Bucov, Tag 1

Heute morgen noch habe ich mich ĂŒber den Flughafen Schönefeld, der nach mir benannt wurde 😉😄 lustig gemacht…. einige Stunden spĂ€ter…. hat das alles seine Bedeutung verloren.

Wie jeder Besuch in Bucov – es ist der 4. – erdet auch dieser vom ersten Tag an. Die PrioritĂ€ten verschieben sich, vermeintlich Wichtiges wird unwichtig, Dinge ĂŒber die ich mich Ă€rgere erscheinen nichtig …….. hier geht es um Leben, um Überleben… und den tĂ€glichen damit verbundenen Kampf.

Die Ankunft im Shelter war toll! Große Freude bei den Menschen, Mihaela, Irina, den Arbeitern, uns… und den Hunden ❀.

Wie immer machen wir zunÀchst einen ersten Rundgang, um uns einen Eindruck zu verschaffen, die Bucov-Welt nach Katastrophen abzusuchen und zu sehen, was dringend getan werden muss.

Das erfreulichste: die Kennel sind extrem sauber! Bei keinem meiner letzten Besuche sah es so gut hier aus. Alle Hunde haben ausreichend sauberes (!!) Wasser, ĂŒberall ist Futter frisch verteilt… schön. Wir freuen uns.

Die Hunde selber sehen gut aus. AnĂ€hrend alle (bis auf 2 Ausnahmen) sind wohl genĂ€hrt, einige Hunde leiden unter beginnenden Hauterkrankungen – das wollen wir mit den TierĂ€rzten in den nĂ€chsten Tagen besprechen. Möglicherweise mĂŒssen wir eine neue Simparica-Aktion starten.

Es ist sehr sehr heiß. Die Hunde dösen auf und in den HĂŒtten. Keiner hat wirklich Lust auf Stress… wir auch nicht 🙂.

In einem Kennel finden wir 2 Mamas mit ihren Babys. Auf den ersten Blick scheint alles ok zu sein, aber dann finden wir zwei extrem schwache Welpen. Wir benachrichtigen die TierĂ€rzte und kĂŒmmern uns dann um die Kleinen, streicheln die Mama, die ziemlich ausgemĂ€rgelt ist. Sie braucht jetzt dringend eine gute, leckere und gehaltvolle Mahlzeit. Die bekommt sie und freut sich total… mal satt essen mit Appetit!! Als sie fertig ist und zufrieden spĂŒren wir deutlich eine andere Stimmung in dem Kennel. Die Hunde einschließlich der Mini-Zwerge sind ruhig, entspannt und mĂŒde. Das ist so schön zu sehen ❀ .

Auf dem weiteren Rundgang kommen wir an dem Kennel vorbei, den ich schon beim letzten Besuch den „vergessenen Kennel“ genannt habe (fĂŒr Insider 1/7).

Eigentlich sollten dort keine Hunde lĂ€ngerfristig leben… sie tun es aber. Wir besuchen sie und entdecken echte SchĂ€tze: einen wunderschönen, grauen Junghund, der vor Angst winselt und schreit… nach einigen Minuten kommt er trotz seiner Angst zu uns. WIE groß muss seine Sehnsucht nach Zuwendung, nach Liebe und Körperkontakt sein, dass er seine Angst ĂŒberwindet, um bei uns zu sein, zu schauen ob diese Menschen gut zu ihm sind, ob er nicht doch ein wenig WĂ€rme ergattern kann?!

Der andere Schatz ist deutlich Àlter, hautkrank und hat einige kleinere Wunden.

Er klettert fast in mich rein, sucht NĂ€he und Streicheleinheiten und kann kaum genug bekommen.

Wir werden versuchen, diese beiden Hunde schnell dort rauszuholen…………….. aber bis das geschafft ist lautet der Plan fĂŒr morgen: den vergessenen Kennel zu einem ertrĂ€glichen Lebensraum umgestalten!!

Irgendwann sind wir nach vielen Stunden auf den Beinen fertig. Das Taxi ist bestellt und wir warten am ShelterbĂŒro da passiert das fast Unvermeidliche:

Ein wirklich unsympathischer Mann bringt seinen Hund in einem geschlossenen Kofferraum (!!!) nach Bucov. Gibt ihn ab, wirft ihn weg und setzt ihn einer ungewissen Zukunft aus. Es ist ein großer und schöner Hund. Ein Kangal-Mix vielleicht… wir sind bestĂŒrzt. Viele Jahre wird dieser Hund ihm gedient haben, sein Haus beschĂŒtzt. Vielleicht etwas bewacht.. und dann das.

Die eigentiche Tragödie wird erst sichtbar, als ein Arbeiter mit dem Hund an uns vorbei geht: Der Hund hat einen riesigen Tumor (vielleicht ein Sticker-Tumor?), fast handballgroß… das ist sicher nicht gut operabel.

Das Gute im Schlechten? Der Arbeiter lĂ€uft telefonierend umher… ich wundere mich schon, dass er den Hund nicht in irgendeinen Kennel setzt. Aber nein!! Er bringt ihn sofort in die Krankenstation, in den OP. Wir werden morgen als erstes nach ihm sehen.

Es war ein guter Tag…. was uns nachhaltig beeindruckt und motiviert hat, waren die Massen an Welpen. UnzĂ€hlige Welpen.

Wir MÜSSEN weiter kastrieren, noch mehr, noch mehr Aktionen auch bei den Besitzerhunden anbieten. Das DARF NICHT so weiter gehen.

Etwas nachdenklich fahren wir zurĂŒck…….. in Bucov geht der Tag zu Ende.

Morgen sind wir wieder fĂŒr Euch da, versuchen, es Euch so schön wie möglich zu machen und bringen etwas Gutes mit…. fest versprochen.

❀

Kastrationen im Juni