringt nichts, da steht eine Mama mit 7 kleinen Babies. Sie schreien, haben Hunger, sind aufgeregt vom Transport…und natürlich setzt du sie dann in den Zwinger, der frei ist. Viel Zeit bleibt nicht. Körbchen rein, Welpenfutter geholt, passende Näpfe besorgt…  Nette Babies, einer schöner als der andere und eine super liebe Mama. Auch der Papa ist ein toller, ihn erfassen wir morgen.

Willkommensgruß aus der Küche.

Nach der ganzen Aufregung haben wir uns am Abend noch Zeit für die Quarantäne genommen. Alle Hunde besucht, alle gelistet. Insgesamt ist die Quarantäne wie folgt besetzt:
2 ältere nette Rüden -> wir setzen sie morgen um, die Impfung ist abgeschlossen. 

Mama SHEYLA mit ihren 4 Babies…auch für sie suchen wir morgen ein Plätzchen…

Eine andere Mama mit 2 Babies. Sie ist noch sehr unsicher, und bleibt daher noch ein wenig in der Quarantäne, dort hat sie es ruhiger…

Ein netter Rüde, der einen Autounfall hatte. Morgen kriegen wir Infos zu ihm…

Wenn man hier ist, muss man ein Stück von seiner organisierten und nur Plan A Arbeitsweise ablegen, sonst kann man einfach völlig entnervt und fix und alle nach zwei Tagen wieder heimfahren. Hier ist kein Tag wie der andere, du weißt nie, was in einer Stunde wieder passiert, welcher Hund gebracht oder gefunden wird. Wer von den Hunden nun meint, sich nicht mehr vertragen zu wollen. Das gesamte Team hier ist eigentlich immer nur dabei beschäftigt, Lösungen zu finden. Jammern bringt nichts, es macht sich nichts von alleine. Niemand füttert einen aggro PLITSCH, wenn du es hier nicht selber löst. Niemand kümmert sich sonst um die Hundemama, die vorm Tierheimtor sitzt. Nie werden alle Hunde glücklich sein. Manche kommen hier sehr gut klar und für sie ist es ein Gewinn, dass sie hier sind. Wie zum Beispiel die dürre Mama vom Wochenende. Noch nie hatte sie einen Korb, noch nie hatte sie Nassfutter. Noch nie wurde sie tiermedizinisch versorgt. Ihre Welt ist so viel besser geworden. Aber dann sitzt da auch ein Socke, der eigentlich gar nicht mehr aufstehen will. Oder ein Gibbo, der sich in den Schwanz beißt, oder ein Mendel, der alles zusammenschreit, wenn er einen aus der Ferne sieht… Uns macht hier nicht nur die Sonne platt und müde – es ist wie immer: Vor allem diese unfassbar vielen Eindrücke und Charaktere…die vielen Hunde, die alle anders ihr Schicksal hantieren. Die vielen Probleme, die jeden Tag auftauchen…. man ist so froh, wenn man eine Lösung findet, und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los. Aktuell merken wir auch, dass die Transporte aus Baile nicht wirklich ausgebucht sind. Gerade die großen Hunde, oft auch Rüden, bleiben hier zurück und damit wird die Gruppenzusammenstellung nicht immer einfach. Es ist teilweise zum Mäuse melken, zum Haare raufen und zum Aufgeben. Aber wenn wir mit Mishu abends unser schon ritualisiertes Eis essen, und man über den Tag spricht und sich gegenseitig ein wenig Mut macht und sich verspricht, dass wir morgen an Problem Nummer 165 ran gehen, dann gehts ein wenig leichter.  Und ja…hier sind alle drauf eingestellt, dass wenn man die Antwort hat, das Leben einfach die Frage ändert. Und das ist gut so. Sonst würde man nicht Jahr für Jahr dran bleiben. 

Der gemischte Tag…

Wir sind aktuell wieder in Baile Herculane und besuchen dort unser Projekt in den Karpaten. Seit einigen Jahren sind wir nun vor Ort zusammen mit Mishu und seinem Team aktiv und bei jedem Besuch wird deutlich, wie wichtig dieses Zentrum dort ist. Wir nehmen euch gerne wieder auf unsere Reise mit und schreiben jeden Abend einen kleinen Bericht über unseren Tag. 

Heute morgen ging es weiter mit dem Erfassen. Hundehaus C war dran, B haben wir ebenfalls komplett geschafft. Vor allem unsere Mioritic Mini Bande hat uns sehr erfreut. Mutig junge Hunde, die uns super freundlich begrüßt haben und eine ganz tolle Stimmung miteinander verbreitet haben. 

Auch unsere Mama von gestern mit ihren 7 Welpen haben wir ausreichend versorgt. Sie ist klapperdürr und wir füttern nun auch die kleinen Welpen schon mit Nassfutter zu, damit sie weniger säugen muss. Sie schlägt sich tapfer…Wir haben sie MIRASU getauft. Ein Schatz. Morgen ist Vetcheck für die family. 

Viele Hunde konnten heute wieder den Freilauf genießen. HERA hat wieder geplantscht, als gäbs kein Morgen mehr…ATURO hat uns besonders überrascht, er hat sich vorbildlich benommen und war total kooperativ. Kennen wir auch anders von ihm…Aber er scheint sich ein wenig zu beruhigen. 

Auch HANNES und GIBBO hatten einen riesen Spaß dort. GIBBO hat nun RITA ORA als Zwingerfreundin dazu bekommen, er war so alleine und ist nun wieder ein bisschen glücklicher..

Unsere Sichtschutzwand ist auch angekommen für unseren Freilauf. Sie wird morgen montiert, damit die anderen Hunde in den Zwingern halbwegs entspannt bleiben, wenn die Kumpels im Freilauf sind. 

Morgen müssen wir noch einige Hunde umsetzen, die nicht wirklich gut klar kommen in ihren Zwingern. Auch für PLITSCH – einen leider sehr fertigen, misstrauischen und unkooperativen Rüden brauchen wir eine Lösung. Aktuell kommt niemand in seinen Zwinger. Er frisst aber nun schon mal vom Außenzaun aus aus der Hand und bleibt ruhig, wenn man dort ist…Wir bleiben dran. Irgendwie muss es doch besser werden – auch für ihn…

 

Veränderung schafft Möglichkeiten

Wir sind aktuell wieder in Baile Herculane und besuchen dort unser Projekt in den Karpaten. Seit einigen Jahren sind wir nun vor Ort zusammen mit Mishu und seinem Team aktiv und bei jedem Besuch wird deutlich, wie wichtig dieses Zentrum dort ist. Wir nehmen euch gerne wieder auf unsere Reise mit und schreiben jeden Abend einen kleinen Bericht über unseren Tag.

