Was gibt`s Neues in Baile Herculane?

Wieder durfte eine Reisegruppe Ploiesti hinter sich lassen..

Ihr habt schon mitbekommen, dass wir am Freitag vor Ort viele tolle Hunde wieder startklar gemacht haben, und sie dann nach Deutschland reisen durften.

 

 

Hier seht ihr alle Reisenden:
http://prodogromania.de/…/ind…/geschafft/Ploiesti_11-08-2017

Wir sagen DANKE an unsere Pflegestellen, an unsere Adoptanten und natürlich auch an unsere Ticketspender.

Danke an
den Hamburger Tierschutzverein
das Tierheim Koblenz
Menschen für Tiere Landau
Hundeengel Tiernothilfe
ProVitaAnimale
das Tierheim Andernach
Tierhilfe Lebenswert

Danke, dass ihr das alles möglich gemacht habt!

Tag 6 in Bucov – Knallhart erwischt!

Eine Woche sind wir wieder in Bucov vor Ort, schauen uns an, was bisher wieder passiert ist, welche neuen Hunde in die Vermittlung aufgenommen werden können und welche wichtigen Aufgaben vor dem Winter angegangen werden müssen. Wir nehmen euch wieder mit auf unsere Reise und stellen hier immer einen Tagesbericht ein, der helfen soll, die Gesamtstituation in Bucov besser zu verstehen.

Letzter ganzer Tag für Katja und mich in Bucov, Heute stand ja das weitere Erfassen der Hunde auf dem Plan, was wir auch wirklich bis heute Abend spät durchgezogen haben. Aber dennoch haben wir nicht alle Kennel besucht, ein blödes Gefühl, aber mehr als Vollgas geht eben nicht. 

Tolle Begegnung! Liesel!

Wieder haben wir so viele tolle Hunde getroffen und man ist wirklich in tiefer Demut, wie freundlich man begrüßt wird von vielen, obwohl es völlig verständlich wäre, wenn sie das Vertrauen in den Menschen verloren hätten…

Wir standen gerade mitten im Hundegetümmel, als wir plötzlich durch markerschütternde Schreie unterbrochen wurden…Es ist nicht leicht, die verschiedenen „Stimmlagen“ der Hunde einzuordnen. Teilweise ist es harmloses, gelanweiltes Dauergebelle, teilweise ist es scharfer Alarm und teilweise sind es Schreie, wo man dann aber direkt den Notfall Modus anschaltet, alles hinwirft und Gas gibt, um retten, was zu retten ist…

Solche Schreie waren das…
Wir hatten schnell gemerkt, wo das Getümmel besonders groß war und erkannten drei Kennels schräg gegenüber weiter, dass ein weißer Hund auf einer Hundehütte sass, aber immer wieder an den Zaun gepresst wurde…Andere Hunde sprangen auf die Hundehütte und zerrten frontal an ihm, aber ich konnte mir nicht erklären, warum er nicht dort einfach dort wegging. Ich warf Katja quasi die Kamera zu, bat sie, die Tür zuzumachen hinter mir und rannte Richtung des entsprechenden Kennels. Und dann sah ich es:

Zwei kräftige Hunde, die zusammen in einem Kennel sassen, hatten sich in der Rute des weißen Hundes auf dem Hüttendach verbissen und ließen nicht los, im Gegenteil: Sie rissen und rissen und waren völlig im Rausch. Katja versuchte von der Gegenseite die anderen Hunde abzuwehren und ich überlegt mir unter Adrenalin, was ich jetzt wie mache, damit der Hund nicht seine Rute verliert und nicht frontal Opfer der anderen wird. Ich konnte nicht einfach in den Kennel der beiden Angreifer reinrennen, da war bekannt war, dass sie mit Vorsicht zu genießen sind und ich bin sehr bemüht, gesund aus dem Shelter zu gehen mit zwei ganzen Armen und zwei ganzen Beinen. Niemand war weit und breit zu sehen, die beiden rissen und rissen, der weiße Hund schrie wie am Spieß, alle umliegenden Hunde bellten aufgeregt bis hysterisch, ich war fertig mit den Nerven und sah nur eine Option: Ich musste die beiden attackierenden Hunde so erschrecken, dass sie mit einem Mal die Rute losließen. Es würde nicht bringen, wenn nur einer loslassen würde und dann die Frontalattacke auf mich starten würden. Ich fand einen sehr sehr großen Stein, machte die Zwingertür auf und warf den Stein genau auf die Hundehütte, hinter der die beiden Hunde standen mit der Rute im Maul, Katja hatte parallel in der Zeit die anderen Angreifer erfolgreich zurückdrängen können. Mein Steinwurf war semi erfolgreich, ein Hund ließ von der Rute ab, schoß aber – wie erwartet – direkt frontal auf mich zu. Ich sprang rückwärts aus dem Kennel, knallte gerade noch die Zwingertür zu und blieb eine Sekunde einfach stehen. Erstaunlicherweise hat der andere Angreifer mittlerweile auch von der Rute abgelassen, der weiße Hund schoß quer durch den Zwinger und rettete sich in eine Hütte. Alle anderen Hunde aus seinem Zwinger schoßen hinterher, aber er schaffte es rechtzeitig. Katja und ich weinten beide gleichzeitig. Vor Erleichterung, vor Entsetzen, vor Machtlosigkeit. Wir hockten einfach jeder für sich still im Kennel und sagten gar nichts mehr. Catalina eilte auch zu uns und sah direkt den blutenden Schwanz. Der weiße Hund war völlig am Ende, aber der Schwanz schien noch intakt zu sein, er wurde in einen anderen Zwinger gebracht, Catalina versorgte die Wunde und wir ließen ihn einfach in Ruhe…

Das Opfer wurde in einen anderen Kennel gesetzt zu kleineren Hunden. Der nette Rüde war aber mit der Welt völlig am Ende…

 

