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Auf ins Abenteuer….?!

Wer sich das Abenteuer „Direktadoption“ zutraut, der darf nicht erwarten, dass
 
…der Hund klinisch tiptop gesund aus dem Transporter steigen wird.
…der Hund euch alle direkt toll findet.
…der Hund eure anderen Hunde mag.
…gerne bei euch im Haus ist, sondern den Garten bevorzugt.
…der Hund die Katze nicht beachtet.
…der Hund die Leine akzeptieren wird.
 
Ihr sagt jetzt sicher alle: Ja, das ist doch klar! So eine Erwartung darf man doch nicht haben. Doch. Hat man.
Tagtäglich erreichen uns Emails mit exaktem Anforderungsprofil.
Aktuell ist sehr hoch im Kurs, dass der Hund doch bitte am Fahrrad laufen soll, da die Kinder der Familie aktuell so gerne Radtouren machen.
Ich stelle mir da dann den Hund vor, der noch nie Geschirr, Leine, Fahrrad und Kinder gesehen hat, in all dem Getummel.
Ich stelle mir vor, was dieser Hund, der vielleicht 2 Jahre nur 5qm Betonkennel und 3 Zwingerkollegen um sich hatte, unter der Last der Anforderung zusammenbricht, aggro wird und dann bitte an Tag 5 abgeholt werden soll.
Ich verstehe bis heute nicht, wie sich so mancher zutraut, einen Hund direkt aus dem Ausland, über den wir nicht viel sagen können – was wir auch nie verheimlichen – zu nehmen, ohne einmal daran gedacht zu haben, dass das auch alles mächtig in die Hose gehen kann.
Oft erhalten wir auch Anfragen, wo bereits ein nicht so verträglicher Hund in der Familie ist und man sucht nun – auch wieder direkt aus dem Ausland – einen Hund, der eher devot ist und keinen großen Palaver macht, wenn der andere Kollege ihn anzählt. Wie kommt man auf die Idee, bei so einer Situation daheim einen unbekannten Hund aus dem Ausland zu nehmen und diesem dem ersten Hund vor die Nase zusetzen, in der Hoffnung, dass es nicht schief geht?!
Oder auch ein Klassiker: Habt ihr einen Hund, der nicht haart vor Ort, ich bin Allergiker….
Wie kommt man als Allergiker auf die Idee, einen Hund zu adoptieren, wo man vorher noch nicht mal selber schauen konnte, wie allergisch man auf dieses Tier reagiert?
Mich macht sowas irgendwie sauer. Aber auch nachdenklich. Denn es impliziert mir sofort:
Ach, direkte Adoption, das läuft schon. Und wenn es nicht klappt, dann helft ihr uns doch als Orga, ist doch klar! Ist ja auch eure Verantwortung dann halt, als seriöse Orga.
Klar hängen wir mit drin. Aber wir haben mittlerweile ganz klar die Richtung im Blick, dass wir auf all solche Geschichten nicht mehr eingehen.
Natürlich sind wir daran interessiert, unsere Hunde zu vermitteln. Aber wir machen bei diesem „Wir können es ja mal probieren…“-Ding nicht mit. Auch wenn Zuhause keine anderen Hunde leben und 2 kleine Kinder unter 6 Jahren dort leben, vermitteln wir keine Hunde direkt aus dem Ausland dort hin. Niemand weiß, was Teddy aus Kennel 45 zu einem Krabbelkind sagt. Wie auch…in Bucov krabbeln jetzt nicht dreimal am Tag Kinder durch die Zwinger. Das gleiche Spiel mit Katzen. Wir werden oft gefragt, ob sich Hund xy mit Katzen versteht. Wie unsere Einschätzung da ist.
Ich kann da gar nix einschätzen. Es gibt vier Szenarien:
Hund ignoriert Katze.
Hund mag Katze.
Hund jagt Katze nur im Garten.
Hund jagt Katze im Haus und im Garten und sowieso immer.
Bei Szenario Nummer 4 könnt ihr euch vorstellen, dass die meisten Leute nach 3 Tagen fix und fertig anrufen und uns mitteilen, dass sie das nicht mehr schaffen und die Katze seit Tagen nicht mehr Zuhause war. Super Sache, im Sinne aller Beteiligten. Unserem Hund geht es dabei noch am besten, zumindest so lange er nicht zum Wanderpokal wird.
 
Ihr seht: Ganz ganz oft macht eine direkte Adoption aus dem Ausland keinen Sinn. Sie ist mitunter sogar absolut verantwortungslos. Viele Dinge sind nicht vorhersagbar. Und die wenigsten sind bereit, auch bei Problemen und 3 schlaflosen Wochen durchzuhalten und das Abenteuer konsequent weiterzuverfolgen. Denn es ist ein Abenteuer.
Als Abenteuer (lateinisch advenire ‚Ankommen‘ und adventus ‚Ankunft‘; mittelhochdeutsch: aventiure) wird eine risikoreiche Reise oder eine risikoreiche Erkundung eines Gebiets oder einer Räumlichkeit bezeichnet, die sich stark vom Alltag unterscheidet.
<<die sich stark vom Alltag unterscheidet>>
Ja, euer Alltag wird anders werden. Es wird unbequem, anstrengend und es ist niemals einfach so, wie man sich das vorgestellt hat…
 
Daher empfehlen wir ja auch immer: Wenn es diese Fragezeichen gibt…Hund/ Katze, Hunde/Kind, Hund/Hund, Hund/ Allergie usw….
schaut doch bitte einfach bei unseren Pflegehunden in die Galerie, diese sind schon hier. Ihr könnt sie anfassen, sie sehen, mit ihnen spazieren gehen. Die Pflegefamilie weiß über viele Dinge Bescheid, kennt den Hund sehr gut…..
http://prodogromania.de/bilder/index.php/Hunde-auf-einer-Pflegestelle
 
Und es hilft uns und den Hunden genauso viel, wenn ein Pflegehund in eine Familie umziehen kann und die Pflegeeltern, die Abenteuer stemmen können, dann einen neuen Schützling direkt aus Rumänien aufnehmen….
 
In diesem Sinne: Seid ehrlich zu euch selber, prüft, was ihr leisten könnt, und erwartet bitte keine Wunder. Manchmal muss man sich eingestehen, dass man gewisse Dinge einfach nicht leisten kann. Ein Hund ist keine Challenge und nichts, womit man sich etwas beweisen sollte.
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