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    „Wenn Du aufgeben willst, denke darüber nach WARUM Du angefangen hast“

    .. es gibt Tage, da möchte man Alles hinwerfen, möchte einfach aufhören und fragt sich: Wofür machst Du Das hier Alles.. .. heute war so ein Tag… aber dann hat Anna eine Hündin aus Baile Herculane vorgestellt und als ich in das Gesicht dieser armen gebeutelten Seele sah.. da wusste ich es wieder..

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    Dieser Blick, diese Körperhaltung, natürlich auch die Rasse ( ❤️ ) und ja vor allem Baile.. ich habe einen großen Teil meines Herzens an Baile verloren, an die Hunde aber auch an die Menschen und dieses Land.. Rumänien ist grausam und wunderschön zugleich .. das Elend, das Leid, die Grausamkeit und vor allem die nicht vorhandene Fairness… man erträgt es irgendwie, weil man immer die Hoffnung hat, dass man durch seinen Einsatz zumindest einen winzigen Teil dazu beiträgt, das Leben für diese Hunde zu verbessern.. und jeder schlimme Moment wird zB durch ein einfaches Wedeln eines Hundes der bislang nur in der Ecke saß aufgewogen..

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    Umso mehr tut es weh zu sehen, dass es so wenig Anfragen für die Hunde meines Herzens gibt.. so wenige Tiere Baile verlassen können.. zu sehen wir die Menschen dort genauso unter dieser Situation zu kämpfen haben wir die Hunde..
    Ich sprach oben von Fairness.. ist es fair jetzt zu versuchen die Aufmerksamkeit der Leser auf Baile zu lenken, wenn doch auch in allen anderen Tierheimen tausende Hunde die Hilfe genau so sehr nötig haben? Ist es nicht.. es ist einfach eine reine Herzensangelegenheit und einfach nochmal ein Versuch eure Blicke auch nach Baile zu lenken.. dort sitzen traumhafte Charaktere, Clowns, Wuschel und Bollerköpfe, Seelen aus Samt, Schmusebacken, Welpen, die nicht geboren werden sollten um zu sterben, Hunde die schon Jahre dort auf engem Raum dahinleben, ohne Abwechslung, ohne Hoffnung..

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    Ich danke euch fürs Zuendelesen und werde jetzt für AMELA eine Kerze anzünden in dem Wissen, dass Aufgeben keine Option ist und ich weiterkämpfen werde, damit sie auch irgendwann weiß, was es heißt geliebt zu werden ❤️

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    http://prodogromania.de/bilder/index.php/Baile-Herculane

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    So viele Monate hat sich Tierärztin Irina um den kleinen RILKO gekümmert…

    Er kam in einem desolaten Zustand ins Shelter. Dürr bis auf die Knochen, angefahren, offener Bruch…Er hat nun alles gut überstanden, wurde operiert, hat sich erholt…Irina hat ihn im Container untergebracht, weil es sonst keinen sicheren Ort gibt…

    Nun wünscht sie sich so sehr, dass RILKO endlich eine Familie findet…
    Wir haben ihr fest versprochen, dass wir alles tun, damit dieser Wunsch wahr wird

    Rüde
    geb. ca. 2015
    Größe: 30cm
    Hinterlauf war gebrochen, belastet noch nicht vollständig
    Unterbiss

    sehr sehr freundlich, menschenbezogen, verträglich, ruhig, sehr aufmerksam, immer dabei…

    Kontakt: info@prodogromania.de

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    Die längste Nacht…

    Kurz vor der Phase, in der es richtig kalt und eisig wird in Rumänien, haben wir uns nochmal für eine kurz Tour nach Bucov aufgemacht, um gezielt nach Notfällen und zarten Hunden zu schauen, die es sonst nicht schaffen würden. Aniela und Mihaela sind aktuell völlig überlastet und die Anzahl an Welpen ist erschlagend, obwohl wir uns schon mitten im Winter befinden. Die beiden kommen mit dem Erfassen nicht hinterher, so dass wir unsere Hilfe angeboten haben, für eine Woche zu kommen. 