Ich war wirklich mal wieder ein Stück fassungslos, wie Hunde auch sein können. Natürlich haben sie hier Stress und es ist für einige einfach zu eng…Aber wenn der Schalter wirklich mal umkippt, haben wir Menschen sehr wenig Chancen, außer man geht das Risiko ein, dass man stark selber verletzt wird. Und für mich ist es immer wichtig, dass bei so einer Reise alle wieder gesund nach Hause reisen. Mir wurde aber auch klar, wie schnell man wirklich in eine brenzlige Situation kommen kann und wie schnell man dann entscheiden muss, was jetzt Sinn macht. Wäre jemand auf die Idee gekommen und hätte versucht, die beiden Angreifer körperlich abzuwehren, hätten wir sicherlich nun jemanden, der schwer verletzt im Krankenhaus liegen würde…Daher sage ich immer allen, die hier mit dabei sind: Gehe in den Zwinger rein, wo du dich gut und entspannt fühlst. Wenn du am Zaun schon merkst, dass dir da der ein oder andere Hund nicht ganz koscher erscheint, dann bleibe bitte draußen. Hunde erkennen sofort, wenn jemand unsicher am Zaun steht und dann kann der ein oder andere schon mal auf blöde Gedanken kommen…Und: Gruppendynamik. Immer wieder beobachtet man das, wenn Hunde Stress haben, einer in die Ecke gedrängt wird: Die Hunde formieren sich wirklich zusammen und dreschen völlig ungehalten auf das Opfer ein. Egal, ob sie vorher friedlich zusammen gehockt haben. Es kann so schnell kippen…Gerade wenn Ressourcen im Spiel sind. 

Nachdem Katja und ich den Stress verdaut hatten, machten wir mit dem Erfassen weiter…aber der Schock wirkte noch ganz gut. 

Als wir in Zwinger Nummer 87 standen, und alles aktuell ziemlich ruhig schien – es war auch wieder fantastisch heiß heute und auch die Hunde machen dann Siesta – fiel Katja im Nachbarkennel ein Hund auf, und sie fragte, ob es normal ist, dass da einer so entspannt in der Ecke auf der Seite liegt. Entspannt auf der Seite liegen? Bucov? Nein – sehr untypisch, Hunde liegen entspannt auf der Seite, wenn sie sich sehr sicher fühlen und wirklich abschalten. Das macht hier keiner in Bucov, der nicht völlig entkräftet und fertig ist. Katja und ich packten also zügig wieder unsere Sachen ein, gingen zu Kennel Nummer 84 und schauten uns den Hund, der sich als Hündin entpuppte, genauer an. Atmung flach, Lefzen blaß, Hals total nass und rot… Die Hündin schien im Schockzustand zu sein, sie war nicht ansprechbar und zeigte keine Reaktion auf unsere vorsichtigen Berührungen. Mir war klar: Wieder jemand, der gebissen und attackiert wurde und durch den Zwinger geschleift worden war. Furchtbar…sie war so zart und lag dort im Staub und in den Kieselsteinen. Aber mir fielen die vielen Fliegen an ihrem Bauch auf und als ich sie verscheucht hatte, sah ich: Ihre Kastrationsnaht schien offen zu sein und …. im Bauchraum befanden sich Maden. So etwas hatte ich auch noch nicht live erlebt und mir wurde anders. Ich schickte Katja loß, damit sie schnell Irina holte, denn ich wusste ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Hündin transportieren sollte. Hals voller Blut, offene Wunde, Bauchraum voller Maden, sie im Schockzustand. So etwas hat man irgendwie nicht oft. Und ich war überfordert. Irina kam sofort, schaut sich das Elend an und war auch sichtlich getroffen. Sie nahm sie vorsichtig hoch und die Hündin ließ alles mit sich geschehen. Als wir am Vetgebäude ankamen, wurde die Hündin sofort an den Tropf gehängt, sie bekam Schmerzmittel, Irina entfernte die Maden, desinfizierte, spülte, reinigte und spritze noch einige andere Dinge…Katja und ich waren beeindruckt, wie routiniert und sicher Irina mit dieser Situation umging, wie sie die Hündin anfasste und ihr gut zusprach. Irina hat leider keine großen Hoffnungen, denn ihre Erfahrung ist, wenn Hunde in diesem komatösen Schockzustand sind, sind sie nur schwierig wieder ins Leben zu holen.  Wir fragen morgen nach ihr…:(

Erste Hilfe im Flur…

 

Katja und ich gingen völlig fertig und entkräftet zurück in die Kennels. All die positiven Dinge der letzten Tage verschwanden irgendwie in diesem Moment. Katja hatte an diesem Tag die volle Breitseite Bucov abgekriegt und es tat mir leid, dass ich ihr da nix erklären oder verständlicher machen konnte. Es war so, es ist so, es passiert so viel. Wir sind in vielen Dingen einfach machtlos. Es wird immer Beißereien geben und es gibt immer Sieger und Verlierer. Man kann nicht immer direkt alle schwachen Hunde selektieren. Oftmals ändern sich die Rollen der Hunde schnell, man blickt es nicht immer und man kann nicht immer präventiv handeln. Das funktioniert dort nicht.

Die Sonne knallte immer noch, die Arbeiter waren bis auf den Pförtner schon gegangen, nur die zwei Männer für die Wasserverteilung liefen übers Gelände. Es kehrte wieder Ruhe ein. 