Heute hatten wir vor allem zwei Dinge auf dem Plan: Hunde umsetzen, ein wenig Platz schaffen für neu kommende Hunde und die Nutzung des Rennauslaufs für einige Hundegruppen.  Das Umsetzen der Hunde begannen wir zuerst. Wir hatten einen Kennel im Auge, in dem ein älterer Rüde immer wieder die jüngeren Hunde durch die Gegend scheuchte. Diesen Rüpel setzen wir zu einer dynamischen Rüdengruppe, die ihn freundlich empfangen, aber er auch genau merkte, dass er hier mit seiner Art nicht sehr weit kam. Eine gute Entscheidung, denn auch er konnte so endlich einen Gang runterschalten und musste nicht mehr Sheriff spielen. Die anderen jungen Hunde setzen wir auch um, weiter vorne in die P Kennels. Wir brauchen einen leeren Zwinger, denn es wurde eine Hündin mit 7 Welpen gebracht. 

Alle sind voller Flöhe, und in einem sehr schlechten Zustand. Die Mutter ist völlig dürre, aber sehr nett. Sie haben nun einen eigenen Zwinger, wo sie erst mal isoliert von den anderen sind.  Morgen wird entwurmt…

Man ist hier ständig am puzzeln, wer mit wem kann, wen man wo noch dazu setzt…meistens klappt das Umsetzen sehr gut, manchmal muss man doch wieder etwas anderes verändern, weil der Stress bleibt. Tut man aber nichts, und probiert es nicht immer wieder, wird auch keine Verbesserung erzielt. Daher ist es immer wieder wichtig, genau hinzuschauen. 

Die schweren Jungs  und Mädels – aktuell 4 an der Zahl – durften heute alle der Reihe nach in den Rennauslauf, den wir extra dafür errichtet haben, dass die Hunde einzeln stundenweise endlich mal aus dem Zwinger können. HERA hat zwei Stunden geplantscht. ATHOS hat mit dem Kong gespielt und NIXON hat alles markiert. :)) Danach waren alle platt. So soll es sein. 

Athos – ein stolzer Typ.
Hera macht Pool Party.

Einige neue Hunde haben wir heute auch kennengelernt und sie für unsere Galerie notiert. 

Der Tag heute ging wieder so schnell vorbei und gefühlt hat man nichts von dem geschafft, was man eigentlich schaffen wollte…

Den Start nicht verpassen…

Wir sind aktuell wieder in Baile Herculane und besuchen dort unser Projekt in den Karpaten. Seit einigen Jahren sind wir nun vor Ort zusammen mit Mishu und seinem Team aktiv und bei jedem Besuch wird deutlich, wie wichtig dieses Zentrum dort ist. Wir nehmen euch gerne wieder auf unsere Reise mit und schreiben jeden Abend einen kleinen Bericht über unseren Tag.

Wie beim letzten Mal sind wir auch dieses Mal mit dem Auto angereist. Auch kein einfaches Unterfangen, aber wir sind so zeitlich wesentlich flexibel, als wenn wir einen festen Flug buchen.  Wir haben wieder knapp 20 Stunden gebraucht und waren danach auch entsprechend fertig, aber nach einer Nacht waren die Energien wieder halbwegs aufgetankt. 

Heute morgen stand wie immer erst mal unser Rundgang an und wir haben wieder so viele alte Bekannte getroffen…Menschen wie Hunde. Die Bäume sind so groß geworden und die Anlage wurde wieder ein wenig erweitert. Wir sind jedes mal richtig gespannt, was sich wieder so alles getan hat. 

Gogu – unser Baumeister – ist wieder fleißig.
Maria kocht, und alle sind dabei. 🙂
Ein neues Gesicht…
Davido – ein toller Kerl!

Im Vergleich zu unserem Besuch im April sind deutlich mehr Welpen im Tierheim. Das war abzusehen, denn nach dem Frühjahr steigt immer die Welpenrate, da das Wetter beständiger wird und einfach mehr Welpen überleben können… Einige Gruppen werden wir die Tage ein wenig entzerren, da einige Zwinger durchaus weniger belegt sind und wir dort gut weitere Hunde unterbringen können. Dafür wollen wir aber alle Zwinger besucht haben, um eine bessere Übersicht zu haben.  Unsere Tierärztin vor Ort ist aktuell recht zufrieden, vor allem haben wir in den letzten Monat nur 3 Welpen – sie wurden von außerhalb gebracht – mit Parvovirose gehabt. Dies ist ein beruhigendes Zeichen..

Um die Mittagszeit, es waren so 30 Grad, haben alle Hunde Siesta gemacht und man hat nichts gehört, außer die Vögel und den Wind… Es ist gut zu wissen, dass die Hunde auch mal diese Ruhephasen haben, die sie so dringend brauchen. 

Wir machen uns aktuell aber große Sorgen um unsere jungen Angsthäschen. Wir haben einige Welpen, die sehr unsicher sind, bei Bewegung wirklich panisch reagieren, manche erstarren auch und hoffen, dass es doch irgendwie gut für sie ausgeht… Diese jungen Hunde gefährden hier niemanden, pöbeln keine anderen an, sie sind eigentlich sehr unauffällig…Aber sie machen uns Sorgen, weil ihre Zukunft dunkelschwarz aussieht, wenn sie hier bleiben. Denn hier hat niemand Zeit, um mit ihnen täglich ausgiebig Kontakt zu pflegen. Diese Hundekinder müssen täglich ganz nah am Menschen sein, müssen im Arm gehalten werden und brauchen Input. Das schafft hier niemand. klar ist man hier jedem Tag in jedem Kennel. Aber wie viel Zeit bleibt für den einzelnen? Es sind weniger als 5min… UNd das reicht einfach nicht aus. Lassen wir diese Hundekinder nun dort sitzen, werden sie zu unsicheren, teilweise scheuen Hunden heranwachsen, die später nur absolut erfahrene Menschen hantiert bekommen, oder aber schlimmer: Sie werden sich nie wirklich an den Menschen gewöhnen. Dann müssen wir für uns prüfen, ob diese Hunde überhaupt in die Vermittlung aufgenommen werden können. 

Daher dürfen wir JETZT auf keinen Fall den Start verpassen und gerade die unsicheren Welpen, die jetzt noch lernen, die jetzt noch umdenken können, hier rausholen und in eine Umgebung vermitteln, wo sie lernen dürfen. Wo sie nicht bemitleidet werden und man sie einfach sich entwickeln lässt. Sondern wo man aktiv daran arbeitete, dass dieser Hund wieder am Leben teilnimmt und sich nicht verkauert in die letzte Ecke…  Wir werden euch diese Hunde in den kommenden Tagen alle vorstellen, damit sie wirklich zeitnah ausreisen können. Sonst haben wir den Start verpasst und damit auch ein gutes Ende unmöglich gemacht. Das würden wir uns nicht verzeihen. 