    Heute morgen früh hatten wir mit Aniela besprochen, dass wir ENZO aus Kennel 115 dort rausholen und auch ihn in den Vetkennel setzen, weil er echt schlecht aussah (Hautprobleme) und nicht ans Futter kam. Aniela musste bereits heute schon wieder mehrfach dort dazwischen gehen, weil ein kleiner Rüde immer und immer wieder dort unter Druck gesetzt wurde. Also überlegten wir, dass wir beide zusammen dort rausnehmen und in einen freien Vetkennel umsiedeln. Hundekarre geschnappt und los gings. Normalerweise ist das kein Akt, der unfassbar durchdacht sein muss, aber in Kennel 115 sind schon des öfteren schwere Kämpfe ausgetragen worden, und es gibt leider dort einige Rüden, die nicht zu unterschätzen sind, für die es aber eben auch keine andere Möglichkeit gibt an Unterbringung. ENZO war sehr freundlich, ihn konnte Florian tragen, aber auch das reichte schon aus, damit der Kennel kochte. Zwei Rüden versuchten, ENZO auf dem Arm direkt anzugreifen. Mitarbeiter Marian, Aniela, Tierärztin Anna und ich versuchten die Gruppe ein wenig in Schach zu halten, damit ENZO unbeschadet dort herauskam und in den Hundewagen gesetzt werden konnte. Als das geschafft war, stand uns der weitaus schwierigere Teil bevor. Der kleine Rüde ist super scheu, er ließ sich weder tragen noch anfassen. Es war klar, hier half leider nur die Fangstange, da wir nicht Ewigkeiten Zeit hatten, denn die anderen Rüden merkten sofort, was wir vorhatten und warteten nur darauf, dass ihr Opfer endlich aus der Hütte hervorkam. Der kleine Rüde schoss natürlich panisch in alle Richtungen, quer durch die Matsche, denn das ist seine einzige Lösung für diese Situation. Natürlich will er sich nicht einfangen lassen, natürlich auch nicht mit der Hand oder mit Leckerchen oder oder. Er hatte Angst um sein Leben, aber wir mussten da jetzt durch. Es galt also, diesen Paniker zu blockieren, damit die Fangstange ihn fixieren kann  und wir ihn so in den Hundewagen setzen konnte. Ebenso stand aber das „kleine“ Problem im Raum, dass wir dort zwei Rüden an die 40kg hatten, die diesen Paniker gerne eliminieren wollten, koste es, was es wolle. Hier merkt man wieder, wie verzweifelt hier alle sein müssen. aber auch wie sehr hier nicht mehr mit Wasserflasche oder ablenken oder oder hantiert werden kann. Hier geht nur klare Körpersprache, Besen, Schippe, Abwehr. Wir haben wirklich alles gegeben, aber eine Attacke auf den kleinen Mann konnten wir nicht verhindern. Nach einiger Zeit war er dann endlich fixiert, und sass bei ENZO mit im Wagen. Solche Situationen sind brutal, gefährlich und kraftraubend. Aber hätten wir heute nicht gehandelt, wäre der zarte Kerl morgen tot in der Matsche gefunden worden, das war uns allen klar. Klar war das keine schöne Situation für ihn, aber es ging hier ums blanke Überleben und da muss man nicht mehr groß überlegen, ob das jetzt nachwirkend Folgen für ihn haben wird. Sonst wäre er morgen tot. Wenn man solche Situationen noch nie gesehen und erlebt hat, wird man schockiert sein, was Hunde alles so drauf haben und mit welcher Vehemenz sie vorgehen können. Mir wird hier immer klar: Sie sind unsere über alles geliebten Begleiter, sind treu bis an das Ende, aber es bleibt immer ein Restprozentsatz, der nicht unbedingt kalkulierbar ist. Gerade, wenn es kein 5kg Hund ist…

    Nach der Aktion waren wir alle echt erst mal bedient…ENZO und sein kleiner Freund wurden von uns mit Körbchen, Nassfutter und Wasser versorgt und dann war es gerade mal halb 10 und wir hatten das Gefühl, dass es schon 15 Uhr sein muss…. Später schaute ich bei beiden nochmal rein, da lagen sie sehr friedlich in ihren Körbchen und schliefen…

    Nach der Aktion wollten wir gerne mit unserem Tagesprogramm beginnen, als Vet Popescu mit dem Hundetransporter auf den Hof fuhr mit jede Menge Sachspenden an Bord…Ein komisches Gefühl, dass wir ihn erst vor so kurzer Zeit nach Deutschland verabschiedet hatten und er jetzt schon wieder hier war…liegt aber auch einfach daran, dass hier in Bucov die Zeit verfliegt…Wenn man hier vor Ort ist und jeden Tag versucht, das Beste zu machen, freut man sich unfassbar, wenn es endlich wieder Nassfutter und Flocken gibt, das Lachsöl unter das Welpenfutter gemengt werden kann und es neue Decken für den Vetkennel gibt…Großartig!! Danke für diese tolle Hilfe von euch!! Danke an Andra, die fast jede Woche alles organisiert und packt…So viele Sachspenden konnte nun schon hier landen und es hilft so sehr!

     

    Eine kurze Zeit habe ich heute bei den Vetkennel Hunden verbracht. Sie konnten in den letzten Tagen ein wenig geleert werden, weil es freie Plätze in den Außenkennels gab. Die Situation zum Hof raus ist also ein wenig „entspannter“ und wir hatten ja heute sogar einen freien Kennel für ENZO und Freund…

    Danach ging es weiter mit der Tagesplanung. Wir wollten einige Hunde suchen und haben dann in jedem Kennel nochmal nach Notfällen und schwachen Hunden geschaut…und wir sind heute echt rumgekommen…Es war nahezu Kennel Hopping…Und meine Erfassungsböden sind seitenweise gefüllt mit neuen Gesichtern, neuen Infos, neuen Fotos zu bereits erfassten Hunden…… ich habe so viele Bilder in meinem Kopf, so viele Augenpaare, bunte Gesichter, Ohrmarkennummern….viel passt nicht mehr rein auf meine Festplatte. Der Tag heute war super intensiv, super lang, irgendwie auch extrem laut. 