Wir machten eine Pause, saßen zwischen den kleinen Welpen und den Sorgenkinder von Irina. Mir wurde so eindeutig klar, was wir da für einen wunderbaren  Menschen in Bucov stehe haben…Irina steht jeden jeden Tag in Bucov, sie kennt alle Hunde, sie kennt ihre Schätze,  ihre Sorgenkinder und ihre großen Jungs. Sie spricht ruhig und freundlich mit allen Hunden, schiebt ihnen Nassfutter und Leckerchen zu, schneidet zu lange Krallen und vergilbtes Fell weg. Sie macht Bucov so viel besser und so erträglicher. Katja und ich sprachen beim Abendessen nochmal darüber, wie das heute gewesen wäre mit der kleinen Hündin ohne Irina…Wir wären völlig hilflos gewesen… 🙁 Durch diese kleinen täglichen Gesten hilft Irina nicht nur den Hunden, Bucov besser zu ertragen, sondern auch uns, die wir nach einer Woche nervlich schon angespannt und einfach fertig sind. Wenn ich Irina kommen sehe, denke ich immer: Gott sei Dank, sie ist da… Tierärztin Catalina musste aus gesundheitlichen Gründen ein wenig kürzer treten und Irina hilft ihr, wo sie kann. Mittlerweile betreut Irina die kompletten vetkennels alleine. Sie kennt jeden Hund dort, weiß seine Geschichte und begleitet sie oftmals durch tiefe schwarze Täler… 

Der kleine Dackelrüde wurde auch ständig durch die Gegend gekickt von anderen Hunden. Irina hat ihn in einer kleinen Gitterbox notfallmäßig untergebracht…

Tja, nun sitzen wir hier. Der letzte volle Tag war sehr erfolgreich was das Erfassen angeht, aber Bucov hat uns heute knallhart und brutal getroffen. Vielleicht wirkt es nur stärker, weil wir müder sind, weil unsere Nerven dünner sind. Aber wir haben heute wieder gespürt, dass egal wie gut die Kennels sind, wie viel Wasser und Futter es gibt…die dicken Tiefpunkte und Zwischenfälle wird es immer geben. Bei so vielen Hunden kann es immer wieder zu solchen Vorfällen kommen und wir werden uns noch öfters machtlos und verzweifelt fühlen. Aber umso mehr bemüht man sich, dass so ein kleines Dackelchen wie oben in dem Bild in ein sicheres Zuhause reisen kann, oder die Hundeomma ohne Zähne entspannt ihre letzten Monate genießen kann. 

Morgen früh sind wir nochmal einige Stunde dort, und der Abschied wird furchtbar werden. Wie immer. Wenn man wieder in die andere Welt fährt. In der man sich Gedanken macht, ob man vielleicht doch besser in den Wald fährt mit den Hunden, und nicht wieder an den Rhein, wo man gestern schon war. Oder man besorgt ist, weil der Hund 4 Stunden später das Futter bekommt als sonst. Oder man sich Gedanken darüber macht, ob man mal wieder den Gehsteig vorm Haus fegen müsste….Jaja…Bucov hat eine andere Problemdimension. Aber wie schön ist es dann, wenn man seine Hunde wieder um sich hat, die abends neben einem auf dem Sofa liegen und nach Vanille duften… 🙂

Danke, dass ihr uns wieder begleitet habt, dass ihr uns so viel Kraft geschickt und Anteil genommen habt. Das hilft hier enorm. Und wenn wir den Notfallruf getätigt haben, weil wir noch eine Notfall Socke hier entdeckt haben, habt ihr alles in Bewegung gesetzt, damit wir eine Lösung finden! 

Danke an Katja, die hier wirklich eine extreme Woche erlebt  und für ihre erste Shelter Rumänien Reise die volle Breitseite abbekommen hat. Du hast dich großartig geschlagen und wir haben zusammen echt viel geschafft. Ich habe wirklich gemerkt, wie dich der ganze Kram hier immer mehr emotional gepackt hat und du nun irgendwie schon mittendrin bist im Rumi-Shelter Virus….Ich hoffe, dass wir eines Tages nochmal zusammen die Köfferchen packen und Liste für Liste füllen werden. 

Wir geben nun Vollgas von Deutschland aus, damit so viele Hunde wie möglich zeitnah in die Galerie einziehen können… Wer gerne auch mal uns begleiten möchte, kann das gerne tun. Gerne könnt ihr uns einfach eine Email schreiben an info@prodogromania.de

Bis bald,
eure Anna 

Filmbericht *Bucov im August 2017*

Aktueller Filmbericht aus dem Shelter „Bucov“ in Ploiesti im August 2017

Anna Langhammer, 1. Vorsitzende ProDogRomania e.V., zeigt die aktuelle Situation in Bucov, was bereits erreicht wurde und welches die nächsten Pläne sind, um die Lebensbedingungen der Hunde, aber auch die Arbeitsbedingungen unserer Tierärzte im städtischen Shelter in Ploiesti zu verbessern.

Danke an das Kamerateam und Christian Lacovache für diesen Film und die Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Tag 5 in Bucov

Eine Woche sind wir wieder in Bucov vor Ort, schauen uns an, was bisher wieder passiert ist, welche neuen Hunde in die Vermittlung aufgenommen werden können und welche wichtigen Aufgaben vor dem Winter angegangen werden müssen. Wir nehmen euch wieder mit auf unsere Reise und stellen hier immer einen Tagesbericht ein, der helfen soll, die Gesamtstituation in Bucov besser zu verstehen. 

Großer Tag heute – Transporttag!
Ich habe schon mehrere Transporttage in Baile erlebt, in Ploiesti aber irgendwie noch nie…Ich war heute morgen sehr gespannt, wie das nun alles ablaufen wird, da einiges zu tun ist.  Heute morgen habe ich erst mal besorgt einen Rundgang gemacht, ob alle da sind und reisen können. Zwar haben wir bis gestern schon alle Hunde durchgecheckt mit den Tierärzten, aber an einem Tag kann in Bucov viel passieren. Sandra Gulla vom HTV hatte ihre 13 Hunde auf dem Schirm, ich habe mich um den ganzen Rest gekümmert, und versucht, vor allem Mihaela nach Kräften zu unterstützen, denn sie hatte sehr viele Hunde auf dem Transport und die letzten Tage waren auch für sie, auch wegen der erneuten Hitze, sehr sehr anstrengend. Ebenso steckte uns auch noch die Campina Aktion in den Knochen. 

Jeder Pass muss erneut geprüft werden.
Manon wartet mit Alexiane aufs Einladen.

