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Bucov – Tag 2

Der Tag beginnt früh und ohne Kaffee 🙂 Wir halten an einer Tankstelle auf dem Weg und rüsten uns aus – Sandwich und ganz viel Wasser – denn es ist sehr sehr heiß.

Gleich nach der Ankunft gehen wir in die VetKennels und schauen nach dem großen Kangal, der gestern Abend noch gebracht wurde. Wir sprechen mit Irina. Glück im Unglück – ihm wird geholfen. Der Tumor ist operabel und Irina sagt, dass der tolle große Kerl eine richtig gute Chance hat. Eine wirklich erleichternde Nachricht.

Als nächstes geht es zu Kennel 1/7 – Ihr erinnert Euch – den vergessenen Kennel, in dem wir gestern so wundervolle Hundeseelen entdeckt haben. Der Kennel ist immer noch in keinem guten Zustand, ist sehr dreckig und eng. Wir haben die Hunde nicht vergessen – und die Hunde haben uns nicht vergessen. Und so gab es ein sehr liebevolles Wiedersehen.

Ausgestattet mit einem guten Essen (für die Hunde) und mit diversen Leckerchen (für die Hunde) sowie dem festen Vorsatz, den Kennel einer Grundreinigung zu unterziehen, öffneten wir die Tür. Welche Freude – die beiden Hunde kletterten uns auf die Arme, als wüssten sie nicht nur, dass wir sie sehr lieben, sondern auch, dass wir aktuell konkrete Pläne schmieden, sie da rauszuholen, denn es wird allmählich eng mit den beiden Süßen. Der Opa ist sehr sehr alt und sollte dringend raus – daran arbeiten wir. Am Abend wird der Kennel sauber sein und die Hunde zufriedener 🙂

Auf dem Weg zurück ins Büro fällt uns dann ein berührendes Winseln auf. In einem Käfig auf Rollen sitzt ein bildhübscher brauner Jagthundwelpe…allein…auf 1,7 Qudratmeter…wir sind so froh, dass wir über ihn „gestolpert“sind. Wir machen uns auf die Suche nach einem passenden Platz für diesen schönen Hund. Sein Jaulen verändert sich, nach dem wir einen sehr gut passenden Kennel gefunden haben und wir sind sicher, dass es dem wundervollen, kleinen Helden gut gehen wird. Wir warten eine ganze Weile ob die Hund gut miteinander umgehen…. das tun sie ❤

Als wir am Abend noch bei ihm vorbeischauen, geht es ihm sehr gut und er hat bereits Anschluss an die anderen Hunde in „seinem“ Kennel gefunden.

Die Welpen. Es sind so viele…so sehr viele und einige bereits sehr schwache Welpen kämpfen für und um ihr Leben.

In einem Kennel sind die ganz zarten…ohne Worte. In anderen Kennels die etwas Kräftigeren.

Es sind wirklich viele in einem Kennel und wir denken darüber nach, sie zu verteilen – aber wo hin?? Es ist einfach kein Platz.

Ganz spontan beginnen wir damit den Dreck aus dem Kennel zu schaffen (die Arbeiter haben hier gute Vorarbeit geleistet aber die Minis verdauen sehr gut), setzen die kleinen Racker kurzerhand aufs Dach der Hütten und geben ihnen ein gutes Essen. Der Trick hilft und gibt uns Zeit den Boden von Dreck und altem Stroh zu befreien und den Kennel gründlich auszuspritzen und noch einige Decken in den Hütten zu verteilen… sie sollen es schön haben.

Anschließend gibt es frisches Wasser und neues Futter für die Lieben – und insbesondere das frische Wasser findet bei der Hitze sehr dankbare Abnehmer. Wir sind froh, dass wir das für die kleinen Seelen tun konnten.

Nun aber rasch rüber zu dem Außenkennel, in dem die Hunde-Mama mit Ihren Babies lebt – Ihr erinnert Euch. Die Hunde-Mama ist wohlauf, wenn auch etwas aufgeregt.

Das kleine schwarzweiße Baby hat es nicht geschafft. Wir hatten es gestern noch auf dem Arm. Wir sind sehr traurig – halten inne – möchten den Moment würdigen. Die Würde allen Seins ist unantastbar – auch und besonders hier in Bocov.

Wir nehmen das Kleine und suchen schöne Steine und ein paar Blüten…. ausnahmsweise wird dieser Hund beerdigt. Würdevoll. Diese Zeit müssen wir uns einmal nehmen.

Wie nah die Dinge oft beieinander liegen bemerken wir, als kurz drauf der Transporter auf das Gelände rollt.

WIE TOLL!!!! Es sind 43!!!! Es sind tatsächlich 43 so kostbare Hunde, die sich aufmachen werden in ein wunderschönes neues Leben.

