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4. Tag in Baile Herculane

Heute war der heißeste Tag und man konnte zwischen 12-14 Uhr eigentlich gar nichts machen, weil man sonst umgekippt wäre. Auch die Hunde haben sich mittags alle zurückgezogen und die Sonne gemieden.
Morgens aber waren wir sehr fleißig und hatten uns wie geplant mit DERO auseinandergesetzt, dessen einzige Tagesbeschäftigung es war, kläffend am Zaun und auf Besucher zuzurennen und auch diese in der Not mit seinen Zähnen auf Abstand zu halten. Da spielten wir A nicht mit und hatten B auch keine Lust drauf, also haben wir sicherheitshalber mal die Lederhandschuhe ausgepackt und uns dem kleinen Zwerg genähert.
Der Anfang war nicht leicht, wir separierten ihn von den anderen Hunden, damit wir mehr Ruhe und Spielraum hatten. Dero rannte natürlich wild hin und her, ließ niemanden an sich ran, doch wir konnten ihn zu zweit begrenzen und Florian blockte ihn mit seinem Körper.
Auch nachdem wir friedlich nebeneinander saßen, setze Dero bei jedem Kontakt die Zähne ein, was uns nicht beeindruckte und wir ihm klar zeigten, dass wir uns davon nicht vertreiben lassen.
Er beruhigte sich nach und nach, Berührungen am hinteren Körper und am Bauch ließen ihn aber immer wieder heftig knurren, doch auch das brachte uns nicht aus der Ruhe.
Wir setzten uns noch etwas enger und kurze Zeit später konnte Florian ihn auf den Arm nehmen, was er natürlich nicht toll fand, aber er wehrte sich nicht mehr.
Dero sollte lernen, dass er mit seiner Angst auch anders umgehen kann, als blind die Zähne einzusetzen. Er sollte einen anderen Weg erlernen, und wir halfen ihm dabei, diesen Weg langsam zu finden.
Dero entspannte sich langsam deutlich, sackte im Arm zusammen und ließ alles ohne Knurren mit sich geschehen.
Auch konnte Florian ihn wenig später durch den Zwinger auf dem Arm tragen.
Der kleine Kerl ist nach dieser großen Aufgabe müde eingeschlafen.
Natürlich ist Dero nun natürlich nicht frei von Angst und man wird konstant daran weiter arbeiten müssen, dass er nicht wieder in diese Spirale verfällt, aber der erste Schritt in Richtung Verhaltensalternative ist gemacht.

In der Mittagszeit holte Mishu 2 erwachsene Hunde ab, die nicht mehr länger bei ihrem Besitzer bleiben konnten – ihr kennt sie schon- Reggae und der Schäferhund mit den vielen Zecken, den wir Sac tauften.
Auch kamen heute noch 6 Schäferhundwelpen ins Tierheim, die von einem Grundstück mit Hanglage kommen und wie es scheint, sind die Kleinen nicht viel gelaufen. Sie sind 4-5 Wochen alt, die Hinterhand ist sehr schwach und sie kennen nicht viel. Sicherlich hatten sie keinen Kontakt zu Menschen. Die erste Mahlzeit wurde hungrig verschlungen und Lena wird sich nun die nächsten Wochen intensiv mit der Gruppe auseinandersetzen.

Abends haben wir weiter Hunde erfasst, Streit geschlichtet und kleine Ausbrecherkönige wieder eingefangen…

Jetzt sind wir alle wieder richtig platt, die Luft wird gerade aber richtig gut und alle können sich gut entspannen, auch die Hunde.

Viele Grüße von Anna

PS: Habe heute die beste Honigmelone der Welt gegessen. Ich muss feststellen, dass Rumänien das absolute Melonenland ist. Kein Wunder, dass Mishu der weltbeste Melonenschneider ist.

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Dero auf dem Arm.

 

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