 

Hund für Hund wird geholt ( auf dem großen Gelände sind einige Strecken zu bewältigen), Chipnummern werden erneut geprüft, die Tierärzte geben ihr GO, alle Papiere werden gedruckt und geprüft und der Amtsvet, den ich heute kennenlernte und sehr sehr angenehm überrascht war, stempelt und signiert.

Papierkram – absolut wichtig, alles muss stimmen!
Die Ohrmarken bleiben in Bucov. Sie werden entfernt. Das erste sichere Zeichen für die Hunde, dass es nun in eine andere Welt geht…
PASAPORT – Das Tor zur besseren Welt…

Wir haben zwei sehr unsichere Hunde dabei, wovon ich eine Hündin sogar auf dem Arm tragen konnte, die Bestechungsleckerchen die Tage zuvor haben sich wohl ausgezahlt. Als alles nochmal geprüft und gezählt war und die Fahrer startklar waren, rollte der Crafter endlich zum Hoftor, bog links ab und verschwand in Richtung Westen…

Wir waren alle wirklich sehr berührt… Ich erinner mich zu gut, wie ich die kleine LONI ein letztes Mal heute endlich aus ihrem Kennel holen konnte und sie nicht mehr zurück setzen musste. Sie durfte in ihre saubere Box einsteigen und machte es sich direkt bequem. 

Entspannte Stimmung im Transporter, alle Hunde warten geduldig, die meisten sind super entspannt und schlafen…Bucov ist anstrengend, Tiefschlafphasen sind dort eher selten…

Nach dem die Hunde auf die Reise geschickt wurden, hatten wir wieder Zeit, uns vielen anderen wichtigen Dingen zu widmen… Klaus hat nun alle Wasserkarren top in Schuss gebracht, und hat heute noch weitere Reifen besorgt, um das Ersatzteillager aufzubessern. Danke für die Spende, Klaus!

Manon, Helen und Lynn haben weiter die Welpenkennels ausgebessert und Wasser verteilt, während Katja und ich die nächsten kennels erfasst haben. 

Auch heute haben wir wieder richtig nette Hunde kennengelernt… Hier eine ältere Schäfi/Husky Dame…
Bei dem kleinen Mann wurde das Herz von Katja sehr weich…
Netter Schäfirüde aus den vetkennels…

Auch an diesem stressigen Tag ist mir eins aufgefallen, was ich die Tage zuvor eigentlich schon immer mal vermerken wollte. Egal wie stressig es ist ( und ja: Rumänen haben eine andere Definition von Stress als Deutsche….), selbst wenn es richtig rumänisch stressig ist, wie heute, bewahren alle Haltung und Freundlichkeit. Niemand moppert rum, keiner lässt die dünnen Nerven am anderen aus. Man hilft sich hier. Man wird gefragt, wie es einem geht, ob man noch einen Kaffee will. Im Büro der Tierheimleitung, wo der Amtsveterinär alle Dokumente prüft, läuft Musik, die Stimmung ist gut. Selbst die Tierärzte, die immer auch Hochtouren arbeiten, sind immer freundlich. Gerade Irina kann man immer alles fragen, sie ist immer absolut herzlich und wenn man sie braucht, ist sie sofort da. Ich bewundere das sehr. Und ich schätze das hier auch. Vielleicht machen wir Deutschen manchmal auch zu viel Stress in unserem Organisationswahn. Stress, der vielleicht ein Stück weit unnötig ist. 

Heute mussten wir neben Sandra Gulla weitere 4 tolle Menschen verabschieden. Ich habe sie alle nach der intensiven Woche ins Herz geschlossen und ich finde es großartig, dass Klaus, Manon, Helen und Lynn das Abenteuer Rumänien angenommen haben! Es war toll, euch hier zu haben, ihr habt unfassbar geackert und habt, nach dem ersten Schreckschock einfach nur noch rangeklotzt. Es war toll, mit euch abends den Tag Revue passiere zu lassen. Ich habe es als sehr spannend empfunden, wie Bucov auf euch gewirkt habt und wie ihr nach dem ersten Eindruck wirklich den Schalter umgelegt habt und einfach geholfen habt. Ihr habt den Hunden eine gute Zeit geschenkt, und das ist so wichtig. Danke für eure Anteilnahme, danke für euer Lob und eure Mühen, danke dass ihr wieder kommen wollt!

Helen mit einer ganz tollen Schäfimixhündin…
Manon hat Hulk ins Herz geschlossen…
Lynn hat den Welpen eine gute Zeit ermöglicht.

Katja, Stephan und ich werden morgen nochmal richtig ranklotzen, und so viele Hunde kennenlernen, wie nur möglich ist…Es warten noch viele, ich habe schon so viele tolle Gesichter gesehen, aber ich hatte noch keine Zeit sie zu besuchen. Katja und ich haben uns schon mit ausreichender Versorgung eingedeckt, morgen wird es wirklich bis zum bitteren Ende gehen. 🙂

Bis morgen!

Die Hunde brauchen neue Hütten

Nachdem wir nun alle dort waren haben wir eine genau Vorstellung von der Art der idealen Hütten für Rumänien.

Die vor Ort sind teilweise bis vollständig zerstört. Den Winter überleben die Hunde nicht in kaputten Hütten. Somit müssen wir dringend damit beginnen, neue – den Bedürfnissen der Hunde dort angepasste – Hütten zu bestellen.

Eine Hütte kostet (leider – ich traue mich kaum, es zu sagen) 150€.

Wer kann uns bitte helfen dafür zu sorgen, dass die Hunde für die kältere und dann eiskalte Jahreszeit gut gerüstet sind?

Danke von Herzen sagen

Eure

Anna – Gudrun – Patrizia und ca 1.800 Hundenasen.

Hier geht´s zum Spendenbutton

http://prodogromania.de/neue-hundehuetten-werden-benoetigt/

ROXIE soll nicht in Baile Herculane zurück bleiben..