So besorgt…

Morgen gehts früh los, es soll wieder warm werden. Auf dem Programm steht irgendwie wieder alles: Erfassen, Haare schneiden, beobachten, entscheiden, planen, empathisch bleiben und immer wieder schauen: Wie kann das Gesamte noch besser werden? Welcher Hund kommt gar nicht gut zurecht? Wer muss doch vielleicht mal umgesetzt werden? 

Hier ist es nun schon richtig dunkel und wir sagen: Noapte Buna!

Gnadenplatzhunden helfen

Rettungspaten und Gnadenplatzpaten
für Gnadenplatzhunde aus Rumänien gesucht!

Hunden gemeinsam ein besseres Leben schenken – dafür suchen wir Rettungs- und Gnadenplatzpaten, die gemeinsam Gnadenplatzhunden aus einem rumänischen Tierheim in ein deutsches Wohnzimmer verhelfen.

Gezielt sehr alten, chronisch kranken und Handicap Hunden helfen, damit auch sie ihr Leben genießen können. Ihnen einen gemütlichen Lebensabend schenken, anstatt ungesehen in einem lauten Tierheim einsam in einer Hundehütte auf blanken Holz Abschied nehmen zu müssen.

Was käme auf mich als Rettungspate oder Gnadenplatzspate finanziell zu?

Als Rettungspate würdest du in Form einer abzugsfähigen Geldspende deinem Gnadenplatzhund das halbe Ausreiseticket i.H.v. 150€ und Tierarztkosten von bis zu 500€ finanzieren (Gesamtspende 650€ – fallen erst im Bedarfsfall an). Deine finanzielle zugesicherte Rettungspatenschaft endet, wenn deine 500€ Tierarztkostenspende aufgebraucht sind. Ideell bleibst du für immer der Rettungspate deines Gnadenplatzhundes.

Für jeden Gnadenplatzhund suchen wir vor einer möglichen Ausreise zwei Gnadenplatzpaten. Als Gnadenplatzpaten würdet ihr in Form von abzugsfähigen Geldspenden eurem Gnadenplatzhund je 75€ für sein Ausreiseticket sowie je Gnadenplatzpatenschaft einen monatlichen, dauerhaften Patenschaftsbeitrag in Höhe 25€ spenden. Dadurch wird sicher gestellt, dass unser Verein die Leistungskraft hat, euren gewählten Gnadenplatzhund auch dauerhaft zu finanzieren. Eure finanzielle zugesicherte Gnadenplatzpatenschaft endet erst mit dem Tod eures Gnadenplatzhundes, so dass eure Gesamtspende nicht im Voraus feststehen kann. Die monatlichen Patenschaftsbeiträge dienen dazu langfristig die nicht vorhersehbaren Tierarztkosten auffangen zu können oder z.B. auch teures Spezialfutter zu kaufen, sofern dies erforderlich würde. Sofern euer Gnadenplatzhund bis zu seinem Tod nicht eure gesamten Spenden benötigt haben sollte, kommen eure Spenden unseren Hunden in Rumänien zu Gute. Alle Spenden werden zu 100% zur Versorgung der Hunde aufgewendet. Eine Rückerstattung von Spenden kann nicht erfolgen.

Falls für euren Gnadenplatzhund zum Beispiel eine sehr teure Operation, regelmäßige Physiotherapie oder/und Orthesen/Prothesen sehr hohe Kosten entstehen, die mit euren zugesicherten Spenden nicht zu decken sind, werden wir zur Finanzierung Spendenaufrufe tätigen. Vorab werden wir euch informieren, so dass ihr entscheiden könnt, ob ihr euch über eure zugesagten Spenden beteiligen möchtet.

Die Gnadenplatzstellen beteiligen sich durch ein warmes Körbchen als Familienmitglied und übernehmen die normalen Futterkosten, Steuern sowie jährlichen Impfkosten.

Wie kann ich Rettungspate oder Gnadenplatzpate werden?

In unserer Galerie „Gnadenplatzstellen gesucht“ findest du die Hunde, die für uns als Gnadenplatzhunde in Frage kommen. Auf diese Hunde können sich Pflegestellen bewerben sowie Angebote zur Übernahme einer Rettungspatenschaft oder Gnadenplatzpatenschaft erfolgen. Welche Angebote ein Hund bereits erhalten hat, steht oben in seinem Galerieprofil.

Klicke bitte hier zu unserer Gnadenplatzgalerie: Hunde in Rumänien, die ihre Retter noch suchen!

Hast du einen Gnadenplatzhund gefunden, für den du Gnadenplatzpate / Rettungspate werden möchtest, dann schreibe bitte eine Mail an gnadenplatz@prodogromania.de.

Pflegestellen gefunden!
Rettungspate gefunden!
2 Gnadenplatzpaten gefunden!
Wie geht es weiter?

Deine Rettungspatenschaft und eure Gnadenplatzpatenschaften beginnen ab dem Zeitpunkt, ab dem eine Gnadenplatzpflegestelle gefunden wurde und ein Transportdatum feststeht. Ihr werdet dann gebeten eure anteilige Spende für das Ausreiseticket zu überweisen.

Wir bitten bereits jetzt um euer Verständnis, dass es nicht leicht ist, geeignete Gnadenplätze zu finden. Die Pflegestellen sind bereit sehr pflegeintensive Hund für IMMER bei sich aufzunehmen. Auch wir als Verein müssen die Pflegestellen bereits sehr gut kennen, z.B. weil sie bereits einen Hund von uns adoptiert haben oder bereits Pflegestelle sind bzw. waren.

Euer Gnadenplatzhund ist endlich in Sicherheit!

Die Freude ist riesig, denn selbstverständlich ist es nicht. Durch eure entscheidende Hilfe in Not hat der Hund es geschafft. Wir möchten, dass ihr ihn virtuell in Deutschland begleiten könnt.

Die Gnadenplatzpflegestelle wird regelmäßig auf der Facebook über euren Gnadenplatzhund berichten und für einen unmittelbaren Austausch erhält die Pflegestelle eure Kontaktdaten (sofern es für euch O.K. ist).

Und wir möchten uns für eure lebensrettende Unterstützung mit einer persönlichen Gnadenplatzpatenurkunde / Rettungspatenurkunde bedanken.

Was passiert, wenn ein Pflegehund erst später in Deutschland Gnadenplatzhund wird?

Es kommt vor, dass Hunde, die als vermittelbar nach Deutschland auf eine Pflegestelle eingereist sind, leider nicht vermittelbar werden. Dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben. In diesen Fällen werden mindestens 6 Gnadenplatzhilfen in Höhe von jeweils 100€ gesucht, die nur im Bedarfsfall um ihre Spendenbeteiligung gebeten werden. Sind bereits höhere Kosten absehbar, werden entsprechend mehr Gnadenplatzhilfen gesucht.

