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Es ist dunkel da drauĂźen, aber wir leuchten. Manchmal heller, manchmal dunkler.

Die Futterrechnung aus Bucov ist da. Knapp 1900€.

Eine neue Kastrarechnung liegt auch auf dem Tisch. 940€.

Die Klinikrechnungen aus Craiova fĂĽr unsere Baile Notfälle liegt seit letzter Woche vor…mehrere tausend €…

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Wir ackern uns echt alle ab, damit es gut wird. Aber ohne den finanziellen Background wird es zunehmend schwerer, dagegen zu halten. Nein sagen? Einen Hund nicht operieren lassen, der gute Aussichten auf Heilung hat? Kastratag absagen? Bei so vielen Hunden, die in den Ankunftskennels warten? Nicht mehr impfen? Weniger fĂĽttern? Gerade im Winter?

Alle diese Fragen können wir direkt mit: „Geht nicht!“ beantworten…
Das schwierige am Tierschutz ist ja: „Gerade unpassend…“…“Das schmeckt so gut..“, „Heute mal nicht..“ „Ich mach doch sonst schon so viel..“
Das Problem dabei ist: 4500 Hunde warten auf uns. Egal ob wir heute Lust haben, 120 Emails zu beantworten, 5 Telefonate zu fĂĽhren, ob die Kasse gerade leer ist, oder einem der Transport vom letzten WE noch nachhängt…Wir mĂĽssen da sein.

Die Kunst besteht darin, gleichzeitig aber nicht auszubrennen, denn dann geht gar nichts mehr und jeder wird einem raten, niemals mehr in ein solches Feld einzusteigen.
Feierabend? Kann man machen, fertig ist man aber eh nie. Irgendwas ist immer noch offen, nicht geklärt, irgendeinen Anruf schiebt man weiter vor sich her, 4 Probleme liegen offen auf dem Tisch, Lösung findet sich aktuell keine. Es ist eine kniffelige Kiste, ein pauschales Rezept gibts da nicht. Manche melden sich dann einfach mal für ein paar Tage ganz ab, andere reduzieren ein wenig, manche wechseln den Bereich, wo die Belastung eben irgendwie anders ist.

Ich habe für mich keine wirkliche Lösung gefunden. Ganz abschalten, 5 Tage nicht reinschauen, geht nicht. Endet im Chaos und stresst mich. Mir hilft es eher, die Aufgaben für den Tag gut zu planen, mich nicht mit unwichtigem Kram aufzuhalten und Dinge abzugeben, die ich loslassen kann. Mir fällt es aber mittlerweile aber schwer, einfach so in den Tag zu starten, ohne Ziel, ohne Plan. Das hab ich verlernt. Aber ich glaube, dass es schlimmere Dinge gibt, die man verlernen kann.
Man kann verlernen zu erkennen, wie gut es einem gerade geht und dass einem kein Zacken aus der Krone bricht, wenn man etwas tut, was anderen hilft und einen selbst ein wenig aus der Komfortzone lockt. Etwas tun, was einen Mehrwert für andere hat. Man kann verlernen zu helfen. Man kann verlernen, nett zu sein. Man kann verlernen zu merken, dass wir in einer sozialen Gruppe tagtäglich unterwegs sind, bei der es allen besser gehen würde, wenn wir ein wenig netter miteinander wären. Wenn wir nicht so furchtbar schnell urteilen würde. Wenn wir nicht so selten 2. Chancen vergeben würden. Wenn wir nicht so einfach mal vergeben können.

Unser Tagesgeschäft hier ist wenig romantisch, sehr schematisch manchmal und teilweise einfach nur so, dass man sich fragt: Morgen wieder den ganzen Bumms?

Leider hängt es oftmals auch mit Menschen zusammen, die uns das Leben zusätzlich schwer machen. Auch dagegen ist kein Kraut gewachsen. Außer vielleicht die Beharrlichkeit darauf, dass man auf dem richtigen Weg ist und man uns nicht so einfach umschupsen kann, wenn jemandem gerade wieder langweilig ist.

Was ich eigentlich sagen möchte:
Wenn wir wieder mal einen Aufruf machen, weil die Banner und die Futtekammern leer sind, dann brauchen wir euch. Wirklich. Wir denken uns das nicht aus, wir frisieren keine Zahlen und wir haben auch keine geheimen Goldgruben im fernen Osten.

Ein komisches GefĂĽhl ist es immer, wenn wir wieder Aufrufe starten und immer wieder darauf hinweisen, dass wir hier gemeinsam zusammenhalten mĂĽssen, damit das groĂźe Ganze funktionieren kann. Wir sind sehr dankbar, wie sich alles ĂĽber die Jahre entwickelt hat, ich weiĂź noch gut, als wir in der Facebook Gruppe 500 Leute waren…das war ein guter Tag fĂĽr uns! Jetzt sind wir ĂĽber 16.000…eine ganze Stadt fast schon…

Es ist dunkel da drauĂźen, aber wir leuchten. Manchmal heller, manchmal dunkler.

„Es ist sehr gut denkbar, dass die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft.“ Kafka.

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