Ein persönlicher Hilferuf unserer Volontärin Lena für Roxie:

Roxie kam völlig verängstigt ins Tierheim. Nach ein paar Tagen Ruhe zeigten meine ersten Annäherungsversuche, dass sie sich anfassen ließ und auch aus der Hand fraß. Als ich mich in den darauffolgenden Tagen mehr mit ihr beschäftigte, haben wir uns schnell angefreundet. Und diese Freundschaft wird jeden Tag stärker, was mir persönlich aber viel Leid bereitet. Meine Zeit hier in Baile Herculane neigt sich dem Ende zu und mir gefällt der Gedanke, sie hier alleine zurückzulassen überhaupt nicht.

Roxie hängt sehr an mir. Sie weint fürchterlich, wenn ich sie alleine zurücklasse, und versucht alles mögliche, um ständig bei mir zu sein. Das heißt u. a. auch, dass sie es sogar schafft, sich durch die kleinsten Löcher der Zwingertüren zu quetschen, wodurch eine große Verletzungsgefahr droht. Zwar lässt sie sich von anderen Menschen ohne Probleme anfassen, reagiert aber etwas ängstlich bei hastigen Bewegungen. Wir kuscheln ausgiebig und ich werde sogar von ihr auch immer dazu aufgefordert Das Bürsten klappt ohne Probleme und auch geht sie schon gut an der Leine.
Roxie hat hier auch eine Freundin gefunden, fremde Hunde sind ihr noch etwas suspekt. Auch zeigt Roxie einen gewissen Beschützerinstinkt bei mir. Sobald Hunde auf mich zukommen, ist sie an meiner Seite und verteidigt mich, obwohl die anderen Hunde nur kuscheln und spielen möchten.

Ich bin momentan ihre Bezugsperson und alle sagen mir hier, wie sehr sie mir traut und dass ich sie unbedingt mitnehmen soll. Das geht leider nicht und das bricht mir das Herz, denn ich bin auch sehr verliebt.

Ich bin mit Sicherheit nicht der erste Mensch für sie und hiermit bitte ich euch, dass ich auch nicht der Letzte bin. Ich habe die schlimme Befürchtung, dass sie sich völlig zurückzieht und ihr Vertrauen zum Menschen verliert, sobald ich nicht mehr da bin. Und das wäre wirklich fürchterlich.

Roxie ist so eine liebe Hündin und sobald sie Vertrauen fasst, ist sie die treuste Begleiterin, die man sich nur vorstellen kann.

Also, wer möchte dieser kleinen Wasserratte, exzellenten Fliegenjägerin und liebevollen Schmusebacke ein Zuhause schenken?

Ihr hättet meinen ewigen Dank!

Hier könnt ihr euch Roxie einmal genauer anschauen:
http://www.prodogromania.de/…/H-n…/H-ndinnen-ab-1-Jahr/ROXIE

Und auch ihre Freundin Lassie. Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn die liebe Maus auch schnell eine Familie findet.
http://www.prodogromania.de/…/H-…/H-ndinnen-ab-1-Jahr/lassie

Bei Interesse oder Fragen schickt einfach eine Mail an info@prodogromania.de.

Danke!

Tag 3 im Hundelager in Bucov

Eine Woche sind wir wieder in Bucov vor Ort, schauen uns an, was bisher wieder passiert ist, welche neuen Hunde in die Vermittlung aufgenommen werden können und welche wichtigen Aufgaben vor dem Winter angegangen werden müssen. Wir nehmen euch wieder mit auf unsere Reise und stellen hier immer einen Tagesbericht ein, der helfen soll, die Gesamtstituation in Bucov besser zu verstehen. 

Pünktlich heute morgen um 9 Uhr haben wir uns mit dem Tierheimleiter zu einem vor Ort Termin in Bucov getroffen. Wir sind gemeinsam über das Gelände gegangen und haben genau nochmal die Dinge fokussiert, die uns in den Tagen zuvor aufgefallen waren. In den vetkennels sollen nun neue Plastikpaletten aufgestellt werden, die leichter als die bisherigen Holzpaletten sind und somit auch besser gereinigt werden können, vor allem auch darunter… Ebenso haben wir besprochen, in welcher Art und Weise ein Arbeitsort für unsere Tierärzte geschaffen werden könnte, denn sie stehen bei Wind und Wetter draußen.  Es ist nun angedacht, dass in der Nähe der Container ein Holzhaus errichtet wird. Wir hoffen, dass dieser Plan bald auch umgesetzt wird.  

 

Vet Bratur war heute auch wieder vor Ort und hat den gesamten Vormittag kastriert. Die Hunde werden aus den Kennels in den Transportwagen zum Vetgebäude gebracht, wo sie dann warten, bis sie narkotisiert werden.  Dicht an dicht sitzen sie dort im kleinen Wagen, alle warten einfach ab…

Wir haben dann bis 13 Uhr weiter Hunde erfasst, danke an Katja und Cindy, mit denen es wirklich fix und gut strukturiert geht. 

Um 13 Uhr haben wir uns mit Catalina, Mihaela und einem Fahrer sowie dem Hundetransporter aus Bucov auf den Weg nach Campina gemacht. Ich hatte Mihaela darum gebeten, dass wir dort einen Termin vereinbaren, damit ich den Ort kennenlerne, von woher wir die Hunde aufgenommen haben, um sie vor ihrem frühzeitigen Tod zu bewahren…
Dort angekommen machten wir erst mal einen Rundgang. Das Gelände ist nicht sehr groß, das Eingangstor ist blickdicht, sehr groß, oben säumt Stacheldraht. Wir haben 4 Kennelkomplexe, Teile davon sind aus sehr gutem Material gebaut, andere sind nur behelfsmäßig mit Maschendrahtzaun umspannt. Die Flächen, auf denen die Hunde leben, sind alle betoniert. Alle Zwinger haben Teilüberdachungen, manche sind ganz überdacht.

