Ingrid sorgt für Lou.

Projekt Ploiesti

Aktuelle Situation:

Das „Bucov“ Tierheim in Ploiesti liegt 11 km außerhalb der Stadt, ca. 70 km nördlich von Bukarest.
Bucov ist ein städtisches Tierheim und dem Bürgermeister unterstellt, dem Tierschutz lange Zeit völlig fremd war. Bucov genoss einst einen verheerenden Ruf, wofür  die Stadt, Tierheim-Leitung und die Hundefänger (=Arbeiter) verantwortlich sind, für die das Wohlergehen der Hunde keine Priorität hat.

Unser immenser Einsatz macht sich jedoch bemerkbar und die Tierheimleitung zeigt sich erfreulicherweise kooperativer als in den Jahren vor unserer Unterstützung.
Da wir trotz allem nicht am selben Strang ziehen, ist es sehr schwer auf die  Tierheim-Situation Einfluss zu nehmen, die sich aber glücklicherweise im Vergleich zu den katastrophalen Zuständen zuvor, deutlich verbessert hat.
Und dennoch: Bucov ist ein leidvoller Ort!!

Eigentlich ist das Tierheim für rumänische Verhältnisse recht gut ausgestattet. Es gibt Platz und ein Gebäude. Jedoch sind Zwinger und Wege nicht betoniert, was das Arbeiten erschwert.
Das Hauptproblem ist, dass es keine Tierpfleger gibt und keine im Tierschutzsinne fungierende Tierheimleitung.

Die städtischen Hundefänger versorgen die 1800 Hunde mit Futter und Wasser, jedoch sehr unzuverlässig, denn für sie sind die Hunde wertlose Ware. Es gibt Tage, da gibt es überhaupt kein Futter. Auch werden immer wieder Zwinger vergessen beim Wasser verteilen.

Und dennoch bedeutet es ein riesen Fortschritt, dass wir von Spendengeldern regelmäßig Trockenfutter liefern können, sodass wir die Hunde deutlich satter bekommen als von den spärlichen Abfällen der Stadt, die weder nahrhaft, noch gesund sind, und oft teilweise tödlich endende Kämpfe verursacht haben.

Die Hygiene-Zustände sind katastrophal, da fast nie eine Reinigung erfolgt! Im Herbst während der großen Regenfälle und nach dem Winter vermischt sich der unbefestigte Boden mit Fäkalien, und die Hunde stehen permanent knietief  im Schlamm voller Keime.

Es gibt kranke Hunde, die keiner entdeckt, oder alte Hunde, die entsetzlich leiden, weil sie auf einmal in einem gruseligen Zwinger eingesperrt sind. Alle Hunde von Welpe bis Oldie  leben auch bei eisiger Kälte im Freien, bis auf einige kranke oder verletzte Hunde in den 12 schmalen Innenzwingern, wo es dunkel, komplett überfüllt, eng und unendlich trostlos ist. Manche Hunde sitzen dort Jahre…. Man bräuchte ein weiteres Gebäude und zusätzliche Zwinger sowie eine Struktur, wann welcher Hund wo vernünftig untergebracht wird.

Noch haben nicht alle Hunde eine Hundehütte als geschützten Rückzugsort. Manche bekommen keinen Zugang von den anderen Hunden. Wir versuchen hier natürlich mit Hütten zu unterstützen, doch die Hundezahl steigt stetig.  Im Sommer sind immer wieder Hunde bei  brütenden Hitze ohne Sonnenschutz und Wasser.

Von unschätzbarem Wert für die Hunde sind die beiden ehrenamtlich arbeitenden Tierschützerinnen Mihaela Teodoru und Aniela Ghita. Abgesehen von den Ärzten sind sie in Bucov ziemlich alleine auf weiter Flur, was den Kampf um das Wohl dieser 1800 Hunde betrifft und was sie oft an das Ende ihrer Kräfte bringt.
Die Damen koordinieren von Adoptionen, Baumaßnahmen, Versorgung kranker Hunde, externen und internen Kastrationsaktionen, Impfungen bis zu Futter- und Materialbestellungen … einfach alles.