Alten, kranken oder Handicap Hunden gemeinsam ein gesichertes Leben schenken! Danke!

Noch eine große BITTE

Jede Patenschaft wird ohne rechtliche Verpflichtungen übernommen, denn Spenden sind und bleiben freiwillig. Da unser Verein aber nicht so viele Hunde auf Gnadenplatzpflegestellen finanzieren kann, wie wir es gerne täten, bitten wir darum, im Sinne der Hunde nur entsprechende Patenschaften anzubieten, wenn ihr insbesondere als Gnadenplatzpate bereit seid, mitunter für Jahre euren Gnadenplatzhund finanziell mit 25€ im Monat zu unterstützen.

Gegenseitiges Vertrauen brauchen unsere Hunde um die Möglichkeit eines umsorgten Lebensabend erhalten zu können.

Hier findest du die Hunde, die zurzeit bei uns auf Gnadenplatzstellen ein schönes & sicheres Leben führen dürfen: Unsere Gnadenplatzhunde in Deutschland

Licht und Schatten

Wir sind wieder mit dem Bautrupp und den Zockerladies eine Woche vor Ort in Bucov. Gemeinsam bauen wir Dächer, erfassen Hunde und schauen, dass es den Hunden, die dort untergebracht sind, halbwegs gut geht. 

Der letzte gemeinsame Tag mit allen stand heute an und Peggy und Irene sind bereits heute Mittag schon wieder nach Hause geflogen. Die Zeit verfliegt so schnell hier, eine Woche geht rum wie nichts…

Hier wir alle gemeinsam…

 Die Männer haben heute die letzten Dächer soweit fertiggestellt, dass morgen die Bleche als Überdachung angebracht werden können. Denn der letzte Tag des Bautrupps ist reserviert für Reparaturen aller Art. Hundehütten, Dächer, Windschutz, neue Räder für die Hundekarren…Alles was so ansteht. Die Mädels haben die Tage zuvor schon auf einem Shelter Plan immer wieder markiert, wo etwas ansteht, so dass die Männer morgen nicht ewig suchen müssen und gleich wissen, wo Hilfe gebraucht wird. Zeitökonomie ist hier alles in Bucov, denn wir wollen das Maximale bei unserem Besuch rausholen.  Wir haben heute die letzten Kennels erfasst, ein paar fehlen noch, vielleicht schaffen wir das noch morgen irgendwie..Es waren wieder so tolle Hunde dabei, bei denen einem echt das Herz aufgeht…

Heute stand auch noch ein Transport an, und ich bin so dankbar, dass einige Notfelle, die wir die Tage vorstellten, schon mitfahren durften. Das ist so eine unglaubliche emotionale Entlastung, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen..

Loby
Denice
Mimi (Misery)
Paddington

Es ist immer wieder unglaublich, wie ruhig die Hunde warten, bis alle an Bord sind und der Amtsvet alle Papiere fertig gestellt hat. Viele schlafen direkt tief und fest ein, weil sie endlich mal Ruhe haben…Ich bin tief berührt und dankbar, dass wir solch eine Unterstützung haben und so viele Leute in Deutschland mithelfen, dass wir das alles möglich machen können. 

Detlef und ich haben heute den großen Mioritic Rüden von Mihaela geschoren. Mihal ist sein Name und er wiegt gut 50kg und ist ein riesen Kerl. Detlef hat einen sehr guten Draht zu ihm, Mihaela sowieso und ich habe gestern Abend schon mal mein Testament vorbereitet, weil der gute Kerl mich eigentlich grundsätzlich lieber eliminieren möchte, wenn ich an seinem Kennel vorbeigehe. Ich hoffe immer nur, dass der Zaun auch wirklich hält. Da ich aber die Tage zuvor ja schon Rabea geschoren hatte und das Ergebnis ganz passabel war, habe ich auch hier nicht nein gesagt, denn der Kerl hat echt Probleme gehabt bei den Temperaturen.  Mihaela schien ihn ganz gut im Griff zu haben und das Geräusch der Schermaschine fand er auch nicht beunruhigend, also ging es einfach los. Detlef schnitt mit einer Schere die groben Platten weg, ich begann von hinten und hoffte einfach nur, dass das gut gehen würde. Aber Mihal war echt entspannt und machte das alles ganz cool mit. Kopf und Beine waren nicht so seine bevorzugten Stellen, aber wir malochten uns ganz gut durch. Was hatte dieser Kerl für eine Wolle….wahnsinn! Kein Wunder, dass diese Rasse bei Wind und Wetter die Schafe bewacht…

Mihaela hat alles im Griff…

Ein riesen Berg an Fell..

Sieht doch ganz gut aus!

Das war wirklich ein Erlebnis, diese besondere Rasse einmal so zu erleben und wirklich mal zu fühlen, was das für ein mehrschichtiger Pelz ist. Ich kann also nun auch auf  meiner Lebens-To Do Liste den Punkt „Einen Mioritic scheren“ auch abhaken. 🙂

Zwischendurch passierten gefühlt auch noch 100 andere Dinge, aber ich krieg es gar nicht mehr so richtig auf die Reihe. Die Männer haben noch einen Hundewagen mit neuem Rad ausgestattet…

Bettina und Melly haben für mich Hunde gesucht und aufgepasst, dass ich nichts vergesse, alle Hunde im Auto sitzen und keine Zettel verschwinden. Danke Mädels, ihr seid so eine riesen Hilfe für mich, das glaubt ihr gar nicht…

Irgendwann waren dann alle Papiere fertig, die Hunde verladen und dann hatte Irina Zeit für uns, denn wir wollten ja heute die Hunde aus den vetkennels erfassen, die bereit für eine Ausreise sind…

Nach all den hellen Momenten ( Hunde im Trapo, Mihail geschoren,…) kamen nun wieder Dinge, die einen schon verändern, wenn man sie gesehen hat. Wir haben schon oft über die vetkennels berichtet, schön ist sicherlich anders und die Hunde sind wirklich fix und foxy, wenn sie dort rauskommen, aber für viele gibt es einfach keine andere Lösung. Sie sind Mobbingopfer, viel zu schwach, oder auch einfach diejenigen, die den Streit anzetteln und sich immer wieder selber in Gefahr bringen, weil sie so verzweifelt sind. Diejenigen Hunde, die halbwegs entspannt waren, schleppte Irina alle raus ins Licht, drinnen kann man nur schwer gute Fotos machen und man versteht sein eigenes Wort nicht. 

