„Bucov“ verstehen

Viele Menschen können sich die Situation im städtischen Bucov Tierheim in Ploiesti nicht vorstellen. Auch uns von ProDogRomania e.V.  wurde die Tragweite der Probleme erst offensichtlich, nachdem wir selbst dort den Tierheimalltag erlebt haben.

Immer wieder kommen bei interessierten und besorgten Menschen Fragen auf wie:
Das Bucov Tierheim in Ploiesti ist keine Tötung – warum sterben dort trotzdem Hunde?
Warum sind Hunde nicht mehr auffindbar und warum werden Hunde vor dem Transport noch schwer verletzt?
Warum kann man nicht den Brustumfang der Hunde messen?
Wieso haben so viele Hunde dort Hautkrankheiten ?
Warum kann man den Hunden im Winter keine Schutzkleidung anziehen
… und warum  ist es manchmal schwer, eine Antwort zu bekommen auf die Frage „ wie geht es dem Hund XY?“ ?

Wir möchten versuchen,  Euch das BUCOV Tierheim zu „erklären“:

•    Die Hundefänger  bringen täglich bis zu 34 neue Hunde. Das sind Hunde, die sie in der Stadt jagen, einfangen, und stark verängstigt, oft traumatisiert, ins Tierheim verfrachten, wo für sie der Alptraum weiter geht, bzw. wo für die meisten auch ihre Leben endet.

•    Denn:  im Tierheim leben aktuell rund 1800 Hunde und für die meisten von ihnen können wir kein Zuhause finden, weil es einfach zu viele sind (für diese Hunde versucht ProDogRomania e.V. die Lebensbedingungen zu verbessern!!).

•    Das Einzige, was die Stadt in diesem städtischen Tierheim organisiert, ist die Verteilung von Futter (abgesehen von Spenden nur Abfälle)  und Wasser, was durch 2,3 Arbeiter passiert und zwar den städtischen Hundefängern (!!), die keine Hunde mögen.

•    Somit ist die Versorgung absolut mangelhaft und unzuverlässig. Es stört keinen von ihnen, wenn Hunde im Hochsommer kein Wasser haben, in schlecht zu erreichenden Zwingern nur an jedem 3. Tag Futter bekommen, oder die Hunde im Winter eingeschneit sind.

•    Viele Zwinger sind gnadenlos überfüllt, was tagtäglich zu vielen tödlichen Beißereien und verletzten Hunden führt.

•    Weiteres Problem: Die Hundefänger stecken „neue“ Hunde in bestehende Rudel in beliebigen Zwingern, ungeachtet Größe/Wesen/Kastration (wurde aber schon besser!).

•    Adoptierte Hunde, die auf den Transport warten, können in vielen verschiedenen der rund 150 Zwinger auf dem Tierheimgelände untergebracht sein . Es ist fraglich, ob es sicherer ist, sie aus ihrem gewohnten Rudel zu reißen und sie in einem komplett neuen Rudel in einem der Zwinger, die von Aniela und Mihaela betreut werden, zu stecken. Diese Zwinger sind zudem komplett überfüllt, auch hier gibt es Unfälle.

•    Die Zwinger werden von den Hundefängern/Arbeitern nicht gereinigt und die Hunde halten sich permanent in Schlamm und Fäkalien auf.

•    Eine Reinigung (in Form von frischem Kies auffüllen, denn die Zwinger sind nicht betoniert!), erfolgt nur, wenn einer der beiden Männer, die Aniela und Mihaela privat bezahlen, das übernehmen möchte.

•    Arbeiter oder weitere Tierschützer zu finden, die a) von Tierheimleitung/ Hundefängern akzeptiert werden und b) tierlieb, zuverlässig und fleißig sind, sind vor Ort nicht zu finden.

•    So bleibt fast alles an 2 Tierschützern hängen, nämlich an Mihaela und Aniela, die 1400 Hunde betreuen sollten, was natürlich absolut unmöglich ist.

