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Man erntet, was man sät…

Wir sind wieder mit dem Bautrupp und den Zockerladies eine Woche vor Ort in Bucov. Gemeinsam bauen wir Dächer, erfassen Hunde und schauen, dass es den Hunden, die dort untergebracht sind, halbwegs gut geht.  

Tag 3 in Bucov und es war wieder richtig gutes Wetter heute. Heute morgen habe ich Detlef erst mal seinen alten Kumpel PALERMO gezeigt, den Detlef schon für tot empfunden hatte, weil er ihn jetzt mehrere Tage nicht sah. Dabei ist PALERMO einfach ein wenig mit seiner Hundegruppe umgezogen. Der alte Mann sieht gut aus, das Fell ist dicht…Klar merkt man, dass er in die Jahre gekommen ist, aber er hält sich gut!

Auch für uns ging es direkt weiter in die Kennels, aktuell sieht es ganz gut aus und wir scheinen alles zu schaffen. Auch mit Irina habe ich schon einen Termin ausgemacht, wann wir uns die Hunde in den vetkennels anschauen. Dort sind wir auf die Angaben der Tierärztin angewiesen, denn sie kennt die Hunde genau und weiß, warum sie dort sind. Da es in den Vetkennels dunkel und laut ist, müssen wir alle Hunde raustragen, was ein größeres Unterfangen ist und wir dafür einfach mehr Zeit brauchen.

Anke hat wieder non stop Kies gefahren – eine echte Knochenarbeit…Sie ist so unfassbar fleißig und fährt Stunde um Stunde ihre Kieskarren…Riesen Lob!!

Heute durften die Männer sogar das Elektrofahrzeug des Shelters benutzten, Premiere….Es machte die Arbeit so viel leichter. 

Gestern kam Lady Badicu zu mir, eine ältere Dame, die schon länger vor Ort auch aktiv ist und einige Kennels betreut. Bisher hatte sie es abgelehnt, dass wir auch „ihre“ Hunde vorstellen und Fotos dort machen. Sie war sich nicht so sicher, was mit den Hunden passieren wird und hatte eine Adoption immer verneint. Lady Badicu gab mir die Hand, sagte, dass sie uns ja nun schon öfters hier gesehen hat und Aniela und Mihaela ihr immer die Fotos der vermittelten Hunde zeigen. Sie hätte sich nun auch dazu entschieden, dass wir auch ihre Hunde zur Adoption vorstellen durften. Dann ging sie wieder und ließ mich ein wenig stumm dort stehen… Ich freute mich natürlich riesig über diesen Fortschritt, der für Außenstehende vielleicht nicht so riesig wirkte, wie auf mich. Aber teilweise sitzen ihre Hunde über 5 Jahre dort, die Zwinger von ihr sind immer sehr sauber und die Hunde bekommen ab und an spezielles Essen von ihr, aber Langeweile und Eintönigkeit herscht auch bei diesen Hunden…

Dass diese Dame nun auf uns zukam und sich zu diesem Schritt entschieden hatte, dass wir die Geräte des Shelters nutzen dürfen, zeigt uns: Es macht sich bezahlt, dass wir niemals gegen irgendjemanden dort gerarbeitet haben. Dass wir uns nicht ständig darüber beschwert und aufgeregt haben, was alles dort nicht geht und wie blöd doch alles ist. Es macht sich bezahlt, dass wir alle Gäste, die wir mit nach Bucov genommen haben, immer darauf hinwiesen, dass wir mit allen höflich dort umgehen, dass wir uns an die Regeln dort halten und dass wir uns einfach benehmen. Wir machen dort unsere Arbeit und versuchen den Leuten dort deutlich zu machen, dass wir helfen und die Lage verbessern wollen. Wir wollen niemanden anschwärzen, oder vorführen, oder das Tierheim schlecht machen. Früher mussten wir jeden Tag spätestens um 15 Uhr die Bühne dort räumen, mittlerweile dürfen wir so lange dort sein, wie wir wollen… 
Es ist nicht nur hier so, es ist eigentlich in sehr vielen Fällen die Regel, dass man das erntet, was man sät. Und durch Missmut, Ärger, schlechte Luft und Unfreundlichkeit, erreicht man prinzipiell gar nichts. Wie oft hört man, dass die Rumänen Schuld sind, dass sie schlecht mit ihren Hunden umgehen, dass sie faul sind, dass sie sich nicht kümmern? Dass die Hundefänger alles Sadisten sind und Hunde quälen. Es wird aktiv Stimmung gegen die Menschen gemacht, die die Hunde betreuen, die uns am Herzen liegen. So oft ist Tierschutz damit verbunden, dass man Menschen schlecht macht und Verantwortliche sucht. Das ist auch zum Teil natürlich bitter nötig und auch richtig. Aber gerade im Auslandstierschutz gibt es eine unfassbare Pauschalisierung, was die Schuldigkeit angeht. Man kann keinen Tieren helfen, wenn man die Menschen nicht mit einbezieht. Das ist der leider absolut falsche Weg. Und auch heute gab es so viele kleine Situationen, die klar machten, dass das Miteinander zählt…
Die Tage über war ein Hund aus einem Kennel abgehauen, der wohl alles andere als nett sein sollte und den alle gerne wieder in seinem Kennel zurück hätten. Die Tage zuvor hatte ich aber diesen Hund gestreichelt ( ich wusste nicht, dass er auf der roten Liste stand… ;-)) und war ein wenig besorgt, dass man nun mit Druck versuchte, wieder in den Kennel zu bringen. Ich bat dem Chef der Hundefänger an, dass ich helfen würde und ihn in seinen Kennel zurückbringen würde… Man belächelte mich zwar etwas, aber als ich den kauzigen Kerl an seinem Halsband in den Kennel brachte, waren alle schnell still und man bedankte sich bei mir per Handschlag. Solche Situationen zeigen, dass diese Sensibilität und Aufmerksamkeit im mitmenschlichen Umgang absolut wichtig ist, damit man vor Ort weiter kommt. Ich begrüße grundsätzlich alle Mitarbeiter dort mit einem „Salut!“, was immer erwidert wird. 

Vielleicht fangen wir also gerade an und sammeln ganz vorsichtig die ersten Früchte unserer Arbeit ein… 

Auf dem Gelände des Shelters hängen die Obstbäume schon dick mit Früchten und die ersten Kirschen kann man schon essen. 

Heute am späten Nachmittag habe ich noch eine kleine Runde gedreht und so viele Hunde konnten schon den Schatten durch unsere Dächer genießen. Morgen haben dann auch endlich die Hunde der Kennels 50-58 jede Menge Schatten und müssen sich nicht mehr in eine schmale Ritze drängen.  Ein gutes Gefühl und wieder eine kleine „Ernte“…

Irina war heute auch wieder stundenlang im Einsatz und hat vor allem neu ankommende Hunde versorgt, die leider auch voller Zecken von der Straße zu uns in Shelter kommen. 

 

Morgen werden wir eine kleine schwarze Hündin scheren, die völlig verfilzt ist. Irina wird ihre Scherrmaschine mitbringen, mit der Schere heute haben wir nach 5 min aufgegeben…:) Sie heißt nun RABEA und wir hoffen, dass es ihr morgen dann sehr viel besser geht!

Wir machen nun weiter mit unseren Listen und planen auch noch den Transport fertig, der diese Woche noch starten wird…
Müde Grüße aus Ploiesti! 🙂

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