    Zwischendurch – also quasi im Vorbeigehen :-)) – haben wir noch diverse Hütten verteilt. Da unsere Rücken und Knochen eh im Eimer sind nach der Woche, haben wir es uns dann heute nochmal richtig gegeben. Wir spüren jetzt eigentlich gar nichts mehr. Aber Hauptsache die Hundis haben einen Ort zum Schlafen, gerade bei der Nacht, die ihnen nun bevorstehen wird…Aniela war heute schon super nervös, sie verbringt die Nacht im Sancutary. Dort hatte es letztes Jahr in der Neujahrsnacht einige tödliche Beißereien gegeben. Auch in Bucov drehen die Hunde bei jedem Böller (die hier gefühlt nochmal richtig viele lauter als in Deutschland sind….) so richtig auf und der Stresspegel steigt direkt massiv an. Ich habe wirklich Angst, und hoffe so sehr, dass sie alle gut durch die Nacht kommen. Heute sind wir im Stockdunklen zum Auto gegangen, es ist eine ganz gruselige Stimmung dann dort… Angespannt, kalt, einsam, Und wie lang sind die Nächte dort…so viele Stunden ohne Licht, ohne eine Interaktion von außen. Ohne Hilfe. Völlig auf sich alleine gestellt… Und dann erst recht diese Nacht, die ihnen heute nun bevorsteht. Das Shelter liegt ein wenig außerhalb. Ich hoffe so sehr, dass sie nicht so ganz im Auge der Knallerei stecken und es ein wenig gedämpfter ist als hier in der Stadt. Ich hoffe, dass keiner die Nerven verliert und seine Panik an einem Schwächeren auslässt. Dass sie einfach durchhalten und die Sonne bald aufgeht. Aber ich weiß, dass diese Nacht die längste Nacht sein wird. Und das macht es zu einem Silvester, was ich nicht positiv verbinden werde. Es ist gut, dass wir hier sind. Vielen können wir vielleicht so helfen, die es ohne uns sonst nicht packen würden. Aber der Zeitpunkt ist nichts für schwache Nerven. Im Shelter tut sich zwischen den Jahren nichts, man weiß gar nicht, wo man zuerst anfangen soll. Die Witterung. Der Matsch. Die Kälte. Die Hauthunde. Die vielen Welpen. Die Knallerei. Die kurzen Tage. Die langen Nächte. Selten habe ich Bucov so trist erlebt. Selten habe ich aber auch das Gefühl gehabt, jetzt gerade hier so sehr gebraucht zu werden. Wenn ich es mir einrichten kann, werde ich es immer wieder versuchen, genau zu dieser Zeit hier zu sein. Maximale Herausforderung. Aber es geht. Vor allem würde ich Zuhause kribbelig werden, wenn ich mir die Zeit zwischen den Jahren irgendwie mit Nichtigkeiten vollpacke und hier alle völlig überfordert sind und nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Auch der Bautrupp wird vor seinem geplanten Einsatz schon wieder in Bucov sein. Durch unsere Schilderung der Lage vor Ort wird ein Team im Februar schon vor Ort sein. Wir haben heute einige Grundrisse ausgemessen und diese schon durchgegeben, damit die Materialplanung gestartet werden kann. Danke an alle Fleißigen, die wieder dabei sein werden. Ich bin euch unendlich dankbar!! 

    Wir sind in Gedanken nun bei unseren Rumis, die nun durch die längste Nacht müssen. Morgen sind wir vormittags nochmal in Bucov, werden noch einige offene Dinge abklären und dann Richtung Flughafen zurück nach Deutschland aufbrechen. Das Herz ist wieder so schwer… 

    Danke für euer großes Interesse, eure Anfragen, eure Hilfestellung, eure Empathie. Wir brauchen euch alle so sehr, damit wir stetig weitergehen und immer wieder für unsere Rumis da sein können. 
    Kommt gut rüber in das Jahr 2019 und passt auf eure Tiere auf!

    Anna 

     

     

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    Wagemut.

    Kurz vor der Phase, in der es richtig kalt und eisig wird in Rumänien, haben wir uns nochmal für eine kurz Tour nach Bucov aufgemacht, um gezielt nach Notfällen und zarten Hunden zu schauen, die es sonst nicht schaffen würden. Aniela und Mihaela sind aktuell völlig überlastet und die Anzahl an Welpen ist erschlagend, obwohl wir uns schon mitten im Winter befinden. Die beiden kommen mit dem Erfassen nicht hinterher, so dass wir unsere Hilfe angeboten haben, für eine Woche zu kommen. 

    Die to do Liste für den heutigen Tag war wieder sehr lang. Aniela hatte uns viele einzelne Kennels genannt, in die neue Hunde gesetzt wurden und die ihr sehr am Herzen lagen. Auch hatten wir selber noch einige Kennels entdeckt, die uns sehr hart und brutal vorkamen, wo wir auch nochmal nach underdogs und Notfällen schauen wollten. Heute war der wettertechnisch ekligste Tag. Nebel, nass kalt bei 3 Grad. Morgens früh waren viele Hunde noch versteckt in den Hütten, die Welpen und Junghunde bibberten und weinten leise. 🙁 Immer wenn man ganz gezielt zu einem bestimmten Kennel auf dem Weg ist, bleibt man doch wieder irgendwo anders hängen, weil einen die Blicke festhalten. Hier nochmal neue Bilder, da nochmal ein Update oder ein neues Video. Die Zeit vergeht wie im Flug. So sind wir zum Beispiel bei ABBEY hängengeblieben. Ihre Blicke haben uns nicht losgelassen… Sie ist noch ein wenig besorgt, aber wir konnten sie gut anfassen. Sie steht immer völlig verloren auf ihrem Hüttchen und schaut traurig nach draußen… 🙁 

    http://prodogromania.de/bilder/index.php/Ploiesti/H-ndinnen/Milina/ABBEY

    In Kennel 116/1 sind wir auf einen älteren Rüden gestoßen, der super dürr ist Er steht nur an der Tür, lehnt sich an das Gitter an, weil er so schwach ist. Wir konnten ihn separat ein wenig füttern und später auch hochnehmen und genauer kennenlernen. Bei ihm ist es 5 vor 12, er braucht dringend ein Zuhause. Wir haben ihn HONDURO genannt, er kommt zeitnah in die Galerie. 

     

    In Kennel 134/3 hat uns ein sehr nettes Rüden Kumpel Duo erwartet. Anfänglich waren beide super unsicher, sind dann aber ganz fix aufgetaut und waren richtig verschmust… Auch sie ziehen ganz bald in unsere Galerie ein. Sie haben sich erst wirklich gegruselt und dann ihre eigene Angst überwunden und waren später so fröhlich und stolz darüber. Wagemutig….denn die Kerls wissen ja nicht, wer wir sind und was wir vorhaben….und das berührt immer wieder….zu sehen, wie sie sich überwinden, trauen, mutig sind und später einfach dabei sein können, ohne dauerbesorgt zu sein.

    [Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.]