•    Ihre täglichen Aufgaben:

o     Unter 1800 Hunden die Hunde raus fischen, von denen sie denken, sie haben eine Chance auf Vermittlung. Diese Hunde lassen sie impfen, nachimpfen, chippen und entwurmen, je nach Zeit und Spenden.
o    Kranke und verletzte Hunde müssen unter 1800 Hunden entdeckt und auf die kleine, dunkle, überfüllte Krankenstation gebracht werden.
o    Fortlaufende med. Behandlungen in den Zwingern unter Kontrolle haben.
o    Dafür sorgen, dass Welpen spezielles Futter bekommen.
o    Nach und nach alle Hunde im Tierheim kastrieren lassen (ständige Kontrolle wer ist noch nicht kastriert? Hunde aus den Zwingern zum Kastrieren bringen, Platz schaffen für frisch kastrierte Hunde (alle Innenzwinger sind zu jeder Zeit überfüllt), Hunde nach 1 Tag in den richtigen Zwinger zurück bringen).
o    Schwer kranke Fällen nach Bukarest in die Tierklinik fahren.
o    Hunde für den Transport vorbereiten: entwurmen, chippen, Parasiten-Behandlung.
o    Aufwändige Transport Dokumente erstellen, viele Listen führen.
o    Täglich auf Hunderte von Anfragen/Posts aus verschiedenen Ländern antworten.
o    FB Seiten aktuell halten.
o    Unsere Vermittlungsanfragen bearbeiten.
o    Auf Anfrage neue Fotos von Hunden erstellen, manche fordern Filme an….
o    Dafür sorgen, dass die Hunde eine intakte Hundehütten haben.
o    ….dafür sorgen, dass sie Leute finden, die die schweren, frisch gelieferten Hundehütten überhaupt von A nach B bewegen.
o    Immer wieder müssen sie Hunde suchen, die auf einmal entwischt, in einem anderen Zwinger oder tot sind.
o    Versuchen Leute zu finden, die die verseuchten Zwinger mit frischem Kies auffüllen.
o    Angebote einholen und Baumaterial für neue Zwinger bestellen.
o    Im Winter um Stroh kümmern und um Sonnenschutz im Sommer.
o    Lagerung und Sortierung von Sachspenden.
o    Dafür sorgen dass möglichst viele Hunde regelmäßig Futter und Wasser bekommen.
o    … dass keine Hunde in diesem städtischen Tierheim gequält werden.
o    Fotos und Daten zu Hunden an ProDogRomania e.V. per email schicken, damit diese eine Chance auf Vermittlung bekommen.

•    Was erschwerend hinzu kommt ist, dass in der Vergangenheit der Zugang unserer Tierschützer auch schon mal von 5-7 h auf 2 h begrenzt wurde. Es ist in dieser Zeit völlig unmöglich Brustumfänge zu messen oder manchmal auch einfach nur Fotos zu machen. In dieser kurzen Zeit geht es dann einfach „nur“ um’s Überleben von Hunden, die krankheitsbedingt mit dem Leben kämpfen, oder um Futter, das nicht verteilt wird, oder um Welpen, die frisch geboren im Matsch liegen.

Vielleicht können wir uns so besser vorstellen, in welchem Elend die Hunde in diesem Tierheim leben müssen, welche Tragödien sich dort Tag für Tag ereignen, und welchen Kampf unsere 2 Tierschützerinnen seit vielen Jahren dort führen.

Wir alle geben unser Bestes, weder die Hunde, noch Mihaela und Aniela in dieser Situation alleine zu lassen und wir danken Euch, dass wir auf Euch zählen können.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte:
SPENDEN  http://prodogromania.de/allgemeine-spende/ 
AKTIVE Hilfe vor Ort  http://prodogromania.de/2014/02/hilfe-vor-ort/
VERMITTLUNG http://prodogromania.de/wir-suchen-ein-zuhause/

Euer Team ProDogRomania e.V.

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