Da wir vor Ort aber weder Tierpfleger, noch die nötige Zahl an ordentlich und im Sinne der Hunde arbeitende Mitarbeiter haben, ist jede Arbeit extrem mühselig und immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, Schikanen und Tragödien für Hunde und Tierschützerinnen.

Teilweise sind die Hunde auch hungrig, oder es geht um die Rangordnung, oder um einen der viel zu wenigen Plätze in einer  Hundehütte. So kommt es oft zu verletzten Hunden, die, wenn sie Glück haben, von Mihaela oder Aniela entdeckt werden. Wenn nicht, bleiben sie verletzt liegen oder sterben ohne dass es Jemand bemerkt.

Von Spendengeldern finanzieren wir 3 ambitionierte Tierärzte, die regelmäßig ins Tierheim kommen. Wir sind dankbar, dass uns dieser wichtige Schritt gelungen ist, denn die Stadt stellt keinerlei tierärztliche Behandlungen und das Elend war unbeschreiblich. Wir befinden  uns permanent in großer Finanzierungsnot, denn 1800 Hunde bedeuten immense Kosten!!!

Täglich (!) bringen die Hundefänger  zwischen 10 und 37 in der Stadt eingefangene Hunde ins Tierheim, die sie, wenn alles überfüllt ist, wahllos in irgendwelche Zwinger stecken. Dort gibt es gibt immer wieder schlimme Unfälle  wenn neue Hunde in bestehende Rudel geworfen werden. Die Situation hat sich etwas gebessert, doch von ideal und sicher sind wir weit entfernt.

In Bucov gibt es keine Tötungsaktionen, doch immer wieder verschwinden Hunde. Täglich tragen sich im Tierheim unendlich viele Tragödien zu, es gibt Vermisste, Kranke, Verletzte, Tote…

Langfristig kommen wir nur politischem Weg weiter. Die Flut der Hunde, die nach Bucov kommt, kann nur mit Kastrationen der Besitzer- und Straßenhunde abreißen, deren Welpen im Tierheim landen, sofern sie nicht auf den Straßen sterben oder „entsorgt“ werden.

Doch hier lodert ein kleines Lichtchen am Ende des Tunnels, denn  Anfang 2016 gab der Bürgermeister der Stadt Ploiesti grünes Licht für externe Kastrations-Aktionen, woran unsere Tierschützerinnen mit den ersten Aktionen bereits angeknüpft haben. Das Problem ist jedoch, dass sich die Damen nicht zerreißen können. Es bräuchte einen Koordinator, der an große Tierschutzorganisationen heran tritt und Einsätze und Werbemaßnahme vor Ort koordiniert.

Wir könnten in Ploiesti viel Grundlegendes zugunsten der Hunde ändern, doch dazu bräuchten wir tierliebes und zuverlässiges (!!) Personal, ausreichend finanzielle Mittel und die Genehmigung der Tierheim-Leitung und des Bürgermeisters für sinnvolle Maßnahmen.

Unsere Unterstützung:

  • Wöchentliche Kastrations-Tage im Tierheim
  • Externe Kastrations-Aktionen für Besitzer-Hunde
  • Futter
  • Tierärzte
  • Impfungen
  • Behandlung schwerkranker Hunde in externen Tierkliniken
  • Hundehütten
  • Zwingerbaumaßnahmen, Überdachungen
  • Näpfe, Stroh …
  • Vermittlung der Hunde in ein Zuhause
  • Sachspenden
  • Arbeitseinsätze vor Ort


Zukunftswünsche:

  • Vom Tierschutz angestellte Arbeiter für die zuverlässige (!) Versorgung mit Futter und Wasser (statt durch die Hundefänger)
  • Tierpfleger, die sich um Hunde in Not und Adoptionen kümmern
  • Regelmäßige Zwingerreinigung
  • Eine neue Klinik
  • Teilüberdachte Zwinger
  • Böden, die mit Wasser gereinigt werden können
  • Aufnahmestopp
  • Größere Zwinger
  • Eine wind-und wasserdichte Hundehütte für jeden Hund
  • Welpenhaus

 

Lesen Sie auch:

http://prodogromania.de/2014/10/bucov-verstehen/

http://sojombo.de/index.php?/archives/41-Mit-ProDogRomania-in-Bucov.html

http://prodogromania.de/2015/12/ein-hund-aus-ploiesti/