    Gegen Nachmittag haben wir dann noch einige Kennels entdeckt, die ganz tief verdreckt waren. Die Hunde haben sich kaum noch aus den Hütten bewegt, so sehr haben sie sich geekelt. Wir haben uns Schaufel und neues Stroh geschnappt und haben erst mal eine schnelle Reinigungsarbeit eingelegt. Leider ist jetzt zwischen den Feiertagen gar nichts passiert und das alte Stroh mischt sich mit Matsch und Kot und wird zu einer nassen, feuchten und ekeligen Platte. Alles andere als gut für die Hundepfoten…

    Als alles wieder ein wenig sauberer und trockener war, haben die Hunde sich sofort wieder bewegt und waren wieder eine ganze Ecke fröhlicher… 
    Mit begleitet wurden wir bei der Aktion von Mr. Pierce Brosnan. Ein unfassbar souveräner und cooler Huskymix, der sich durch alle freien Gruppen des Shelters bewegt. Das ist natürlich immer mit unfassbarer Lautstärker verbunden, denn alle Hunde in den Zwingern wissen genau, wer zu welcher freilaufenden Gruppe gehört. Und Pierce ist hier ziemlich neu und ziemlich von sich überzeugt. Leider wird auch für ihn der Tag kommen, wo er in einen Zwinger eingesperrt wird. Es war schon mehrfach im Gespräch, einen Zwinger für ihn zu finden, da er doch das halbe Tierheim in Aufruhr versetzt, wenn er stolzen Hauptes durch die Gänge schreitet. Aber wir können uns diesen majestätischen Rüden nicht weggesperrt in einem Zwinger vorstellen. Er ist so ein besonderer Geist und hat so eine wahnsinnige Ausstrahlung. Er legt sich mitten auf dem Gelände entspannt auf die Seite, was so viel über seine Souveränität, aber auch über seine Stärke aussagt. Er braucht Menschen, die ihn souverän führen und ihn nicht in irgendwelche Gehorsamsschienen pressen. Er ist ein freier Hund, der demjenigen folgen wird, zu dem er aufschauen kann. Er wird niemandem folgen, der nicht erkennt, wer er ist. Mit anderen Worten – weniger romantisch, mehr realistisch:  Wir suchen rasseerfahrene Menschen, die den agilen und selbstbewusste Rüden zu hantieren wissen, andere Hunde, vor allem Hündinnen stellen gar kein Problem für ihn da. Pierce will beim Menschen sein, er sucht den Kontakt, das hat er hier mehrfach sehr deutlich gezeigt. 

    LULO und RODRICK aus den Vetkenneln haben wir heute in der 78 wieder entdeckt. Auch zwei Rüden, die mich unfassbar bewegen. Sie sind schon so lange hier, haben so viel schon mitgemacht und sind immer noch so nett und so erfreut, wenn man sie besuchen kommt. Dieser nicht versiegende Optimismus an diesem aktuell einfach nur grauen Ort ist etwas, was mich immer wieder tief bewegt und mich ganz klein werden lässt. Sie klammern sich an jeden Halm Hoffnung, freuen sich über alles Freundliche, was zu ihnen in den Zwinger kommt. Sie kommen sofort zu dir, verlassen ihre warme Hütte und stellen sich in den Matsch, nur um dich zu begrüßen. Das berührt. Sehr. Auch hier ist der Wagemut wieder da. Sie trauen sich immer wieder, vertrauen immer wieder. Obwohl sie nicht wissen können, mit was wir für Absichten kommen. Ihr Urvertrauen ist nicht getrübt, durch das was schon alles geschehen ist. 

    Morgen habe ich eine lange Liste mit Hunden, die wir uns genauer anschauen werden, weil sie Anfragen haben und hier einige Details noch abgeklärt werden müssen. Ebenso versuchen wir einige vermisste Hunde doch irgendwie ausfindig zu machen. Und dann schauen wir nochmal genau, wem wir irgendwie helfen können. Wir bleiben dran. Immer und immer und immer wieder. Bis morgen! 

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    Dauerschleife.

    Kurz vor der Phase, in der es richtig kalt und eisig wird in Rumänien, haben wir uns nochmal für eine kurz Tour nach Bucov aufgemacht, um gezielt nach Notfällen und zarten Hunden zu schauen, die es sonst nicht schaffen würden. Aniela und Mihaela sind aktuell völlig überlastet und die Anzahl an Welpen ist erschlagend, obwohl wir uns schon mitten im Winter befinden. Die beiden kommen mit dem Erfassen nicht hinterher, so dass wir unsere Hilfe angeboten haben, für eine Woche zu kommen. 

    Da wir nur mit einem sehr kleinen Team hier sind und es sowieso nicht schaffen werden, in jedem Kennel alle Hunde zu Erfassen, müssen wir Prioritäten setzen. Wo sind Hunde, die es nicht schaffen werden? Welche Kennels sind besonders matschig und wenig wetterfest? So sind wir heute morgen direkt mit einer Kennel Reihe gestartet, wo immer viele Welpen und kleine Hunde sind, Dort waren wir auch schon im Oktober und wir waren wirklich sehr erschrocken, wie schlecht die Hunde aussahen und wie sehr sie abgebaut hatten. Gerade nach dem Zahnwechsel fangen bei vielen Hunden die Hautprobleme an, weil dann das Immunsystem wirklich angeknackst ist. Sie sind alle in Behandlung, aber vor Ort bei 2000 Hunde kann niemand anfangen, einzelne Hunde zu baden. Das geht hier einfach nicht. Ebenso trägt auch das dreckige Umfeld nicht dazu bei, dass hier jemand gesund wird. Ein Teufelskreis. Auch in diesen Kennels merkte man wieder, wie dünn die Nerven hier sind. Die Welpen schreien teilweise einfach durch. Ihnen ist kalt, sie mögen das Trockenfutter nicht, die Füße tun ihnen weh und es juckt überall. Hier sind so viele von ihnen, dass es unmöglich ist, alle in die Klinik zu bringen. Die Kliniken sind voll mit Hunden, denen ganze Hautteile bei Beißereien abgerissen wurden oder Staupe Hunde, die täglich Infusionen erhalten müssen. Unsere Hauthunde hier in Bucov müssen es mit Simparica schaffen. Viele von ihnen sehen nach einigen Wochen auch wieder besser aus, aber jetzt aktuell ist es die schwierigste Zeit, die es irgendwie zu packen gilt. Vielen von ihnen konnten wir heute Stroh bringen und haben die Hütten gecheckt. Ich weiß nicht, wie viele Hütten ich schon mit Stroh gefüllt habe, wie viele Welpen ich schon erfasst und fotografiert habe. Ich zähle das nicht. Es wird nicht von heute auf morgen etwas anders werden. Es werden nicht weniger Welpen geboren und ausgesetzt werden im nächsten Jahr. Irina oder Catalina werden nicht weniger Hunde impfen und um sie bangen. Es geht immer wieder von vorne los. Täglich fahren die Hundefänger raus und bringen neue Hunde nach Bucov. Tag für Tag. 