Draußen sind nun wunderbare und wie ich finde, sehr berührende Bilder entstanden und wir alle mussten die ein oder andere Träne verdrücken, weil so viele traurige Schicksale dabei waren. Alle Hunde haben das Gras, den Wind und die Sonne so sehr genossen und die wenigsten wollten gerne zurück in den Kennel. Aber Irina erklärte uns in aller Deutlichkeit, dass sie es ebenfalls nicht gut findet, aber sie es noch wenige ertragen kann, dass sie die Hunde bei einer tödlichen Beißerei im Außenkennel verliert, wenn sie sich monatelang um sie gesorgt hat… Das konnten wir alle völlig nachvollziehen und daher ist es so wichtig, dass die Hunde aus den vetkennels direkt von dort aus in den Transporter kommen und nicht irgendwo anders untergebracht werden. Anbei einfach einige Impressionen, Details und Infos über die einzelnen Hunde folgen in den kommenden Tagen, wir brauchen aber einfach ein wenig Zeit, denn wenn wir wieder Daheim sind, wartet erst mal der eigentlich Job auf uns und wir werden step by step in jeder freien Minute an der Galerie arbeiten, versprochen…

Heute Abend, als alle schon fast gegangen waren, habe ich Irina noch mit einem Notfall geholfen. Er wurde heute von den Arbeitern gebracht, er lag Mittem im Wäldchen, was zum Shelter gehört. Der alte Rüde war total dünn, hatte eine große Wunde am Brustkorb und konnte nicht mehr laufen. Er hatte sicherlich Schmerzen, konnte aber halbwegs gebändigt werden und ließ sich eine Maulschlinge anlegen. Wir spülten seine Wunden, schauten, ober aufrecht stehen konnte und versorgten ihn mit Antibiotika. Er ist nun innen im Vetkennel untergebracht und Irina muss ihn weiterbeobachten. Der Kerl tat mir so leid, er war völlig fertig mit der Welt und hatte wirklich keine Kraft mehr. Irina wird alles für ihn tun, da bin ich mir sicher…

Das hier ist nun der letzte Bericht für diese Reise, morgen Mittag fliege ich zurück und werde dann abends die ersten Hunde begrüßen können, die ich heute in das Auto gesetzt habe…
Wir haben so viel geschafft, es war so eine gute, aber wie immer auch harte Zeit…

Wir haben alle vermittlungsfähigen Hunde erfasst. Hunderte von Fotos und Videos gemacht.
Wir haben Kies gefahren, Hütten repariert, Dächer gebaut ( …..riesen riesen riesen Lob an die Männer!!), Hunde geschoren, Notfälle bei den Tierärzten vorgestellt….
Wir haben alle alles gegeben und sind wieder einmal so gut miteinander zurecht gekommen. Es ist sehr viel einfacher, wenn man mit so vielen tollen Menschen da ist, die sich wirklich absolut abmühen und alles geben, damit der Einsatz gut und erfolgreich wird. Ich bin so froh, dass ich diese Truppe kennengelernt habe und natürlich bin ich auch wieder beim Herbst Einsatz dabei! 

Herzlichen Dank aber auch für eure Mithilfe. Für das Baugeld, für das Teilen der Notfälle, für das Möglichmachen einer Pflegestelle oder einer Adoption. Danke sagt auch das Team vor Ort in Rumänien, die unfassbar froh sind, dass sie auf diese Hilfe zählen können!! 
Licht und Schatten, so war es und so wird es auch vermutlich immer bleiben, wobei wir natürlich darauf hoffen, dass die hellen Momente überwiegen. Irgendwann. Ich glaube ganz fest daran.
Bis zum nächsten Reisebericht, 
Anna 

 

Alle Dinge sind schwierig, bevor sie einfach werden…

Wir sind wieder mit dem Bautrupp und den Zockerladies eine Woche vor Ort in Bucov. Gemeinsam bauen wir Dächer, erfassen Hunde und schauen, dass es den Hunden, die dort untergebracht sind, halbwegs gut geht. 

Wie jeden Morgen sind wir auch heute zeitig aus der Pension aufgebrochen, haben kurz im Supermarkt gefrühstückt und sind als gesammelte Mannschaft dann losgefahren. Auch heute wieder sehr heiß, teilweise hatte die Sonne schon die Wirkung eines Brennglases.  Wasser haben die Hunde mittlerweile alle sehr zuverlässig, bei den freilaufenden Hunden muss man aber noch schauen und ich habe einige Wasserstellen errichtet. Sie gehen sonst leer aus. Heute morgen wurde leider  wieder eine Mama mit Welpen abgegeben. Anscheinend ist dafür gerade Hochsaison. Die Babies haben schon die Augen auf und sind wunderschöne Wesen… Die ganze family musste aber erst mal in einem der kleinen Transportwagen im Schatten geparkt werden, weil wir keinerlei Platz frei hatten und uns da erst mal was überlegen mussten…

Hier ist eigentlich keinerlei Platz für neue Hunde, doch täglich werden vor dem Tor die Kisten mit Welpen abgestellt ( wenn die Mama dabei ist, machen wir schon 3 Kreuze..!), täglich fahren die Autos der Hundefänger raus und bringen neue Hunde von den Straßen mit. Teilweise narkotisiert, teilweise sehr aktiv. Das Ausladen der neuen Hunde ist immer noch etwas, was für mich zu einem der schlimmsten Bereiche hier in Bucov gehört. Es ist furchtbar, wie die Hunde an der Fangschlinge kämpfen. Und es ist schrecklich, wie die Hunde sich erst mal halbwegs orientieren müssen. Dadurch, dass wir extra Ankunftskennels haben, müssen die neuen Hunde nicht mehr in die vetkennels, aber auch diese neuen Kennels sind einfach immer voll und dauerbelegt. Diese neuen Hunde müssen alle kastriert und geimpft werden und können dann erst im Shelter verteilt werden. Da wir haben nicht Tag für Tag alle neuen Hunde kastriert bekommen, „stapelt“ sich dadurch natürlich einiges an. So kommen also neue Hunde, die super stressige Stunden hinter sich haben ( Hetzjagd, Eingefangen werden, Transport, Ausladen) zu den Hunden, die vielleicht schon ein paar Tage dort sind und darauf warten, dass sie kastriert werden. Das knallt natürlich immer wieder, weil die Hunde nach einigen Tagen natürlich schon einen gewissen Anspruch auf Futter und Hütten haben…und das auch sehr deutlich machen. Geht man an diesen Kennels vorbei, sieht man in die verlorensten und traurigsten Augen, die man sich vorstellen kann…

