Aktuell gibt es wieder einige wilde Behauptungen bezüglich des Tierheims in Baile Herculane.
Wir möchten zu den angesprochenen Punkten einmal sachlich Stellung nehmen, weil durch die aktuellen Posts und deren Interpretation plus eine wahnsinnig aufgeheizte Kommentarspalte leider ein Bild entstanden ist, das so nicht den tatsächlichen Gegebenheiten in Baile Herculane entspricht.
Zunächst zu Floh und Faruk – diese beiden werden immer als Beispiel genommen, um die Verwahrlosung des Tierheims darzustellen.
Floh ist kein Hund, der aufgrund mangelnder Versorgung plötzlich abgemagert ist. Bei ihm bestehen Stoffwechselerkrankungen, die dazu führen, dass er dauerhaft sehr dünn bleiben wird. Er war bereits in tierärztlicher Behandlung bzw. in der Klinik und wird entsprechend beobachtet und versorgt. Seine körperliche Verfassung ist also nicht mit einer fehlenden Fütterung gleichzusetzen.
Auch Faruk wird nicht einfach sich selbst überlassen. Er wird zusätzlich gefüttert. Die Situation ist allerdings nicht so einfach, wie es von außen manchmal dargestellt wird. Faruk ist nicht mit allen Rüden verträglich und kann deshalb nicht ohne Weiteres einfach in eine andere Gruppe umgesetzt werden. Eine solche Umsetzung muss unter Berücksichtigung der Verträglichkeit und der Sicherheit der anderen Hunde erfolgen. Genau deshalb wird er gezielt zugefüttert.
Grundsätzlich muss man bei Baile Herculane auch berücksichtigen, dass immer wieder neue Hunde aufgenommen werden, die bereits in einem sehr schlechten körperlichen Zustand von der Straße kommen. Diese Hunde werden erfasst, tierärztlich beurteilt und entsprechend versorgt. Dass ein neu aufgenommener Hund zunächst sehr dünn ist, bedeutet nicht automatisch, dass er im Shelter nicht versorgt wird. Viele dieser Hunde sind bei ihrer Aufnahme bereits stark abgemagert.
Genau diese Hunde sind auch in unserer Galerie entsprechend zu sehen und werden häufig bewusst öffentlich vorgestellt, damit sie möglichst schnell gesehen und vermittelt werden können.
Deshalb möchten wir auch ganz deutlich sagen: Bei Baile Herculane handelt es sich nicht um eine „Hundehölle“.
Durch die aktuelle Darstellung entsteht leider erneut ein Bild, bei dem aus einzelnen Notfällen die generelle Versorgungssituation im Shelter in Frage gestellt wird. Das halten wir für nicht gerechtfertigt.
Natürlich gibt es in einem Shelter mit mehr als 500 Hunden immer wieder Notfälle. Es wird kranke, verletzte, alte, schwache und neu aufgenommene Hunde geben, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. Das lässt sich bei dieser Größenordnung niemals vollständig verhindern – auch nicht durch ein sehr engagiertes Team. Manchmal übersieht man auch einen Hund, einen Notfall… auch das kann passieren.
Entscheidend ist, wie mit diesen Fällen umgegangen wird.
Und hier ist das Vetteam in Baile Herculane sehr gut aufgestellt. Notfälle werden erkannt und behandelt, und wir stehen mit dem Team regelmäßig im Austausch. Ein aktuelles Beispiel ist Baraq mit seiner schweren Kopfwunde. Auch die deutschen Tierärzte, die ihn jetzt in Deutschland behandeln, haben sich sehr positiv über die Versorgung und die Arbeit des Teams geäußert.
Auch die Versorgung mit Futter ist gewährleistet. Futter ist vorhanden und wird von uns finanziert. Es gibt keinen Grund für die Behauptung, die Hunde würden ohne die Anwesenheit deutscher Volontäre nicht ausreichend versorgt oder müssten gar verhungern.
Unsere Aufenthalte vor Ort haben einen wichtigen Zweck: Wir unterstützen, kontrollieren, dokumentieren, helfen bei medizinischen Fällen, fotografieren und filmen die Hunde, erkennen Veränderungen und können bei bestimmten Hunden gezielt unterstützen. Aber daraus abzuleiten, dass die Hunde ohne unsere Anwesenheit grundsätzlich nicht versorgt würden, ist eine völlig andere Aussage – und dafür gibt es keine Grundlage.
Wir investieren im Gegenteil sehr viel in Baile Herculane. Der derzeitige Umbau und die Erweiterung des Vet Houses sind nur ein Beispiel dafür. Dazu kommen weitere Investitionen und laufende finanzielle Unterstützung für Futter, medizinische Versorgung und die Infrastruktur.
Dass wir Notfälle öffentlich machen, hat ebenfalls einen ganz konkreten Grund: Wir wollen für diese Hunde möglichst schnell Hilfe, Aufmerksamkeit und im besten Fall ein Zuhause finden. Ein Notfallpost bedeutet nicht, dass ein Shelter insgesamt nicht funktioniert. Er bedeutet zunächst einmal, dass ein bestimmter Hund besondere Hilfe benötigt.
Und solche Notfälle wird es bei über 500 Hunden immer geben.
Wir können und wollen selbstverständlich kritisch hinschauen. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Hunde sehr ernst und würden Missstände nicht ignorieren. Genau deshalb sind wir regelmäßig vor Ort, stehen mit den Verantwortlichen und dem Vetteam im Austausch und investieren kontinuierlich in die Verbesserung der Bedingungen.
Was wir allerdings nicht akzeptieren können, sind pauschale Behauptungen oder Darstellungen, die aus einzelnen Fällen ein generelles Bild von Vernachlässigung oder fehlender Versorgung in Baile Herculane entstehen lassen.
Auch Aussagen wie „Hundehölle“ sind aus unserer Sicht weder sachlich noch hilfreich. Sie werden der tatsächlichen Situation, der Arbeit der Menschen vor Ort und auch den vielen Hunden, die dort versorgt werden, nicht gerecht.
Wir werden weiterhin genau hinschauen, Notfälle versorgen lassen, notwendige Maßnahmen finanzieren und dort investieren, wo Verbesserungen notwendig sind.
Denn dass uns das Projekt Baile Herculane und vor allem die dort lebenden Hunde sehr wichtig sind, zeigt sich nicht zuletzt an den erheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwendungen, die wir dort dauerhaft leisten.
Unser gemeinsames Ziel sollte sein, Probleme konkret zu benennen und Lösungen zu schaffen – und nicht durch zugespitzte Darstellungen immer wieder eine „Sau durchs Dorf zu treiben“, die bei genauer Betrachtung so nicht existiert.