    Irina hat uns heute noch um Hilfe gebeten. Sie hat einige Welpen im Container untergebracht und hätte so gerne zeitnah eine Familie für sie, damit sie nicht in die Außenkennels müssen. Jeder einzelne wurde kurz aus seiner Box geholt und auf einen kleinen Wagen mit Decke gestellt – fertig war das Fotostudio. Einer nach dem anderen wandert nun ganz bald in die Galerie und wird hoffentlich zeitig ausreisen dürfen. Jeder einzigartig und besonders, jeder hat diese Chance verdient. 

    Auch die Kennels 2-11 sind nun alle mit Stroh versorgt, wir konnten einzelne Notfälle erfassen und müssen morgen 3 Hunde Tierärztin Catlina vorstellen, darunter auch ein alter Rüde, der viel zu dünn ist. Diesen haben wir aber erst spät am Nachmittag entdeckt, Catalina war nicht mehr vor Ort.  Beim Strohverteilen sind die Hunde immer sehr aufgeregt, so viel Neues passiert hier nicht sehr oft. Das Stroh riecht sehr spannend und die neuen Liegemöglichkeiten werden sofort okkupiert. Ich hatte ein wenig Stroh auf einer Hütte zwischen geparkt, um es nicht in den Matsch legen zu müssen. Als ich zwei Minuten später wieder aufstand, hatte sich dort eine nette schwarze Hündin schon ein Bettchen gebaut und war völlig zufrieden mit sich und der Welt. Was für ein Bild, traurig und schön zu gleich. Wunderbar, dass wir dieser Lady so eine Freude machen konnten. Traurig, dass die Hunde mit so einer Kleinigkeit schon zu glücklich sein können. Ein loser Berg Stroh auf einer Holzhütte ist hier schon eine Steigerung vom Lebensstandard. 

    Wir merken aktuell, dass zwischen den Jahren hier sehr wenig passiert. Es wird gefüttert und gewässert, aber auch nicht in jeder Ecke. Dreck wird so gut wie keiner weggemacht, so dass sich in manchen Zwingern der Kot wieder türmt. Die Hunde ekeln sich super vor dem Boden, manche balancieren auf den Futtertrögen, um so wenig Bodenkontakt wie möglich zu haben. Ebenso wird auch baulich aktuell gar nichts auf die Beine gestellt. Aniela hat noch zahlreiche Betonplatten organisiert, damit noch weitere Kennels ausgelegt werden können. Gerade die Kennels ohne Dach stehen wieder knietief in der Matsche und im Kot. Heute fing es ab 14 Uhr an zu regnen. Eisiger Guss von oben. Die Hunde sind nach kurzer Zeit durch und durch nass. Die Kennels, die nicht befestigt sind, verwandeln sich innerhalb von Stunden zu Matschlöchern. Erfassen ist dort kaum möglich. Das Schreibbrett, die Handys, das Papier, das Kameraobjektiv ist binnen kurzer Zeit voller Matsche. Die Hunde freuen sich, springen an einem hoch und es ist wirklich die reinste Matschschlacht…Wir hoffen, dass es bis morgen wieder ein wenig abgetrocknet ist, weil Aniela uns gerade heute neue Hunde in einigen Kennels zeigte, die alle nicht überdacht sind. Wir müssen dringend dort rein… denn auch hier gilt: Nur wer in der Galerie ist, wird auch eine Chance haben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es eine Dauerschleife ist an Tätigkeiten, an Problemen, an immer wiederkehrenden Aufgaben. An Erklärungen. Immer wieder erklären und berichten wir von Dingen, die wir schon sehr häufig beschrieben und erläutert haben. Warum tragen die Hunde Ohrmarken? Warum kann Hund xy nicht in die Klinik gebracht werden? Warum sind die Vetkennels manchmal die letzte Hoffnung? Warum müssen schon die Junghunde kastriert werden? Warum sind nicht alle Mitarbeiter im Tierheim böse Menschen? Jeden Monat müssen wir immer wieder die selben Kosten stemmen. Futter, Kastrationen, Impfungen. Monat für Monat für Monat. Dauerschleife. Das ist zäh. Das ist nicht immer leicht. Das ist manchmal besorgniserregend. Weil nicht einfach der Knoten platz und die Lösungen ist gefunden und alles ist gut. Das ist die große Herausforderung, die der Tierschutz – egal an welchem Ort auf der Welt – in sich trägt. Dadurch wird unfassbar viel gleichzeitig aber auch gefordert von den Menschen, die Tierschutz mit Verstand und Vernunft durchführen wollen. Der Druck, unter dem man steht, ist gefährlich. Jeden Tag könnte man 48 Stunden arbeiten. Alles würde noch besser gemacht werden können. Man könnte für Tier xy vielleicht noch eine bessere Lösungen finden. Man könnte noch länger arbeiten, damit man eben noch mehr Tieren besser helfen könnte. Es ist ein nicht endender Prozess. Und man muss aufpassen, dass man sich nicht völlig darin verwebt und die Fokussierung vergisst. Oder die Kraft verliert. Oder die Hoffnung. Oder die Empathie. Manchmal trifft man auch hier die falschen Entscheidungen. Geht einen falschen Weg. Trifft die falschen Leute. Es gibt so viele Sackgassen, in denen man landen kann. Ein Minenfeld irgendwie. Viele geben irgendwann auf im Tierschutz. Haben viel Gutes getan, aber irgendwann hat das Dunkle so überwiegt, dass man den Sinn und das Licht für die Sache irgendwie aus den Augen verloren hat. Das passiert tagtäglich und ist irgendwie sehr traurig, da somit viele gute Prozesse auf der Strecke bleiben. Aber ich verstehe auch jeden, der sagt: Ich kann das nicht mehr. 

