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Vorgestern haben wir euch ja vier arme Geschöpfe gezeigt, die am Rande ihrer Kraft waren.
Sie sind seit gestern in der Klinik. Seitdem erreichen mich immer wieder Nachrichten, wie furchtbar dieser Zustand ist, dass man ihnen sofort helfen muss und sie raus aus RumĂ€nien mĂŒssen.

Bitte ein wenig um Entspannung!
Dass sie sofort auf eine deutsche Pflegestelle mĂŒssen.NatĂŒrlich bekleckert sich niemand mit Ruhm, wenn aus einem Shelter, in dem man seit Jahren aktiv ist, solche Hunde hervorkommen. DĂŒnn, kahl, fix und fertig. Wir haben in Bucov aber 3500 Hunde, und es kommt immer wieder, dass man in den HĂŒtten Hunde findet, die so aussehen. Bei ĂŒber 300 Kennels gibt es dort den ein oder anderen. Und ja: Manche finden wir nicht rechtzeitig, sie versterben vor Ort, was brutal ist und wirklich wehtut.
Aber niemand dort von unserem Team hat dort Zeit, jeden Tag in jede HĂŒtte zu schauen. Die Angestellten sind angehalten das zu tun, aber sie tun es nun halt nicht tĂ€glich…
Umso mehr freuen wir uns, dass diese 4 sicher untergebracht sind. Und wenn wir von einer Klinik sprechen, ist das keine nassfeuchte Spelunke mit Wackellicht. Es ist eine Praxis, mit der wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Dort muss jetzt erst mal geschaut werden, dass alle 4 zunehmen. Jeder hat dort seine Box, es ist warm, man schaut nach ihnen, die Wunden werden versorgt. Atmen bitte…
An eine Ausreise nach Deutschland ist in keinster Weise zu denken aktuell. Jeder Hund muss vorab als transportfÀhig erklÀrt werden und wenn ihr euch die Geschöpfe anschaut, ist auch jedem Nicht-Mediziner 4000 km weitweg klar: Die können so nicht reisen.
Ich wĂŒrde mir bei all diesen schlimmen Fotos dennoch etwas mehr Ruhe, Fokus und Vertrauen wĂŒnschen. Auch in RumĂ€nien kann man Hunden helfen, sie medizinisch versorgen und sie pĂ€ppeln. Auch dort vor Ort kann sich ein Hund wohlfĂŒhlen und manche von unseren Shelter Hunden finden auch vor Ort ein tolles + liebevolles Zuhause.
Das ist auch das langfristige Ziel, was wir alle verfolgen: Wir machen es vor Ort so, dass es den Hunden gut geht, sie Chancen und Perspektiven haben und wir eines Tages nicht mehr gebraucht werden. Ich weiß…ein langer Weg!
Aber dieses Vertrauen in die Klinik, ihnen diese NotfĂ€lle zu ĂŒbergeben, ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Schritt.

Klar kann man dieses schwarze Schaf „RumĂ€nien“ gut ausschlachten und damit Tierschutz-Dramen aufbauen. Man kann damit – gerade mit solchen Notfall Bildern – viel Geld sammeln und viele Emotionen anfachen.
Geld sammeln mĂŒssen wir auch, das ist kein Geheimnis. 300€ pro Hund in der Klinik sind so erst mal das StartsĂŒmmchen…eventuell kommt da noch etwas dazu.
Aber was wir nicht wollen ist Hysterie, Drama und Hektik verbreiten und schnell, Knall auf Fall, Lösungen herbeischeuchen.
Ich wiederhole mich: Diese Hunde können so nicht reisen. Sie brauchen erst mal Kraft und Energie.
Und das wird kommen….mit der Hilfe der rumĂ€nischen Kollegen, die sich auch eben ganz wunderbar um diese Hunde kĂŒmmern werden…

By the way: Danke an alle, die gestern schon so Gas gegeben haben bei den Gesundheitspaketen fĂŒr die armen FrĂ€tzchen hier…
Viele GrĂŒĂŸe von der Deeskalationsfront.
Anna