Minou

Minou

Anfang Juli 2015 war ich für 10 Tage mit einer Freundin im Shelter Bucov in Ploiesti, um dort zu helfen. In diesen Tagen wurde Minou von den Hundefängern aufgegriffen und ins Shelter gebracht, völlig geschwächt und dehydriert, nur noch Haut und Knochen. Wir versuchten sie „aufzupäppeln“, aber sie hatte sich aufgegeben und kam (glücklicherweise) in die Klinik von Vet Popescu, wo es ihr tatsächlich nach ein paar Tagen etwas besser ging.
Bei unserer Abreise nahmen wir so viele Hunde mit nach Deutschland, wie wir bei Pflegestellen Platz hatten – Minou war zu diesem Zeitpunkt nicht ausreisefähig. Aber gerade sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und so fragte ich immer wieder bei Aniela an…, sobald Minou ausreisen dürfe, sollte sie zu mir kommen. Mitte August war es soweit.
Und nach ein paar Wochen im neuen Zuhause wurde aus diesem „Hündchen“ ein „Hund“. Sie hat sich körperlich ganz toll entwickelt und in der Natur draussen blüht sie auf, ist der fröhlichste Hund, den man sich vorstellen kann. Andere Hunde werden allerdings nur auf Distanz „geduldet“. In ihrem unmittelbaren Umfeld möchte sie mit anderen Hunden nichts mehr zu tun haben, fremde Hunde verursachen bei ihr Stress. Sicherlich musste sie sich in ihrem früheren Leben immer durchkämpfen.
Auch das Wohnungsleben bereitet ihr immer wieder Angst, z.B. bei Geräuschen aus benachbarten Wohnungen/Treppenhaus. Niemand weiss, was Minou erlebt hat oder eben nie kennengelernt hat. Training, Sicherheit geben, Bachblüten – wir versuchen alles! Ich bin mir sicher, die Angstzustände werden mit der Zeit verschwinden.
Minou ist eine kleine Herausforderung, aber ich freue mich auf jede weitere gemeinsame Zeit mit ihr. Die „Bilder“, die ich von ihr aus Bucov „mitgenommen habe“ und in mir trage, werde ich nie vergessen.
Und wenn Minou im Sommer zu einer Freundin „in Urlaub“ darf, werde ich wieder zu Aniela und Mihaela nach Ploiesti fahren um zu helfen.