    Auch heute haben wir wirklich geackert und das Wetter hat seinen Rest dazu getan, dass wir völlig fertig sind. Aber irgendwie hat man nicht das Gefühl, dass man groß etwas geschafft hat. Man hat ein Bruchteil an Hunden gesehen, an Bruchteil von ihnen besucht. Auch hier ist man jetzt wieder gefragt, dass man sich selber nicht in diese dunkle Ecke treiben lässt, sondern weiß, dass auch dieser Besuch wichtig für das große Ganze ist.  Heute Abend, als es fast schon dunkle war, haben wir in Kennel 1/5 bei den ganzen kleinen Hautwelpis noch Stroh verteilt. Die kleinen Kerle haben vor Freude geschrien und sich ganz wichtig ihre Bettchen gebaut. Und jetzt liegen sie dort in der Dunkelheit und haben eine verdammt lange Nacht vor sich. Es regnet, vermutlich friert es heute Nacht aber wieder. Eine fiese Mischung. Als wir heute am Ende des Shelter Tages am Auto standen, bot sich uns dieses Bild:

    An Tristesse kaum zu überbieten. Kalt. Eisschicht mit Matsche. Kahle Bäume. Schreie und Geheule aus dem Vetkennel. Aufgeregtes Gekläffe bei den Welpenkennels, die auch noch nicht überdacht sind. Die kleinen Kerls sind klatschnass und müssen nun durch die Nacht.  10 Minuten später sitze ich  im warmen Auto Richtung Pension und denke daran, dass der Opa aus Kennel 5 bestimmt das Trockenfutter, was man ihm in die Hütte gelegt hat, nicht gut kauen kann mit seinen Zähnen und dass er furchtbar frieren wird, weil er gar nichts auf den Rippen hat. Meine Finger bohren sich ins Lenkrad. Dauerschleife in meinem Kopf. 

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    Tag 1 – Kalt. Auch innen drin.

    Kurz vor der Phase, in der es richtig kalt und eisig wird in Rumänien, haben wir uns nochmal für eine kurz Tour nach Bucov aufgemacht, um gezielt nach Notfällen und zarten Hunden zu schauen, die es sonst nicht schaffen würden. Aniela und Mihaela sind aktuell völlig überlastet und die Anzahl an Welpen ist erschlagend, obwohl wir uns schon mitten im Winter befinden. Die beiden kommen mit dem Erfassen nicht hinterher, so dass wir unsere Hilfe angeboten haben, für eine Woche zu kommen. 

    Rundgang am Morgen. Ihr kennt das schon. Wir waren ja erst vor knapp 6 Wochen hier und so sieht man ganz ganz viele bekannte Gesichter. Heute morgen war es eisig, alles war gefroren. Schneeberge an den Straßen und komplette Eisplatten im Shelter lassen darauf schließen, dass der Winter schon wirklich durch und durch hier ist. Die Zwinger sind wie immer voll, nicht alle haben Wasser, an Futter fehlt es auch immer wieder. Über die Feiertage ist auch hier wenig passiert und man sieht, dass alles ein wenig ruhiger zugeht. Parallel dazu flitzen aber einige Leute emsig durch die Gegend und holen die verschiedenen Welpen aus ihren Kennels, die die Tage zuvor bereits auf die Reise vorbereitet wurden. unser Welpentransport, den vor allem Aniela und Irina so herbeisehnten, war ein toller Erfolg! 60 Welpen konnten heute aus der Kälte und dem Stress rausfahren in ein besseres Leben. Dr. Popescu fährt selber den Transport. 

    Entspanntes Warten bei den Hunden, die schon im Auto sitzen.

    Der Letzte wird verladen. Dann geht’auf Richtung Westen.

    Als das Einladen abgeschlossen war und der Trapo vom Hof rollte, machten wir uns direkt auf den Weg zu einem Kennel, in dem wir bei unserem ersten Rundgang sehr viele Hunde in schlechtem Zustand gesehen hatten. Uns fiel sofort BAJAT ins Auge, der in den letzten 6 Wochen völlig abgebaut hatte. Er war nur noch Haut und Knochen, das Fell kaum noch vorhanden. Nach Absprache mit Irina konnten wir ihn direkt in einen freien Vetkennel setzen, versorgten ihn mit Futter, Wasser und einem Korb und Irina versorgte seine Wunden. Er ist jetzt erst mal dort bis auf Weiteres untergebracht, wird gepäppelt und kann dann zeitnah ausreisen. Wir haben bereits verschiedene Pflegestellen Angebote erhalten, die wir aktuell prüfen. Das erste Drama schon mal halbwegs gut abgefedert. 

    Bajat in seinem Kennel.
    Sehr zufrieden mit vollem Bauch in seinem eigenen Körbchen.

    Heute Abend lag er schon wie ein kleiner Prinz in seinem Körbchen und war einfach froh, dass er endlich einmal schlafen konnte! 