Wir schauen zu, wie die Hunde nach und nach geholt, vorbereitet und liebevoll von Emil und den anderen in den Transporter gesetzt werden. Was für eine Freude!!! Wir sind glücklich und unterhalten uns mit den Fahrern, helfen beim Einladen und Vorbereiten, halten und tragen, bringen und holen, tauschen uns aus – was läuft bereits super? Was könnte noch verbessert werden? Ein lebendiges Miteinander.

Die Hunde im Transporter sind indes ruhig geworden. Wir schauen in die Gesichter und sehen wache, neugierige Blicke – sie wissen es…nicht genau…aber es geht los…Leben Lieben Lachen…wir sind so froh…lebt los Ihr wundervollen Freunde – wir lieben Euch.

Die Bilder der Abfahrt könnt Ihr ja sehen. Das ist jedes Mal ein wirklich großartiger Moment, der uns spüren lässt…JA

Glücklich und froh schauen wir dem Transport nach, bis er durch die Bäume nicht mehr zu sehen ist. Wir machen kurz Pause.

Erst dabei bemerken wir eigentlich wirklich, wie heiß es tatsächlich ist. Wir schauen uns rasch um, ob die Hunde in den Kennels genug Wasser haben. JA – wie gut.

Die Arbeiter haben einen super Job gemacht und in alle Tröge reichlich frisches Wasser eingefüllt. Auch wurden alle Kennels – auch die ganz hinteren sauber gemacht. Wir haben einige Videos dazu gedreht… es sieht gut aus.

DANKE und sehr toll. ❤

Dann bemerken wir die Hunde, die auf dem Gelände frei umherlaufen….manche sind scheu…andere begleiten uns sprichwörtlich auf Schritt und Tritt, lassen sich streicheln, genießen unsere Zuwendung und wenden sich uns so wunderbar zu und lassen uns ihre Liebe spüren…so so schön.

Wir sehen uns an und wissen, dass wir jetzt schauen sollten, ob diese tollen Hunde in der Hitze ebenfalls genug Wasser finden werden. Wir holen Wannen (DANKE für die Spenden!!!) und verteilen diese auf dem Freigelände.

Und wo immer eine Wanne mit frischem, klaren und kühlem Wasser gefüllt aufgestellt ist – kommen die Hunde sofort und mit einer Begeisterung, die uns ein erfülltes Lächeln auf die Lippen zaubert. Mancher Hund nimmt spontan ein Vollbad und steigt gleich ganz ein. Andere albern rum – aber alle sind spürbar glücklich und begeistert. Toll – also weiter. Wir suchen Gefäße, um so viele Tränken, wie möglich zu installieren, schleppen eimerweise Wasser, so dass alle Hunde reichlich trinken und genießen können und es keinen Streit gibt. Das ist anstrengend, sehr anstrengend … macht uns aber wirklich Freude.

Anschließend brauchen wir dann auch etwas zu trinken, während unsere Begleit-Gang immer bei uns ist.

Der Tag geht ganz langsam zu Ende und wir sind dankbar für so viele Eindrücke und Erfahrungen.

Im Vet-Container schauen wir nach den kranken Mäusen.

Die Arbeiter haben heute bereits 2x sauber gemacht – bei der Hitze ist es aber noch einmal notwendig.

Wir reinigen gründlich die Boxen, jeder bekommt eine trockene, kuschelige Decke und frisches Wasser sowie ein gutes Abendessen. Das ist keine schöne Arbeit aber die Tatsache, dass jeder einzelne Hund sich sichtbar ein wenig entspannt trotz seiner Situation und Krankheit ist Lohn genug. Und die Herzchen freuen sich sehr, trinken sofort und werden dann ruhig. Sie haben es heute Nacht schön ❤

Dann kommt das Taxi. Ein erfüllter Tag – anstrengend und lang – aber sehr erfüllt.

Voller Dankbarkeit verlassen wir das Shelter…für heute.

Morgen sind wir wieder da…und schauen, was wir tun können und genau das werden wir tun…nicht mehr und nicht weniger…aber alles mit Freude und Liebe und der Gewissheit, dass die Würde „unserer“ Hunde unantastbar ist.

Das heute haben wir nicht für einen Verein gemacht, nicht wegen eines Amtes, nicht „jemandem“ zuliebe… das haben wir ausschließlich für die Hunde gemacht. … wie jeden Tag.

Den Tag heute, die gesamte Zeit haben wir den Hunden geschenkt. Morgen werden wir uns der Sucharbeit und Aufnahme und dem Posten von Notfellen widmen… und dennoch immer ein Stündchen rausschneiden… für die Schwachen, die Mama und die Babys, die Kranken und Einsamen und ihnen Minuten des Glücks und der Ruhe schenken.. Das muss einfach sein.

Jetzt ist es kurz vor 2 Ortszeit und wir sind völlig fertig, wünschen Euch eine gute Nacht und sagen „Bis Morgen“

Danke an Euch für Euer „MitUnsSein“ – danke Euch sehr.

Patrizia ❤

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