Auf dem Gelände steht zentral ein Gebäude, das einen Strom und Wasseranschluss besitzt und komplett gefliest ist. Hier sollte wohl eigentlich der Tierarzt arbeiten können, der Tierarzt dort registriert aber lediglich nur die Hunde, es wird weder kastriert, noch geimpft, noch medizinisch behandelt. Es fehlt das Geld und warum auch – die Hunde werden nach circa 4 Wochen dort getötet. Die Tötung erfolgt nach Angaben des Vize Bürgermeisters so, dass die Hunde narkotisiert und dann umgebracht werden. Wie das genau aussieht, wollte uns niemand mitteilen, uns wurde lediglich der Raum gezeigt, in dem das passiert. Man sagte uns ehrlich, dass es bisher keine anderen Lösungen gibt und man die Hunde nicht stapeln kann und sie dann immer häufiger kämpfen. Es arbeiten dort 4 Leute, 2 davon fahren täglich als Hundefänger raus, um die Straßenhunde in und um Campina einzufangen.  

Die Hunde waren teilweise in sehr schlechten Zuständen. Teile von ihnen waren an Staupe erkrankt, andere hatten klare körperliche Handicaps. Eine kleine Hündin war nahezu kahl, konnte nicht mehr laufen. Schnell war klar, sie hatte die Hüfte völlig gebrochen, Tierärztin Catalina vermutete einen Autounfall. Wir haben auf Anhieb direkt 4 tragende Hündinnen entdeckt, bei einer Hündin fehlte eine Pfote, die Wunde schien sehr frisch. Sehr sehr kleine Hunde saßen in Zwingern mit riesigen Rottweilern, Rüden und Hündinnen waren nicht getrennt, es vermehrte sich alles munter.

Es gab eine Ecke mit Welpen. Hier fanden wir einen Wurf mit mutterlosen Welpen, Augen geschlosssen, sie waren voller Zecken und anderem Getier…Sie schrien, weil sie so Hunger hatten. Mihaela packte sie kurzerhand ins Auto und hat sie noch heute Abend auf eine Pflegestelle gefahren. 

Die Böden dort waren sehr dreckig, die Hundehütten teilweise völlig baufällig, viele bestanden nur aus Brettern. Das Gespräch mit dem Bürermeister ergab zum einen, dass man mit völligen Vorurteilen behaftet ist – das ging von „rumänische Hunde werden in deutschen Tierversuchslaboren eingesetzt“ bis zu „Rumänische Hunde landen in der Suppe in Deutschland“… Das konnten wir durch Mihaelas Hilfe schnell ausräumen. Auch stellen wir fest, dass das Wissen darüber, wie ein Tierheim geleitete und organisiert wird, völlig fehlt. Das gab der Vize Bürgermeister auch sehr offen zu. Sie seien auf externe Hilfe angewiesen, weil sie selber gar keine Ansätze hätten, wie sie das Problem der vielen Hunde lösen könnten. Natürlich fehle auch an allen Ecken das Geld, um etwas zu verbessern, um die Hunde besser zu versorgen…

Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Vize Bürgermeister sehr klar erkennt, dass Töten gar keine Lösung ist und dass man auch Campina so leiten kann, dass es kein hoffnungsloser Ort ist, der für alle Hunde zu Endstation wird.  Ich habe nun alle möglichen Infos und Daten in der Tasche und wir werden gemeinsam ausgiebig im Vorstand besprechen und berechnen. Ich habe vor Ort direkt auch einiges an Ratschlägen gegeben, was sie sofort und ohne Geld gut umsetzen können…

Natürlich sind wir nicht mit leeren Autos zurückgefahren. Zusammen mit Mihaela und Catalina haben wir 45 Hunde ausgesucht, die uns mit nach Bucov begleiten durften.  Hier bedanken wir uns nochmal bei Herrn Sandu, der uns das Fahrzeug bereitgestellt hat und der sofort eingewilligt hat, dass erneut Hunde aus der Tötung Campina nach Bucov gebracht werden dürfen.  Wir haben mediz. Notfälle mitgenommen, tragende Mamas, kleine freundliche Hunde, die eine gute Chance auf Vermittlung haben und  noch ein paar mehr Schätze, die nun in Bucov sind. 

In Bucov angekommen haben direkt alle vor Ort mit angepackt. Alle Hunde wurden mit Ohrmarke gelistet, entfloht ( so viele hatten Zecken und Flöhe…) und dann so aufgeteilt, wie es am besten war. Kranke Hunde in die Vetcontainer, zwei schlimme Notfälle hat MIhaela direkt in die Klinik gebracht, die Saugwelpen auf eine Pflegestelle. 

Ankunft in Bucov
Hundeliste…
Tierärztin Irina spendet Trost….
Alle warten geduldig…

Auf der Fahrt von Campina nach Bucov ging mir einiges durch den Kopf.. Hättest du jemals gedacht, dass du mal aussuchen musst? Dass du Hunde gerne nach Bucov holst? Dass du, wenn man aus dem Transporter auf dem Hof in Bucov aussteigt, daran denkst, dass sie jetzt wenigstens eine Chance haben? Dass Bucov Hoffnung schenkt? Dass wir hier Hunde herholen können, um ein Sprungbrett in ein besseres Leben bieten zu können? 
Nein, hätte ich alles vor zwei Jahren noch gar nicht gedacht. Da dachte ich eher: Bucov, muss man einfach irgendwie überleben, schafft nicht jeder, hauptsache raus…Ja, schön ist es hier nicht unbedingt für jeden und meine eigenen Hunde würde ich hier nicht unterbringen wollen. Aber wir haben hier Chancen! Wir können hier mittlerweile arbeiten. Unsere Tierärzte sind da. Die Tierheimleitung zieht mit. Mihaela hat ein Büro, wir können am Computer arbeiten, wenn ein Notfall ist, wir können drucken. Wir haben Hundewagen, Nassfutter, Trockenfutter, weiche Tücher, Hundeboxen. Man kann sich hier helfen, man kann eine Transferzone sein für die, die jetzt viel Hilfe brauchen und dann eines Tages in eine bessere Welt reisen können.  Das wurde mir jetzt nach und nach klar. Bin überrascht, was doch alles so möglich ist, weiß aber auch: Steter Tropfen höhlt den Stein, nicht aufgeben, wie die Oldie Hunde hier usw…