    Als das wir ihn versorgt hatten, tauchte aus dem Nichts ein kleine Welpe auf, der am Ende seiner Kräfte schien. Niemand wusste, woher er kam oder wo er hingehörte. Klar war aber direkt: Hier auf dem Hof konnte er nicht weiter umher rennen, viel zu gefährlich. Autos, große Hunde….Auch schien er super schwach. Wir parkten ihn behelfsmäßig in einem der Hundewagen, Aniela nahm ihn später mit ins Sanctuary, in die Krankenstation dort. Der kleine Kerl war einfach nur froh, als er später eingewickelt in eine Decke ins warme Auto einsteigen konnte. 

    Wir machten uns nun weiter an unsere Erfassungsarbeit. Da wir aktuell nur mit einem super kleinen Team hier sind, müssen wir wirklich Prioritäten setzen, was einem unfassbar schwerfällt. Die erste Stunde waren wir völlig besorgt, wie das nun irgendwie möglichst effektiv hier ablaufen kann. Wir entschieden uns für vier Kennel, die voller Welpen waren und wo wirklich die Luft brannte. Allen war kalt, alle hatten Hunger, alle wollten dort raus… Also einfach machen, loslegen. Nichts ist schlimmer in Bucov, als planlos rumzustehen und das Gefühl zu haben, dass einen die gesamte Situation aus den Händen gleitet. Ja, es fühlt sich sehr anders an, wenn man hier mit einem Bautrupp anrollt, der aus mehr als 20 Mann besteht, die Sonne scheint, es warm ist und alle fleißig arbeiten. Jetzt sind wir hier ziemlich alleine, das Wetter ist ein anderes und man hat klar vor Augen: Niemals werden wir alle Hunde hier erfassen…nicht bei diesem Besuch. Aber wären wir nicht hier, würde eben auch einiges fehlen und Aniela und Mihaela wären völlig alleine.  Also einfach anfangen, etwas Produktives tun. 

    Und nach zwei Stunden war auch wirklich schon viel geschafft, seitenweise sind unsere Erfassungsbögen gefüllt und ich schaue mal, was ich heute Abend noch schaffe, bevor mich die Müdigkeit überrollt. 

    Zahlreiche Hütten konnten in den letzten Tagen geliefert werden und auch heute wurden wieder einige mit der kleinen gelben Elektrokarre verteilt. 

    Gegen Mittag brach noch einmal Notfall Alarm aus: Die Tür in Kennel 74 wurde von den Hunden geöffnet und der halbe Kennel rannte nun fröhlich durch das Shelter. Riesen Aufruf überall. Die Hunde wissen ganz genau, wer wo wie seinen Platz hat und eine ganze Gruppe an fremden Hunden löst einen Vollalarm aus, der ohrenbetäubend ist. Wenn hunderte Hunde alle gleichzeitig loskrakelen, dann ist das schon durchaus beeindruckend. Aber die Junghundegruppe merkte schnell, dass die große Freude an der Freiheit trügerisch war, denn die festen freien Gruppen auf dem Gelände machen ziemlich schnell Ernst, wenn es darum geht, das Revier abzugrenzen und zu verteidigen. Und so trug es sich zu, dass 4 der 5 Ausbrecher wieder von selber in ihren sicheren Kennel zurück rannten, während eine Hündin sich leider nicht so klug anstellte und in ein weiteres Rudel stoß, was sofort Ernst machte. Wir konnten zeitnah dazwischen gehen, aber sie war natürlich so durch den Wind, dass sie sich nicht einfangen ließ. Das Gelände ist nicht gut einsehbar, sehr weitläufig und voller Vegetation mit vielen Versteckmöglichkeiten. Sie schoß von links nach rechts und sämtliche Einfangversuche machten keinerlei Sinn, weil man sie so nur noch mehr stresste und die freien Rudel waren nun alle in Alarmbereitschaft. Wir versuchten ein wenig Ruhe in die Sache hineinzubringen, so dass sie sich zwischen zwei Hütten schlich, wo wir sie dann blockieren und auf den Arm nehmen konnten. Keiner von uns hätte heute Nacht gut geschlafen, wenn wir gewusst hätten, dass diese Hündin die Nacht dort draußen zwischen den Rudeln verbringt. Sie hätte die Nacht vermutlich nicht überlebt. Zurück in ihrem Zwinger war sie heilfroh und ging erst mal in die Hütte, und legte sich dort ab… Was für eine Aufregung. Uns zeigt es auch einfach wieder: Hunde machen durchaus Ernst, wenn es um Ressourcen geht, wenn es um Reviere und Gruppenzugehörigkeit geht. Es wird ganz klar ausgegrenzt, abgegrenzt und sehr deutlich gemacht, wer Teil des Gefüges ist und wer eben nicht. 