Bis dato gibt es aber keine Neuerungen, die diesen dunklen Bereich Vergangenheit sein lassen könnten. Die Stadt besteht nach wie vor darauf, dass die Hunde eingefangen werden. „neuter and release“ Projekte wurden mehrfach vorgestellt, aber bisher nicht akzeptiert. Das heißt, nach wie vor kommen täglich Hunde nach Bucov. Und wir vermitteln natürlich nicht so viele Hunde vor Ort und nach Deutschland, als dass sich die Zahl der Hunde einpendeln würde. Dafür ist der geografische Bereich, in dem gefangen und nach Bucov gebracht wird, viel zu groß.  
Als ich das Ausladen der Hunde dort heute beobachtete, war ich wieder fix und foxy, weil ich weiß, wie furchtbar diese Situation für die Hunde sein muss. Das zu beobachten, raubt einem kurzzeitig das Bewusstsein dafür, was alles schon so gut hier ist. Ich kann nicht sagen, dass die Hundefänger extra brutal sind, aber einen Hund aus dem Auto auszuladen, der da gar keine Lust drauf hat und völlig panisch ist und alles an Gegenwehr einsetzt, was möglich ist, ist ein einziger Kampf… Ich stand in einem Kennel, der den Ankunftskenneln sehr nah ist und konnte alles gut beobachten. Ich war traurig, frustriert, weil uns keine bessere Lösung einfällt, und stand dort ein wenig planlos rum,  als mich TEDD hat meiner Hand berührte. Ein kräftiger Rüde, den ich schon länger kannte, den wir bis heute nicht vermittelt haben. Es war kurz so, als ob er mir mitteilen wollte: „Hallo Frau, guck doch zu mir…Mir gehts doch eigentlich ganz gut….“ Ein besonderer Moment, der dennoch sehr traurig war. 

Nach dieser kurzen „Auszeit“ ging es im Akkord weiter. Dächer bauen, Hütten sauber machen, Hunde erfassen…. Es sind so viele, und für viele haben wir gar nicht richtig Zeit. Es fängt auch langsam bei mir an, dass ich mich nicht mehr an die Hunde erinnern kann, die ich am ersten Tag kennengelernt habe. Ich glaube, das Gehirn schaltet langsam ab und schont sich damit selber. Sonst könnte man hier keine Nacht mehr schlafen und würde überschnappen. Aber dafür haben wir ja unsere Listen, wo alles fein säuberlich notiert wird. Es geht hier einfach auch darum, ökonomisch zu arbeiten, und in kurzer Zeit das Beste für den Großteil der Hunde rauszuholen. Individuelles Trara ist da eher nur bedingt möglich und einfach nicht umsetzbar. Wenn man dann so viele Stunden immer wieder darüber entschieden hat: Ok, den erfassen wir, den Hund werden wir nicht erfassen…. – ist es eine kurzzeitige seelische Erholung, wenn man Pause macht und kurz bei den Tierärztinnen Catalina und Irina sein kann. Denn dort zählt das Individuum. Für jeden wird gekämpft, jeder wird versorgt, den sie unter ihre Pflege genommen haben. Catalina kämpft gerade um das Leben eines kleinen Welpen, dem es gar nicht gut geht. 

Vielleicht mögen Außenstehende nun sagen: Greift euch mal an den Kopf, da sitzen so viele, warum verbringt man so viel Zeit mit nur einem Welpen, der es vermutlich eh nicht schafft…? Ich muss zugeben, dass es für mich anfänglich auch ein wenig befremdlich war, wie sehr die Ladies hier um Einzelne kämpfen. Aber nach mehr als 20 Rumänienbesuchen weiß ich zwei Dinge: Unsere Tierärzte sind einfach unfassbar großartig und so viele Hunde, bei denen ich dachte: Puh, das wird wirklich schwer werden, dass der oder die es packt… – haben es geschafft und sind jetzt glücklich vermittelt und….ja, das große UND….
Man braucht das einfach für seine Seele. Man muss das Gefühl haben, dass man auch für den Einzelnen erfolgreich kämpfen kann. Würde man diese Möglichkeiten nicht haben, und Einzelschicksale nicht an sich heran lassen, dann würde das hier eine Massenabfertigung werden, die nicht gut ist. Daher hat auch jeder Hunde bei uns einen Namen… Das war uns sehr wichtig, und das ist auch den Ladies vor Ort wichtig. „Please, choose a name!“ – Das ist das, was wir hören, wenn wir wieder mit einem Notfall angerannt kommen und bei den Tierärztinnen um Hilfe bieten… Sie wollen einen Namen wissen, damit sie denjenigen kennen, für dessen Leben sie sich einsetzen.

Und das ist auch das, was man immer wieder in den Vordergrund stellen muss und wo sich leider auch die Schwierigkeiten und die Dramen entwickeln. Man muss die Augen offen haben und die Einzelschicksale erkennen. Man muss sich, trotz der Masse an Hunden, immer wieder fragen:

Was bedeutet das für diesen einzelnen Kerl, der dort gerade völlig depressiv und abgeschlagen in der Hütte liegt…?
Was bedeutet es für diesen Welpen, der nun ohne Mama ins Shelter abgeliefert wurde und provisorisch in der Holzkiste sitzt?
Was bedeutet es für diesen Staffi, der in seinem kleinen Kennel bis an den Tag x hier hocken wird, weil wir ihm keine Chancen ermöglichen können?
Was bedeutet es für den völlig hyperaktiven, dauerkläffenden und hysterischen Hütehundmix, der alle anderen in seinem Kennel zusammenprügelt, weil er so verzeifelt ist?

Das sind die Fragen, die schmerzen, die weh tun… Denn es ist klar: Egal wie gut wir das hier gestalten, wie viele Hütten wir bauen und Dächer errichten. Egal wie viel Geld wir für Futter und Medikamente haben…Für manche Hunde ist es einfach eine riesen Qual. Und das wird immer so bleiben.  Diese Dinge sind schwierig und zäh, sie sind hart zu verdauen und hinterlassen ein mulmiges Gefühl. Wir haben schon so viel geschafft, aber das bedeutet nicht, dass es für jeden Einzelnen besser wird…

Die Dinge sind immer schwierig, bevor sie einfach werden. 

 

Man erntet, was man sät…

Wir sind wieder mit dem Bautrupp und den Zockerladies eine Woche vor Ort in Bucov. Gemeinsam bauen wir Dächer, erfassen Hunde und schauen, dass es den Hunden, die dort untergebracht sind, halbwegs gut geht.  

Tag 3 in Bucov und es war wieder richtig gutes Wetter heute. Heute morgen habe ich Detlef erst mal seinen alten Kumpel PALERMO gezeigt, den Detlef schon für tot empfunden hatte, weil er ihn jetzt mehrere Tage nicht sah. Dabei ist PALERMO einfach ein wenig mit seiner Hundegruppe umgezogen. Der alte Mann sieht gut aus, das Fell ist dicht…Klar merkt man, dass er in die Jahre gekommen ist, aber er hält sich gut!