Ich bin heute von halb 9 bis 19 Uhr zwischen Bucov – Campina – Bucov hin und her gewandert, zwischen den Tierschutzwelten sozusagen, bin hundemüde und habe 140 versch, Hunde und Bilder im Kopf, aber eine Sache muss ich noch loswerden. Es ist unfassbar, was Mihaela leistet und schafft. Sie war heute vor uns in Bucov, schon morgens war sie dort und hat für den kommenden Transporte Hunde vorbereitet. Sie war mit in Campina, sie hat schwierige Gespräche mitbegleitet, sie hat mit entschieden, welche Hunde kommen. Sie hat die komplette Ankunftsabwicklung in Bucov mit uns gemacht, sie ist nachdem wir gefahren sind, zur Pflegestelle und zur Klinik gefahren, um die Hunde zu verteilen. Sie hat zu Hause viele Tiere, die sie versorgt. Und ich wette, dass sie jetzt auch wieder am Rechner sitzt und arbeitete…Mihaela macht das dort schon so viele Jahre, sie hat so viel erlebt und mitgemacht, sie wurde so oft vertröstet und enttäuscht, aber sie gibt nicht auf. Ich weiß nicht, woher sie diese Kraft nimmt, wie sie ihre Augen immer offen halten kann, und sieht, wo es welche Ansätze gibt…Ich hoffe, dass uns Mihaela noch viele Jahre begleiten wird, denn sie erreicht so viel, viele kleine Dinge, die dann dazu führen, dass man mit 45 Hunden aus einer Tötung in Bucov steht und sich Pläne macht, wen man direkt morgen kastrieren lässt. Danke Mihaela!

2. Tagesbericht aus dem Hundelager in Bucov

Eine Woche sind wir wieder in Bucov vor Ort, schauen uns an, was bisher wieder passiert ist, welche neuen Hunde in die Vermittlung aufgenommen werden können und welche wichtigen Aufgaben vor dem Winter angegangen werden müssen. Wir nehmen euch wieder mit auf unsere Reise und stellen hier immer einen Tagesbericht ein, der helfen soll, die Gesamtstituation in Bucov besser zu verstehen. 

Einmal eingefunden, geht es am zweiten Tag schon viel strukturierter und fokussierter an die Arbeit. Das Wetter heute war völlig anders, 20 Grad und Nieselregen…Gerade für frisch geimpfte Hunde sind diese Temperaturschwankungen eine besondere Belastung. Aber es ist klar: Bei weniger Hitze arbeitet man selber wesentlich wacher. 

Tierärztin Irina war bereits am Morgen im Tierheim, sie impfte neu ankommende Hunde und bereitete erste Hunde für den bald anstehenden Transport vor. 

Heute bin ich auf einen Kennel mit vielen älteren Hunden gestoßen, darunter auch Tamburin…Er hat mich sehr berührt mit seiner Art, mit seiner Art mit der Lage vor Ort um zu gehen.

Und auch YUSUF hat mich heute völlig aus den Socken gehauen…
Mir war nicht direkt klar, dass es YUSUF ist, aber als ich in die Galerie schaute und sah, wie er heißt, wurde mir klar, dass es der tolle Kerl sein muss, den ich auch im Dezember bereits dort angetroffen hatte.  YUSUF hat eine wunderbare Austrahlung und er ist trotz der Gesamtsituation sehr entspannt, fröhlich, locker und freundlich. Als ich in diversen Hütten rumkrabbelte, um andere Hunde kennenzulernen, saß er entspannt neben mir, als ob das das Normalste der Welt sei. Hauptsache mit dabei, am Menschen dran…

Ein wundervoller Hund – der schon viel zu lange dort sitzt!

Heute Mittag um 12 Uhr hatten wir uns auf einen Termin mit dem Vize – Bürgermeister und Herrn Sandu ( Tierheimleiter) in dessen Büro geeinigt. Auch Sandra Gulla, Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins, die das Hundelager in Bucov nun auch schon einige Jahre kennt, war bei dem Gespräch mit dabei. Hier ging es vor allem darum, wichtige Dinge anzusprechen, die wichtig für eine gemeinsame Fokussierung der Zukunft sind. Wir haben (wie jedes Jahr) unsere Hilfe in Zahlen dargestellt, haben deutlich gemacht, dass wir gerne helfen und sehr positiv über die bisherige Entwicklung gestimmt sind. Uns wurde zugesagt, dass wir gerne einen Bericht über unsere Arbeit vor Ort zusammen mit Aniela und Mihaela abstimmen können, der dann in der örtlichen Zeitung erscheinen soll, um deutlich zu machen, was alles in Bucov passiert, aber auch um deutlich zu machen, dass die Stadt Ploiesti sehr dankbar ist, uns an ihrer Seite zu haben. Sie wissen, dass sie Bucov nicht alleine stemmen können und auf Hilfe angewiesen sind. Das war ein sehr guter Zuspruch und zeigte uns, dass unsere Arbeit, die anfänglich sehr skeptisch beäugt wurde, langsam an Wertschätzung gewinnt. Ebenso wurde angestrebt, dass nur ein gemeinsames Treffen mit allen Bürgermeistern des Kreises Prahova einen wirklich Fortschritt im Punkto externe Kastrationsaktionen in den Dörfern zielführend sein kann. Jedes Dorf muss dafür sensibilisiert werden, dass nur durch Kastration das Straßenhundproblem gelöst werden kann. Hierbei wurde angedacht, dass die örtlichen Poststellen dann entsprechend Infos auslegen könnten, wenn erneut eine Kastrationsaktion ansteht. Wir haben unsere Hilfe dazu angeboten und werden hier sicherlich finanziell unterstützen können, die Organisation muss jedoch vor Ort stattfinden. 
Morgen werden wir Campina besuchen. Ich möchte den Ort kennenlernen, von dem wir bisher 350 Hunde nach Bucov geholt haben. Die ersten Hunde aus Campina sind nun kastriert und fertig mit der Impfung, einige sind bereits in der Galerie. 
Der Vize Bügermeister von Ploiesti hat auf Bitte von unserer Seite dazu den Vize Bürgermeister von Campina telefonisch kontaktiert und wir konnten einen Termin für morgen 14 Uhr ausmachen, an dem er auch anwesend sein wird. Wir werden sehen, was wir erreichen können im Gespräch. Aktuell befinden sich 70 Hunde circa wieder in Campina, Mihaela wird uns ebenfalls begleiten. Wichtig ist: Campina muss selbst tätig wird, um in ihrem Bereich ( der schließlich 60km von Bucov entfernt ist) eine Lösung für die Hunde zu finden. Wir können beraten und Kontakte herstellen. Wir berichten morgen, ich bin jedenfalls schon sehr sehr gespannt.