    Zurück an einem sicheren Ort.
    Erst mal eine Runde ruhen…

    Gegen Abend haben wir noch bei den schweren Jungs und Mädels Stroh verteilt. Manche von ihnen haben uns vielleicht sogar wiedererkannt. Und wenn man dann dort steht und versucht 5 min lang die Plastikschnüre, die das Stroh zusammenhalten, aufzufriemeln und einen die Hundeaugen durchdringend beobachten, wird einem klar, dass man hier gerade die größte Abwechslung des Tages darstellt. Dass diese Hunde in der Zeit zwischen Oktober bis jetzt nicht einmal am Tag irgendwas anderes gemacht haben, als in ihrem Zwinger zu stehen und durch die Gitter nach draußen zu starren. Wenn man sich überlegt, wie viele Tage, Stunden und Minuten das sind, dann wird einem ganz anders. Alleine, wenn ich mir überlege, wie viele Spaziergänge ich in diesen Wochen mit meinen eigenen Hunden gemacht habe… was meine Hunde alles gesehen und erlebt haben. Und hier ist es für die Hunde eine kleine Sensation, dass sie neues Stroh bekommen und dass man ihnen ein Leckerchen gibt und ihnen den Rücken tätschelt. Was für ein trauriges Leben. Hier, in Bucov. Aber auch in Baile, oder in Campina oder im Sanctuary. Und das sind jetzt vier Orte, an denen noch eine gewisse reelle Chance besteht, dass die Hunde eines Tages durchaus reisen können und ein anderes Leben haben werden. Wie viele Orte gibt es hier in diesem Land, wo die Hunde einfach nur weggesperrt sind und niemals etwas anderes erleben… Während ich da so neben meinem Strohberg sitze und die Spatzen die Reste vom Trockenfutter picken, geht die Sonne gerade unter und man merkt, dass die Kälte sich langsam ihren Weg über den Boden bahnt. Die Hunde sind nervöser als im Oktober. Die Tage sind kürzer, die Nächte umso länger. Vor zwei Jahren war ich schon mal zwischen den Jahren hier. Auch da war es anders als sonst. Schwermütiger, trauriger, aussichtsloser. Mein Blick fällt auf den riesigen Cane Corso Rüden BRAX, den wir vom Oktober schon kennen. Er liegt mächtig stolz in seiner Hütte auf seinem Strohthron und scheint mit sich und der Welt gerade ganz zufrieden zu sein. Mit wie wenig man hier den Hunden eine Freude machen kann. Meine Gedanken schweifen zu BAJAT. Er liegt wie der Kaiser in seinem Plastikkörbchen auf einer Wolldecke. So etwas wird dieser Kerl noch nie gehabt haben. Ich ziehe mir die Handschuhe wieder an, schließe die Jacke bis ganz nach oben unters Kinn und gehe zum Auto. In die hinteren Zwinger der Vetkennels schaue ich nicht, obwohl sie direkt auf meinem Weg liegen. Es ging einfach nicht. Irina sagte, es sei unfassbar voll dort, sie müssen dringend Hunde umsetzen, sie weiß aber nicht, wohin. Um meine emotionale Stabilität nicht ganz aus der Reserve zu locken, nehme ich den kürzesten Weg zum Auto. Irgendwie feige von dir, sage ich mir. Aber die innere Mitte meldet sich bei mir und flüstert: Morgen Anna, morgen früh, wenn der Tag startet, schaust du nach ihnen. Dann steht auch dort die Sonne. 
    Eine gute Entscheidung. Für Tränen hatte ich heute keine Kraft mehr. 

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    🎄Wir haben es geschafft 🎄

    Am 20.12.2018 ist für dieses Jahr der letzte Transport aus Baile Herculane gestartet. Mishu hat jedoch vorher noch einige Fellnasen aus Ploiesti abgeholt, damit diese auch noch eine Möglichkeit hatten, Rumänien zu verlassen.

    Alle 32 Hunde sind mittlerweile gut angekommen und werden nun ihren ersten Winter in einem eigenen warmen Körbchen und in Ruhe und Geborgenheit verbringen können.

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    .. besonders freut es uns für:

    UNGAS.. er musste im Tierheim aufwachsen.. nun kann er sein Teenagerdasein in vollen Zügen genießen

    RADU.. der kleine Kerl, der so schwer verletzt war.. er verbrachte Monate in der Klinik.. seine neue Familie hat immer auf ihn gewartet und schreibt: er ist einfach ein absoluter Schatz und jeder Tag Warten war es wert..

    BALBO.. er hat so abgebaut.. jetzt darf er losleben und ist in Sicherheit

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    Auch durften viele Welpen reisen und erleben nun ihren ersten Schnee zusammen mit ihren Familien.
    Unser Dank geht wie immer an unsere End-und Pflegestellen, an unsere Partnerorganisationen und Partnertierheime !
    Danke an das TH Koblenz, an die Tierhilfe Lebenswert e.V, den Tierschutzhof Karlsruhe, an Menschen für Tiere Landau e.V.

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    Auch möchten wir uns bei Mishu und seiner Familie für ein schönes, teilweise nicht einfaches Jahr bedanken. Für die tausende von Kilometern, die er immer zurücklegt und dafür, dass er immer für seine Hunde da ist.
    Thank you for all the hours, days and month , your help,support and your deep compassion for the dogs!

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    Nur durch euch ist jede Woche dieser schönste Post der Woche möglich: WIR HABEN ES GESCHAFFT!
    http://prodogromania.de/…/geschaf…/Baile-Ploiesti_20-12-2018

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    🐾Wir haben es geschafft – 14.12.2018🐾

    Am 14.12.2018 hat sich erneut ein Trapo aus Rumänien auf den Weg gemacht.

    Viele von euch haben vielleicht gesehen, wie das Wetter in Rumänien aktuell ist. Der Winter hat Einzug gehalten. Es ist kalt, teilweise schneit es, teilweise regnet es. Für die Hunde dort, ist dies eine noch schlimmere Zeit 😔.
    Umso mehr freuen wir uns aber auch für die 48 Hunde, die es jetzt wieder raus geschafft haben, die aktuell größenteils schon im Warmen ausschalfen können.

    Möglich ist das alles nur durch viele, viele großartige Menschen, die hier gemeinsam für eine Sache kämpfen. Unsere Partnerorganisationen und -tierheime, unsere Pflegestellen und Adoptanten. Der Dank gilt euch!! ❤️

    THORE… eines der „Kraftpakete mit einer Seele aus Samt“.

    JELO… eine Hündin, deren Blick Bände spricht.

    ELAINE und LEVJE… die nun ganz langsam lernen können, Vertrauen zu fassen.

    NAVA… eine wunderbare, junge Hündin, die glücklicherweise keinen Winter in Rumänien erleben muss.

    Wir danken euch von Herzen!! 💕

    http://prodogromania.de/…/ind…/geschafft/Ploiesti_14-12-2018
    *
    Unser besonderer Dank gilt:
    Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V.
    Menschen für Tiere Landau e.V.
    Tierschutzhof Karlsruhe
    Tierhilfe Lebenswert e.V.

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