Auch für uns ging es direkt weiter in die Kennels, aktuell sieht es ganz gut aus und wir scheinen alles zu schaffen. Auch mit Irina habe ich schon einen Termin ausgemacht, wann wir uns die Hunde in den vetkennels anschauen. Dort sind wir auf die Angaben der Tierärztin angewiesen, denn sie kennt die Hunde genau und weiß, warum sie dort sind. Da es in den Vetkennels dunkel und laut ist, müssen wir alle Hunde raustragen, was ein größeres Unterfangen ist und wir dafür einfach mehr Zeit brauchen.

Anke hat wieder non stop Kies gefahren – eine echte Knochenarbeit…Sie ist so unfassbar fleißig und fährt Stunde um Stunde ihre Kieskarren…Riesen Lob!!

Heute durften die Männer sogar das Elektrofahrzeug des Shelters benutzten, Premiere….Es machte die Arbeit so viel leichter. 

Gestern kam Lady Badicu zu mir, eine ältere Dame, die schon länger vor Ort auch aktiv ist und einige Kennels betreut. Bisher hatte sie es abgelehnt, dass wir auch „ihre“ Hunde vorstellen und Fotos dort machen. Sie war sich nicht so sicher, was mit den Hunden passieren wird und hatte eine Adoption immer verneint. Lady Badicu gab mir die Hand, sagte, dass sie uns ja nun schon öfters hier gesehen hat und Aniela und Mihaela ihr immer die Fotos der vermittelten Hunde zeigen. Sie hätte sich nun auch dazu entschieden, dass wir auch ihre Hunde zur Adoption vorstellen durften. Dann ging sie wieder und ließ mich ein wenig stumm dort stehen… Ich freute mich natürlich riesig über diesen Fortschritt, der für Außenstehende vielleicht nicht so riesig wirkte, wie auf mich. Aber teilweise sitzen ihre Hunde über 5 Jahre dort, die Zwinger von ihr sind immer sehr sauber und die Hunde bekommen ab und an spezielles Essen von ihr, aber Langeweile und Eintönigkeit herscht auch bei diesen Hunden…

Dass diese Dame nun auf uns zukam und sich zu diesem Schritt entschieden hatte, dass wir die Geräte des Shelters nutzen dürfen, zeigt uns: Es macht sich bezahlt, dass wir niemals gegen irgendjemanden dort gerarbeitet haben. Dass wir uns nicht ständig darüber beschwert und aufgeregt haben, was alles dort nicht geht und wie blöd doch alles ist. Es macht sich bezahlt, dass wir alle Gäste, die wir mit nach Bucov genommen haben, immer darauf hinwiesen, dass wir mit allen höflich dort umgehen, dass wir uns an die Regeln dort halten und dass wir uns einfach benehmen. Wir machen dort unsere Arbeit und versuchen den Leuten dort deutlich zu machen, dass wir helfen und die Lage verbessern wollen. Wir wollen niemanden anschwärzen, oder vorführen, oder das Tierheim schlecht machen. Früher mussten wir jeden Tag spätestens um 15 Uhr die Bühne dort räumen, mittlerweile dürfen wir so lange dort sein, wie wir wollen… 
Es ist nicht nur hier so, es ist eigentlich in sehr vielen Fällen die Regel, dass man das erntet, was man sät. Und durch Missmut, Ärger, schlechte Luft und Unfreundlichkeit, erreicht man prinzipiell gar nichts. Wie oft hört man, dass die Rumänen Schuld sind, dass sie schlecht mit ihren Hunden umgehen, dass sie faul sind, dass sie sich nicht kümmern? Dass die Hundefänger alles Sadisten sind und Hunde quälen. Es wird aktiv Stimmung gegen die Menschen gemacht, die die Hunde betreuen, die uns am Herzen liegen. So oft ist Tierschutz damit verbunden, dass man Menschen schlecht macht und Verantwortliche sucht. Das ist auch zum Teil natürlich bitter nötig und auch richtig. Aber gerade im Auslandstierschutz gibt es eine unfassbare Pauschalisierung, was die Schuldigkeit angeht. Man kann keinen Tieren helfen, wenn man die Menschen nicht mit einbezieht. Das ist der leider absolut falsche Weg. Und auch heute gab es so viele kleine Situationen, die klar machten, dass das Miteinander zählt…
Die Tage über war ein Hund aus einem Kennel abgehauen, der wohl alles andere als nett sein sollte und den alle gerne wieder in seinem Kennel zurück hätten. Die Tage zuvor hatte ich aber diesen Hund gestreichelt ( ich wusste nicht, dass er auf der roten Liste stand… ;-)) und war ein wenig besorgt, dass man nun mit Druck versuchte, wieder in den Kennel zu bringen. Ich bat dem Chef der Hundefänger an, dass ich helfen würde und ihn in seinen Kennel zurückbringen würde… Man belächelte mich zwar etwas, aber als ich den kauzigen Kerl an seinem Halsband in den Kennel brachte, waren alle schnell still und man bedankte sich bei mir per Handschlag. Solche Situationen zeigen, dass diese Sensibilität und Aufmerksamkeit im mitmenschlichen Umgang absolut wichtig ist, damit man vor Ort weiter kommt. Ich begrüße grundsätzlich alle Mitarbeiter dort mit einem „Salut!“, was immer erwidert wird. 

Vielleicht fangen wir also gerade an und sammeln ganz vorsichtig die ersten Früchte unserer Arbeit ein… 

Auf dem Gelände des Shelters hängen die Obstbäume schon dick mit Früchten und die ersten Kirschen kann man schon essen. 

Heute am späten Nachmittag habe ich noch eine kleine Runde gedreht und so viele Hunde konnten schon den Schatten durch unsere Dächer genießen. Morgen haben dann auch endlich die Hunde der Kennels 50-58 jede Menge Schatten und müssen sich nicht mehr in eine schmale Ritze drängen.  Ein gutes Gefühl und wieder eine kleine „Ernte“…

Irina war heute auch wieder stundenlang im Einsatz und hat vor allem neu ankommende Hunde versorgt, die leider auch voller Zecken von der Straße zu uns in Shelter kommen. 

 

Morgen werden wir eine kleine schwarze Hündin scheren, die völlig verfilzt ist. Irina wird ihre Scherrmaschine mitbringen, mit der Schere heute haben wir nach 5 min aufgegeben…:) Sie heißt nun RABEA und wir hoffen, dass es ihr morgen dann sehr viel besser geht!

Wir machen nun weiter mit unseren Listen und planen auch noch den Transport fertig, der diese Woche noch starten wird…
Müde Grüße aus Ploiesti! 🙂

So weit die Füße tragen…

Wir sind wieder mit dem Bautrupp und den Zockerladies eine Woche vor Ort in Bucov. Gemeinsam bauen wir Dächer, erfassen Hunde und schauen, dass es den Hunden, die dort untergebracht sind, halbwegs gut geht. 