Morgen um 9 Uhr treffen wir uns mit Herrn Sandu, um in Bucov einen Rundgang zu unternehmen, um nochmal einzelne Dinge anzusprechen, die uns sehr positiv oder aber auch als verbesserungswürdig aufgefallen sind. Hier wird vor allem thematisiert werden, wie unsere Tierärzte im Winter dort trocken und geschützt arbeiten können. Ebenso werden wir die vetkennel Situation durchsprechen. Wir haben eine gute und ehrliche Ebene gefunden, sprechen Ideen an und schauen, inwieweit sie im Gesamtkontext umgesetzt werden können.

Ein vollgepackter Tag mit viel Input, guten Ideen, Hoffnungen…Mein Kopf ist voller Gedanken, ich springe von alten Hunden, neuen Liegeflächen in den vetkennels zum morgigen Besuch in Campina. Es flimmert ein wenig, aber ich habe mich daran gewöhnt, dass wenn man hier vor Ort ist, anders denkt, anders fühlt und einfach ein wenig absorbiert wird, von all dem, was rundrum passiert. Früher hat mich das nervös gemacht, manchmal sogar gestresst. Heute weiß ich: Diese Reisen kosten Kraft, spenden aber noch mehr Ideen, Energie und realistischen Aktionismus, was mich auf meinem bisherigen Tierschutz Weg immer getragen hat. Ich bin so gerne hier!

Meinen Bucov Tag habe ich abgeschlossen mit einem Besuch bei BARNE, einem wunderbaren Kerl, der eine einzigartige Souveränität und Coolness besitzt. Und das nach mehr als zwei Jahren im Hundelager. 

Katja und ich stellen nun noch einige Hunde ein, die dringend in die Galerie sollten. Bis morgen!

 

1. Tagesbericht aus dem Hundelager Bucov…

Eine Woche sind wir wieder in Bucov vor Ort, schauen uns an, was bisher wieder passiert ist, welche neuen Hunde in die Vermittlung aufgenommen werden können und welche wichtigen Aufgaben vor dem Winter angegangen werden müssen. Wir nehmen euch wieder mit auf unsere Reise und stellen hier immer einen Tagesbericht ein, der helfen soll, die Gesamtstituation in Bucov besser zu verstehen. 

Tag 1 – immer ein Angang und ein mulmiges Gefühl

Heute morgen früh ging es nach dem Frühstück zusammen mit Katja, Manon, Helen, Klaus, Lynn, Cindy und Sandra Gulla, die ja schon seit einer Woche hier ist, Richtung Bucov ins Hundelager.  Wie immer machen wir alle gemeinsam einen Rundgang, erklären den freiwilligen Helfern, die uns begleiten, viele Details, und versuchen die ersten Eindrücke ein wenig leichter zu machen. Die Lautstärke, die Masse an Hunden…nicht jeder steckt das einfach so weg und auch mich berührt es immer wieder sehr, wenn ich dort bin, obwohl ich schon so viele gemeinsame Rundgänge hatte…

Leider haben wir direkt im ersten Kennel einen toten Hund gefunden, den wir natürlich sofort dort raus geholt haben. Somit waren unsere Begleiter direkt in der Bucov Realität angekommen. 

Mein erster Gesamteindruck:
Alle Hunde hatten Wasser um 9 Uhr. 
Alle Hunde hatten die Möglichkeit, sich in den Schatten zu legen.
Alle Hunde wurden ausreichend mit Futter versorgt, mir sind keine signifikant dürren Hunde begegnet, die darauf schließen lassen würden, dass unzureichend gefüttert würde…

Viele neue Arbeiter sind dort, alle haben etwas zu tun gehabt und hier scheint auch die Tierheimleitung mehr einwirken zu können…Heute haben einige Arbeiter weiterer Zwinger gereinigt, was an vielen Stellen dringend nötig war. 

Unsere eine Hundekarre hatte einen ziemlich Platten und auch die Wasserkarre war nur einseitig bereift, was dringend gelöst werden sollte. Kurzerhand fuhr Klaus mit einem der Arbeiter los, um das Reifenproblem zu lösen. Nach knapp einer Stunde war alles erledigt und die beiden Karren war wieder fahrtüchtig. Danke an Klaus! 

Dieser ältere Kerl hat es leider nicht geschafft, er ist nach wenigen Stunden verstorben…

Wir haben heute in zweier Teams Hunde für unsere Galerie erfasst, unsere grünen Wassertröge gereinigt und Hütten von Kot und Dreck befreit. In die Arbeitsabläufe der Arbeiter vor Ort greifen wir bewusste nicht ein, denn wenn wir nicht mehr dort sind, muss ja eben auch Wasser- und Futterversorgung gewährleistet sein.  

Wi

Wir sind nun alle ganz schön platt von der Hitze und müssen uns langsam vortasten, damit wir nicht direkt nach den ersten zwei Tagen völlig platt sind…Wir stellen jetzt die ersten neuen Gesichter in die Galerie und hoffen, dass auch sie bald eine Chance haben werden.