Nach dem gemeinsamen Steh-Schnell-Frühstück am Supermarkt sind wir gemeinsam nach Bucov aufgebrochen. Die Sonne schien, es waren bereits um 7:45 Uhr 19 Grad und es war klar: Heute wird es heiß. Die Männer sind direkt zu ihrer Baustelle zurück gekehrt und konnten aufgrund des Wetters super voran kommen! Die Kennels von gestern sind nahezu fertig, Markus und Renee haben heute die Metalldächer noch installiert. 

Die anderen Männer haben in der 50er Kennel Reihe mit dem Ständerwerk für weitere Dächer angefangen und heute Abend war auch das schon ziemlich weiter fortgeschritten. Beim Bautrupp läuft es also ausgezeichnet. Auch die angestellten Arbeiter packen zeitweise mit an, was natürlich den gesamten Prozess nochmal beschleunigt. 

Das kleine elektro. Tierheimfahrzeug darf auch mitbenutzt werden.

 

 

self made storage… 🙂

Anke und Daniela haben weiter Hütten sauber gemacht und Schubkarre für Schubkarre noch Kies gefahren. Ein Bärenjob bei der Wärme…Danke Ladies!!

Wir Erfasser-Teams haben weiter Gas gegeben, gestern hatte uns der Regen ein wenig zurückgeworfen, heute haben wir quasi von 8:30 Uhr – 17:30Uhr durchgearbeitet… Jetzt klingeln uns die Ohren und wir haben wieder so viele tolle Hunde getroffen…Heute haben wir immer wieder darüber gesprochen, dass man in so einem totalen Zwiespalt hängt. Natürlich möchte man jedem Hund die Chance geben, sich ein wenig zu entspannten und ihn nicht gleich aufgeben, wenn er noch in der Hütte hocken bleibt…Aber natürlich ist unsere Zeit hier begrenzt und wir können nicht ewig warten, denn so viele Kennels warten noch… In manchen Kennels sind teilweise 20 tolle Hunde und man braucht dort doch dann einiges an Zeit, bis man alle kenenngelernt und erfasst hat…

Was mir immer wieder bei diesem Besuch auffällt….Die Pfoten der Hunde…Sie erzählen teilweise ganze Geschichten. Gerade die älteren Hunde haben total durchgetretene Füße, die Krallen dick und lang, Wolfskrallen, die sich schon eingerollt haben…Das ist ein mittelschweres Drama, weil wir können nicht jeden Hund narkotisieren, um ihm die Krallen zu schneiden. Und einem Hund, der nullkommanull Lust auf Kooperation hat, die Krallen zu schneiden, ist ein Unterfangen, was durchaus blutig ausgehen kann…

Wo werden diese Pfoten schon überall rumgetigert sein? Wie viele Schritte mögen sie schon hinter sich gebracht haben? So abgenutzt und verbraucht wie die Pfoten der alten Hunde aussehen, so jung und unbenutzt sehen die der Welpen aus. Am liebsten würde man manchem kleinen Hundekind versprechen, dass es niemals die Pfoten auf diesen leider sehr schwierigen Boden in Bucov setzen muss, aber das können wir nicht. 

Das mittelschwere Welpendrama ereignete sich heute. Früh am Mittag wurde eine Box mit 8 relativ kleinen Welpen vor der Tierheim Tür gefunden, circa eine Stunde später stand eine säugende Mutter mit 8 weiteren Welpen vor der Tür, diese waren schon ein wenig älter.. Somit musste mal wieder improvisiert werden. Natürlich ist in Bucov nicht ein einziger Kennel leer, so dass erst mal Platz geschaffen werden musste. Ein kleiner Zwinger wurde nun komplett freigemacht für die Mama und wir hofften, dass wir ihr auch die 8 kleineren Welpen dazusetzen konnten, denn sie wären ohne Milch völlig verloren und nein: Hier kann niemand 8 Welpen mit der Flasche großziehen. Aniela hat gerade 3 Saugwelpen bei sich Zuhause, mehr geht einfach nicht…:(

Die Mama…so tapfer.
Das neue Zuhause.
Das erste Mal Welpenfutter…
Die Mama wird zum Gehege gebracht.
Erst mal trinken…
Ein harter Start in Bucov.
Alle müde, Mama ganz nett mit allen.

Unsere erste Sorge war unbegründet, die Mama machte das ganz toll.  Für die diese Großfamilie ist es nun ein neuer Start, die Chancen sind nicht einfach auszumachen. Man muss sehen, wie die kleinen Welpen das Umfeld verkraften, wie sie die Impfungen überstehen und Kraft für diese erste schwere Zeit finden. Auch bei ihnen bleibt abzuwarten, wohin sie ihre kleine Füße tragen werden… Vor Ort versuchen alle ihr Bestes, damit ihr Weg gut weitergehen kann. 

Aniela hat heute zusammen mit Ionuts noch in vielen Kennels Simparica verteilt, wir hatten euch ja gestern von der Zecken und Hautproblematik berichtet…Aktuell haben dieser Viecher leider ihre Hochzeit…

Heute Abend spät waren Melanie und ich noch in relativ abgelegenen Kennels, die von Mihaela betreut werden. Und dort haben wir wieder so viele tolle Schätze gefunden…Ich vergleiche das ja immer mit Goldsuche…Man zieht los, weiß nie genau, was einen erwartet und dann gräbt man, klettert in jeden Winkel, schaut in jede Hütte und wird so oft sooo positiv überrascht von Hunden, die quasi nur darauf gewartet haben, dass endlich jemand vorbei kommt und sie kennenlernen möchte…

Wir versprechen den Hunden, dass wir, soweit uns unsere Füße noch tragen, alles dafür tun werden, damit es ihnen gut geht, sie Chancen haben und ein halbwegs gutes Leben führen können…Es ist schwer, es ist noch weit, es wird noch viele Jahre dauern, aber wir sind auf dem richtigen Weg…

Abendessen. Galeriepflege. Bett. 

So sieht der Rest unseres Tages (Urlaub!!) aus… Gestern Abend habe ich mit allen mal kurz gesprochen, wie es so klappt und geht und wie sich die Zeit hier anfühlt. Alle sind zwar echt platt, aber jeder, der hier ist, weiß, dass er am richtigen Ort ist und dass er seine Zeit richtig investiert. Auch wenn es natürlich Urlaubszeit ist, in der man auch am Strand mit Buch liegen könnte. Aber daran denkt hier gerade niemand. Hier wird geplant und kalkuliert, was alles noch machbar und umsetzbar ist in dieser einen Woche… tolles Team!